Magdalena Bomba

Weichen für Hunsrückbahn sind gestellt

Hunsrück/Nahe. »Die politische Entscheidung ist gefallen. Die Hunsrückbahn wird reaktiviert.« Diese Aussage von Jutta Blatzheim-Roegler, Landtagsabgeordnete der Grünen, sorgte beim Ortstermin vergangene Woche für Überraschung bei den Kommunalpolitikern.

Geladen zu einer Begehung des Bahnhofareals hatte Stadtbürgermeister Dr. Andreas Nikolay. Bauchweh bereitet ihm und auch Mitgliedern des Stadtrates der Verfall des Geländes.

Gelände verdreckt, Gebäude verfällt, schwarze Gestalten lungern herum

»Das Empfangsgebäude, einst Kulisse für den Edgar Reitz-Film ?Die Reise nach Wien' - hier sprach Mario Adorf vor einer jubelnden Menge - ist heute nicht wieder zu erkennen«, sagte er. Das Gelände verdrecke immer mehr, die Natur erobere sich ihr Gebiet zurück. Bedenken äußerte er in der Runde auch wegen der »regionalen Gothic-Szene, schwarze Gestalten mit weiß geschminkten Gesichtern«, die sich hier freitags abends treffe.

Die Polizei müsse sich mit »Straftaten wie Brandstiftung, Drogenhandel und Drogenkonsum« auseinandersetzen. »So geht es nicht weiter, wir befinden uns mitten in einer Kreisstadt«, so das Résumé von Andreas Nikolay, der sogleich die drei Forderungen der Stadt herausstellte.

Drei Forderungen

Unabhängig von einer Wiederbelebung der Hunsrückbahn solle die Bahn AG das Gelände pflegen und »in Schuss« halten. Eine Entscheidung der Landesregierung in Sachen Reaktivierung werde zudem seit langem erwartet. »Das Hinhalten der Menschen, der Unternehmen, der Kommunen einer gesamten Region sowie der Verantwortlichen für den Flughafen Hahn ist nicht mehr akzeptabel. Und solange die Bahn nicht kommt, fordern wir eine gute Busanbindung an das Rhein-Main-Gebiet, insbesondere nach Mainz.«

 

"Hunsrückbahn wird reaktiviert"

Das Schweigen der Bahn trotz mehrfacher Briefe aus Simmern bezeichnete Jutta Blatzheim-Roegler, die verkehrspolitische Sprecherin der Regierungsfraktion der Grünen, als »absolutes Unding«, versprach, hier gezielt nachzuhaken und sorgte sogleich für eine Überraschung: »Die Landesregierung hat entschieden, dass die Hunsrückbahn zurückkommt, die politische Entscheidung ist gefallen.« Als Grüne läge ihr das Thema Bahnreaktivierung besonders am Herzen und gerade die Hunsrückbahn sei eine Priorität.

»Allerdings«, gab sie zu bedenken, »muss die Hunsrückbahn ein attraktives Beförderungsmittel  für die Menschen in der Region werden und darf nicht nur als Shuttle zwischen den beiden Flughäfen Hahn und Frankfurt am Main fungieren.« Bis zum Sommer sei nun das Ministerium am Zug, einen Zeitplan für die Reaktivierung aufzustellen, so Blatzheim-Roegler. »Signale« für einen Beginn der Wiederbelebung sehe sie in 2016.

Zunächst sei wichtig, sich um das Bahnhofsgebäude zu kümmern, »das darf nicht verfallen. Ich werde hier ganz besonders den Daumen draufhalten«, versprach sie. »Übrigens: Ist doch klar, dass Jugendliche das Areal nutzen - wir waren alle mal jung und haben uns unsere Plätzchen gesucht«, fügte sie hinzu, »solange es nicht massive Zerstörungswut gibt, sehe ich darin kein so großes Problem.«

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