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Wer gewinnt? Heimbergturm gegen Eiffelturm

Duell der Sehenswürdigkeiten, Teil 1

Hunsrück/Nahe. Warum in die Ferne schweifen? Die Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele im Naheland müssen den internationalen Vergleich nicht scheuen. Im ersten Teil unseres (nicht ganz ernst gemeinten) Duells treten der Heimbergturm in Schloßböckelheim gegen das Wahrzeichen von Paris an.

Abermillionen von Menschen quälen sich jedes Jahr die 1665 Stufen zur obersten Plattform des Eiffelturms hinauf - 274 Höhenmeter wollen schließlich überwunden werden. Natürlich kann man auch einen der zahlreichen Aufzüge nutzen. Aber auch dann muss man umsteigen, um ganz nach oben zu gelangen. Wie viel leichter hat man’s da als Besucher des Heimbergturms bei Schloßböckelheim. Gerade einmal 144 Stufen führen hinauf zur Aussichtsplattform. Gut, dafür ist der Heimbergturm mit seinen 24 Metern Höhe auch geringfügig kleiner als die französische Konkurrenz, die bis zur Spitze immerhin 324 Meter misst. Aber: Zählt man den 302 Meter hohen Heimberg dazu, dann liegt die Aussichtsplattform des Heimbergturms sogar in luftigen 326 Metern Höhe - und damit sogar stolze zwei Meter höher als der Eiffelturm. Ha!

Natürlich stellt sich ohnehin die Frage, ob sich der elend lange Aufstieg bis zur Spitze des Eiffelturms überhaupt lohnt. Denn oben angekommen, erwartet den Besucher in alle Himmelsrichtungen der gleiche Anblick: Smog, Beton, Straßenschluchten. Grau in Grau, soweit das Auge reicht. Ganz anders der Heimbergturm: Für einen Aufstieg von gerade mal 144 Stufen wird der Naturfreund mit einem traumhaften Panoramablick über das saftige Grün des Nahetals und der Soonwaldhöhen belohnt. Und: Den Blick über ihren Großstadtdschungel lassen sich die Pariser geradezu vergolden. Wer ganz nach oben möchte, darf erst mal satte 25 Euro auf den Tisch legen. Auf den Heimbergturm geht’s gratis.

Auch was die Anschaffungskosten angeht, ist der Aussichtsturm bei Schloßböckelheim im Vergleich mit dem Eiffelturm ein echtes Schnäppchen. Schmale 180 000 Euro mussten der Naturpark Soonwald- Nahe und seine Sponsoren für den Turmbau berappen. Da haben die Pariser mit fast acht Millionen Francs schon deutlich tiefer in die Tasche gegriffen. Natürlich granteln Gegner, dass man selbst diese 180 000 Euro an anderer Stelle sinnvoller hätte investieren können. Denen aber sei gesagt: Auch die Pariser brauchten Zeit, um sich an ihr Wahrzeichen zu gewöhnen. In den Anfangsjahren konnte sich Gustave Eiffel schon eine Menge anhören: „Skelett von einem Glockenturm“, „konfus und unförmig“ oder „tragische Straßenlaterne“ schimpfte man seinen Turm - wer würde da nicht rosten?

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