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Erst die Planung, dann Helau!

Hunsrück/Nahe. Am Wochenende locken vielerorts wieder die Karnevalsumzüge - nicht nur am Rosenmontag. In Boppard steht am Sonntag, 26. Februar, der Abendumzug auf dem Programm. Für Zugmarschall Raphael Stenzhorn ist dies der Höhepunkt einer halbjährigen Organisation.

Spielt das Wetter am Sonntagabend mit, erwartet Boppard um 18.11 Uhr zwischen 10 000 und 15 000 Narren zum Abendumzug, den die Karnevalsgesellschaft (KG) Schwarz-Gold Baudobriga 1995 zum ersten Mal auf die Beine gestellt hat. In diesem Jahr haben sich gut 50 Motivwagen, Fußgruppen und Musikappellen angemeldet. »Die kreative Beleuchtung der Motivwagen und Lichterketten in den Kostümen überträgt sich positiv auf die Stimmung und machen den Umzug zu einem besonderen Erlebnis«, freut sich Zugmarschall  Raphael Stenzhorn.

Seine Arbeit beginnt fünf bis sechs Monate vor dem Umzugs-Termin. »Wenn die alte Session vorbei ist, gibt eine Vorstandssitzung mit Manöverkritik: Was lief gut, wo gibt es noch einen Optimierungsbedarf«, sagt Stenzhorn. Dann hat er erst einmal Pause bis er im Herbst voll in die Organisation für den nächsten Umzug stürzt. »Wir haben heute ein rundum prozessoptimiertes Konzept.« Das erleichtert die Arbeit des Zugmarschalls erheblich.

Besonders die gute Zusammenarbeit mit der Stadt und den Ordnungskräften sei unbürokratisch, sagt Stenzhorn. »Polizei, Feuerwehr und Bauhof sperren die Straßen während des Umzugs ab und die Stadt kümmert sich um einige der Anträge.« Trotzdem hat er selbst noch zahlreiche Aufgaben vor sich. Spätestens im Oktober schreibt er die Gruppen an, die sich in den letzten Jahren beteiligt haben. So hat er schnell eine grobe Größenordnung der Zugnummern. Natürlich können sich auch weitere Gruppen anmelden.

Neben den handelsüblichen Aufgaben, wie Anträge beim Ordnungsamt stellen oder den Zugweg und die Aufstellung planen, organisiert er in Boppard auch die Straßensammlung. Seit ein paar Jahren verkauft die KG »Umzugs-Bändchen« an Besucher. Mit dieser Zwei-Euro-Spende können Jecken mithelfen, die Kosten zu decken. Immerhin muss der Verein die 5 500 Euro selbst stemmen. »Dieser Verkauf ist kein Eintritt. Kein Zuschauer muss bezahlen, um den Zug zu sehen«, betont Stenzhorn.
Als besonderen Service für Besucher wird ein kostenloser Shuttlebus organisiert. Dieser bringt Besucher zwischen 16 und 22 Uhr vom ehemaligen Buchenauer Schwimmbad zum Bahnhof in der Stadt und wieder zurück. Wegen des Umzuges sind die Parkmöglichkeiten in Boppard sehr begrenzt.

Am Sonntag fährt er die Zugstrecke ab, um zu sehen, ob alles in Ordnung ist. Eine Stunde vor Beginn ist er mit einem TÜV-Mitarbeiter unterwegs, der überprüft, ob alle Auflagen seitens der Teilnehmer erfüllt wurden. So müssen beispielsweise die Lautsprecher an den Wagen nach innen gerichtet sein und es herrscht ein Glas-Verbot bei den teilnehmenden Gruppen.

Nach etwa zwei Stunden hat sich der Zug 2,5 Kilometer von der Mainzer Straße über die Rheinanlagen und durch die Fußgängerzone geschlängelt. Dann ist für den Zugmarschall die Arbeit für diese Session getan. Das Aufräumen übernimmt die Stadt, die sich direkt nach dem Umzug mit Kehrmaschinen der Aufgabe annimmt.

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