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Auswärtsniederlage für den FC Karbach

In Jägersburg fehlte beim 3:0 die nötige Frische

Karbach. Wenn man als Aufsteiger in einer Liga 10 Spiele hintereinander nicht verliert und auf dem dritten Tabellenplatz hinter den beiden großen Aufstiegsfavoriten liegt, dann muss es irgendwann mal passieren. Die dritte Saisonniederlage gab es für den FC Karbach mit 0:3 beim Auswärtsspiel im Saarländischen Jägersburg gegen den dortigen FSV, ebenfalls Aufsteiger in die Oberliga.

von Arno Boes

Die 120 Pokalminuten gegen Eintracht Trier steckten den Karbachern wohl doch noch irgendwie in den Knochen, zumal das gesamte Team von Trainer Torsten Schmidt seit Wochen auf einem unerwartet hohen Niveau spielt. Den Blau-Weißen fehlte die Frische, um wie bei den letzten Auswärtsspielen aus einer kontrollierte Defensive heraus ein gefährliches Angriffsspiel aufzubauen. Und als dann auch noch nach einer Viertelstunde Kapitän Marco Gietzen mit einer Ellenbogenverletzung, die er sich in einem eigentlich harmlosen Zweikampf zuzog, ins Krankenhaus gefahren werden musste, geriet die Ordnung im Team weiter unter Druck. Am Abend konnte Gietzen melden, dass der kurzzeitig ausgekugelte Ellenbogen wieder gerichtet ist und "nur" eine schmerzhafte Prellung bleibt.

Starke Torhüterleistungen

Bis zur 39. Minute hielt Karbach den Angriffen der Jägersburger Stand, dann aber gelang den Hausherren nach einem Freistoß per Kopf die 1:0-Führung. Bis dahin hatten auch die Karbacher die ein oder andere Chance, in der 33. Minute hätten sie sogar durch Maxi Junk in Führung gehen können. Doch Jägersburgs Schlussmann hatte wie sein Gegenüber Lukas Schmitt einen guten Tag erwischt, beide Torleute zeichneten sich im gesamten Spielverlauf mehrfach durch gute Paraden aus. Schmitt spielte erstmals in der Liga, er vertritt derzeit den am Sprunggelenk verletzten (Bänderabriss) Florian Bauer.

Zu wenig nach vorne

In der zweiten Halbzeit brachte Torsten Schmidt in der 57. Minuten Torjäger Enrico Köppen hinein, der im Pokalmatch gegen Trier eher blass geblieben war. Doch auch er konnte das gegnerische Tor kaum in Gefahr bringen. Jägersburg war dem 2:0 meist näher, als die Karbacher dem Ausgleich. Und in der 57. Minute war es soweit, nach einem unnötigen Ballverlust in der Vorwärtsbewegung fingen sich die Karbacher durch einen schnellen Konter das zweite Gegentor ein. Das war angesichts des Spielverlaufs dann fast schon eine Vorentscheidung.

Wende gelang nicht

Feilberg und Junk hatten zwar noch Chancen für einen Anschlusstreffer und in der 87. Minute hätte Schiedsrichter Ingo Hess auch einen Foulelfmeter für Karbach geben können, doch das wäre wohl angesichts der schwindenden Kräfte zu spät gewesen, um vielleicht doch noch einen Punkt mit in den Hunsrück zu nehmen. Stattdessen gelang den Gastgebern kurz vor Schluss noch der dritte Treffer, womit das Endergebnis nach Ansicht von Trainer Marco Emich wohl ein Tor zu hoch ausfiel: "Karbach hatte in der zweiten Halbzeit öfter den Ball, als wir. Aber wir haben das mit Leidenschaft zum Spiel wettgemacht und damit verdient gewonnen." Torsten Schmidt sah es realistisch: "Auch der kurz vor Schluss nicht gegebene Strafstoß hätte uns wohl nicht mehr genutzt, da fehlten uns einfach nach dem Pokalspiel gegen Trier insgesamt die Kräfte. Aber ich kann es immer nur wiederholen: Was die Mannschaft bisher in dieser nun abgeschlossenen Hinrunde der Oberliga geleistet hat, fasziniert mich immer wieder. Wir wollen nun die beiden ersten Spiele der Rückrunde in diesem Jahr noch positiv gestalten und werden dann sehen, dass wir uns in der Winterpause bis Ende Februar erholen können."

Am kommenden Sonntag treten die Karbacher in Mainz-Gonsenheim an, Anpfiff ist um 14.30 Uhr. Gegen den Tabellenelften hatte es im ersten Ligaspiel gleich eine Niederlage gegeben, die man vor allem der Karbacher Nervosität als Neuling zuschreiben konnte. Die Mainzer Vorstädter hatten am Wochenende wegen des Wetters unfreiwillig Pause, werden ihr Spiel in Burgbrohl aber am kommenden Mittwoch austragen. Vielleicht können die Hunsrücker die längere Pause nutzen, um mit etwas frischeren Kräften in die zweite Auswärtspartie in Folge zu gehen.

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