Andrea Wagner

FC Karbach: 0:0 gegen Mayen kostet Tabellenspitze

Kastellaun. Am Ende des Rheinlandliga-Spiels herrschte in den Karbacher Reihen spürbare Unzufriedenheit mit der Begegnung gegen TuS Mayen. In den 93 Minuten gegen die Eifelstädter fanden die Blau-Weißen kein geeignetes Mittel gegen den defensiv eingestellten Gegner. Mit dem 0:0 ließ man am Ende zwei wichtige Punkte im Fernduell gegen Aufstiegskonkurrent Mehring liegen, der sich mit einem 5:0-Heimsieg wieder an die Spitze der Tabelle spielte.

12:0 Punkte und genau die selbe Tordifferenz aus den vier vergangenen Spielen weckten beim Heimspiel auf dem Karbacher Quintinsberg einige Hoffnungen bei Mannschaft und Fans. Gut 250 Zuschauer hatten sich trotz kühler Temperaturen eingefunden. Karbach trat zunächst gegen den deutlich spürbaren Gegenwind an, versuchte deshalb den Ball auch möglichst flach in den Kombinationen zu spielen. Motiviert war die Truppe von Trainer Torsten Schmitt, ging engagiert in die Zweikämpfe gegen die taktisch sehr defensiv eingestellten Mayener. Etwas zu forsch ging allerdings in der 12. Minute Karbachs Aufbauspieler Patrick Birkner zu Werke, der quasi mit Anlauf den Mayener Tom Stulla von den Beinen holte. Die frühe gelbe Karte war die Folge. Hätte Schiedsrichter Sören Müller (Oberneisen), wie von den zahlreichen Mayener Fans lautstark gefordert, Rot gezogen, wäre das zwar hart, aber durchaus zu vertreten gewesen.

Birkner hielt sich im weiteren Verlauf der Partie dann in der Abwehr deutlich zurück, was aber die Mayener nicht zu Torchancen in der ersten Hälfte nutzen konnte. Trainer Thomas Reuter hatte offensichtlich die Taktik ausgegeben, möglichst keine Karbacher Möglichkeit zum Torschuss zuzulassen. Und sein Team hielt sich daran, fing fast alle Angriffe der Hausherren gut 10 Meter vor dem eigenen Strafraum mit einer dichten Abwehrkette ab. Die Partie entwickelte sich damit eher zu einem zähen Mittelfeldkampf, die beiden Torhüter Kevin Michel bei Mayen und Lukas Schmitt im Karbacher Gehäuse kamen selten zu Ballberührungen.

So ging es auch in der zweiten Halbzeit weiter. Je länger das Spiel dauerte, umso mehr machte sich der Frust bei den Karbachern breit, die einfach kein spielerisches Mittel gegen das Abwehrbollwerk der Gäste fanden. Die Blau-Weißen rückten immer weiter auf, Mayen fand so vor dem Karbacher Tor einige Lücken, doch die Schüsse verfehlten den Kasten. Rund 25 Minuten vor Spielschluss musste Karbach seinen quirligen Angreifer Oscar Feilberg auswechseln, der sich bei einem Luftduell eine Platzwunde am Kopf zugezogen hatte. Für ihn kam Sebastian Platten ins Spiel, dem aber auch keine entscheidenden Impulse glückte. In den letzten fünf Minuten und in der dreiminütigen Nachspielzeit verfehlten Kapitän David Eberhardt zweimal und Torjäger Enrico Köppen einmal mit Kopfbällen knapp das Mayener Tor, so dass es beim torlosen Unentschieden blieb.

Mayen war damit vollauf zufrieden, Trainer Reuter lobte seine Mannschaft für die taktische Disziplin: "Wir wollten es Karbach schwer machen und das ist uns mehr als gelungen. Hätten wir noch ein Tor geschossen, wäre das vielleicht des Guten zuviel gewesen. Insgesamt war Karbach doch die stärkere Mannschaft.", so Thomas Reuter.

Blau-Weiß Coach Torsten Schmitt machte nach dem Spiel seinem Ärger Luft. Zwei Hauptgründe sah er für den Punktverlust: "So langsam habe ich kein Verständnis mehr für den schlechten Zustand unseres Platzes. Die Gegner kommen auf den Quintinsberg mit der Absicht, Tore zu verhindern. Das können sie auf diesem Geläuf natürlich viel besser, als wir mit unserem offensiven Kombinationsspiel. Da muss etwas passieren, wenn wir im Aufstiegskampf unsere Heimstärke nutzen wollen." Aber auch mit seiner Mannschaft haderte Schmitt: "Da haben mich heute doch einige Leistungsträger sehr enttäuscht, die zeitweise den Willen zum Kampf um den Aufstieg haben vermissen lassen. Gleich im ersten Spiel haben wir unseren Kapitän Marco Gietzen (Auslandssemester) vermisst, der uns bisher immer wieder mit seiner vorbildlichen Einstellung nach vorne getrieben hat. Daran müssen wir jetzt arbeiten."

Am kommenden Sonntag (29.03) hat das Karbacher Team die Chance, seinen Trainer wieder von der Spielstärke zu überzeugen. Im Heimspiel geht es dann um 14.30 Uhr gegen die SG Bad Breisig.

Text und Foto: Arno Boes

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.