Sina Ternis

6 000 Euro erbeutet und verspielt

VG Sankt Goar-Oberwesel. Sie hätten nur das Geld im Sinn gehabt, hätten es gebraucht, um ihre Spielsucht zu finanzieren. Weil sie zwei Angestellte des Bopparder Rewe-Marktes überfallen haben, verurteilte Richter Klaus Behrendt im Amtsgericht St. Goar zwei Jugendliche zu Jugendstrafen von drei Jahren und zehn Monaten beziehungsweise von zwei Jahren. Ihre "dilettantische Vorgehensweise" hatte den Polizeibeamten die Suche leicht gemacht. Das Geld war da allerdings schon weg - geschluckt von den Spielautomaten im Kreis.

Die beiden Täter, 19 und 20 Jahre alt, wissen, dass die Angestellten des Rewe-Marktes in Boppard gegen 22.15 Uhr mit den Tageseinnahmen aus dem Laden kommen - um das Geld zur Bank zu bringen. Also verabreden sie sich am 3. März dieses Jahres kurzerhand und fahren zum Rewe-Parkplatz. Einer streift sich schwarze Klamotten und eine Motorradmaske über, der andere soll den Fluchtwagen fahren. Das Pfefferspray soll nur "als Bedrohung" dienen. Sicherheitshalber. Als die beiden Mitarbeiter aus dem Markt kommen, fährt einer der beiden Angeklagten davon und parkt etwas abgelegen, während sein Kumpane zum Wagen der beiden Männer geht und versucht, dem Beifahrer das Geld zu entreißen. Als das nicht funktioniert, kommt das Pfefferspray zur Anwendung. "Im Affekt", wie der Angeklagte dem Jugendschöffengericht in St. Goar versichert. Der Angestellte reagiert geistesgegenwärtig und wirft den Geldbeutel seinem Kollegen zu. Doch auch der bekommt kurze Zeit später seine Ration Pfefferspray ab. "Da habe ich das Geldpaket weggeworfen. Aus Angst, dass noch etwas Schlimmeres passiert", schildert der Zeuge vor Gericht. Mit der Beute sprintet der Angeklagte schließlich zum Fluchtauto. "Als er angerannt kam, habe ich das Auto gestartet und bin dann ohne Licht um die Kurve gefahren", erklärt der Fahrer. 

Von Boppard geht die Fahrt weiter nach Bad Salzig, dort entsorgen die beiden Angeklagten den Beutel mit Klamotten und Pfefferspray im Rhein. Dann fahren sie nach Rheinböllen, teilen die Beute - genau 5915 Euro - gerecht auf und suchen anschließend eine Spielhalle auf. Beide geben vor Gericht an, spielsüchtig zu sein. Beide haben das Geld tatsächlich binnen kurzer Zeit ausgegeben. In erster Linie in Spielhallen, einer der Angeklagten habe aber auch Alkohol gekauft. 

Vor Gericht mussten sie sich wegen schweren Raubes verantworten. Bei einem der Angeklagten kam wegen der Anwendung des Pfeffersprays auch noch gefährliche Körperverletzung hinzu. "Die Tat hat gezeigt, dass sie ihr Gefängnisaufenthalt nicht beeindruckt hat", so die Staatsanwältin.

Wegen gefährlicher Körperverletzung hatte der Angeklagte bereits eine achtmonatige Jugendstrafe verbüßt, war wegen guter Führung vier Monate vor dem eigentlichen Ende entlassen worden. Der Raubüberfall fiel in die Zeit der Bewährung. Das Ergebnis: Eine Einheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten.

Der Fluchtfahrer, bisher noch nicht vorbestraft, kam mit einer zweijährigen Bewährungsstrafe davon. Er muss sich allerdings in eine stationäre Therapie begeben, um seine Spielsucht in den Griff zu bekommen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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Am Konzener Feuerbach wird Zukunft gebaut

Konzen. »Hier wird Zukunft gebaut!« Margareta Ritter strahlte mit der Herbstsonne um die Wette - dabei war es doch recht kühl am Konzener Feuerbach, als der Grundstein für die neue Kindertagesstätte gelegt wurde.Konzen (Fö). »Oft höre ich, dass die Städteregion viel Geld kostet. Aber wenn es um den Bau einer Kindertagesstätte geht, sind sich glücklicherweise alle einig.« Helmut Etschenberg lobte die schnellen Entscheidungen in den politischen Gremien von Stadt Monschau und im Haus der Städteregion, sodass schon im kommenden Sommer den Kleinsten aus Konzen und Umgebung eine neue Bildungseinrichtung zur Verfügung steht. »Eine Erweiterung hätte keinen Sinn gemacht - der Neubau ist richtig«, stellte der Städteregionsrat fest. Auch wenn es rund 3,5 Millionen Euro kosten wird.»Dörfer wie Konzen und Imgenbroich wachsen, da haben wir einen wichtigen Bildungsauftrag«, so Etschenberg weiter.»Eltern und Kinder - alle Konzener Familien sind sehr dankbar«, unterstrich Ortsvorsteher Matthias Steffens. »Wir bauen ein modernes Haus, in dem zeitgemäße Bildungsarbeit möglich ist«, versichert Bauamtsleiter Sander Lutterbach. So werde jede Gruppe mit eigener Be- und Entlüftung ausgestattet. Das Heizen mittels Blockheizkraftwerk und der Einsatz von LED-Beleuchtung seien selbstverständlich. »Ambitioniert« nennt Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter die Bauzeit bis zum kommenden Sommer - sieht die Arbeiten aber bei ortsansässigen Firmen in besten Händen.BetreuungszeitErzieherinnen, Pflegerinnen, therapeutisches Fachpersonal: »Das Team um Silke Bongard wird allen modernen Anforderungen gerecht«, stellt der neue Leiter des »Jugendamtes«, Sebastian Heinen fest. Die künftigen Betreuungszeiten von 7 bis 16.30 Uhr sollen einen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf leisten. »Das Familienzentrum ist Anlaufstelle für alle Monschauer Eltern«, so Heinen.Die StädteRegion Aachen ist Träger der Kindertageseinrichtung Konzen. Darin werden 100 Kinder im Alter von vier Monaten bis zum Schuleintritt betreut. Als zertifiziertes Familienzentrum NRW soll die Einrichtung zu einer Qualitätssteigerung in der frühkindlichen Bildung und Förderung beitragen, Eltern bei der Wahrnehmung ihrer Bildungs- und Erziehungsaufgabe stärken sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sichern. Das Raumprogramm wird den neuesten Empfehlungen des Landschaftsverbands Rheinland entsprechen und damit neben den Gruppen- Neben- und Abstellräumen unter anderem auch für die inklusive Betreuung einen Raum zur Differenzierung und therapeutischen Betreuung vorsehen. Alle Räume werden barrierefrei zugänglich sein.Die Freude über die neue Kindertagesstätte brachten die Kleinen in einem Lied zum Ausdruck: www.youtube.com/wochenspiegelliveAktuell ist das fünfgruppige Familienzentrum der StädteRegion in Konzen teilweise in Räumen der dortigen Grundschule untergebracht. Als Folge der Schulentwicklungsplanung der Stadt Monschau (Zusammenlegung der Grundschulen Imgenbroich und Konzen am Konzener Standort) stehen die zurzeit vom Familienzentrum im Gebäude der Grundschule genutzten Räume ab dem Schuljahr 2018/2019 nicht mehr zur Verfügung.»Hier wird Zukunft gebaut!« Margareta Ritter strahlte mit der Herbstsonne um die Wette - dabei war es doch recht kühl am Konzener Feuerbach, als der Grundstein für die neue Kindertagesstätte gelegt wurde.Konzen (Fö). »Oft höre ich, dass die…

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Erasmus-Plus-Projekt führt nach Norwegen

VG Traben-Trarbach. Am Gymnasium Traben-Trarbach ist mit Beginn des Schuljahrs auch das EU-geförderte Erasmus-Plus-Projekt gestartet, in dem diesmal die weiterführende Schule in Rørvik, Hauptort der Inselkommune Vikna an der Westküste Norwegens, die Partnerschule des zweijährigen, länderübegreifenden Projekts sein wird. Unter dem Titel „Regionale Spuren suchen – europäische Wege finden“ machen sich die Schüler des Gymnasiums und die der „Ytre Namdal videregående skole“ zwei Jahre lang auf die Suche nach ihren jeweils eigenen Wurzeln, nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden sowie nach Ideen und Visionen für ein Leben, in dem alle etwas voneinander lernen und sich so näher kommen können.    Die Themen für den Austausch fangen bei der Frage an, warum Norwegen kein Mitglied der EU ist und gehen zurück in die Zeit der deutschen Okkupation in Norwegen bzw. die des Nationalsozialismus in Traben-Trarbach. Weitere historisch relevante Themen sind die Auswanderungswellen nach Südamerika oder in die USA im 19. Jahrhundert. Ebenso sollen moderne Herausforderungen wie beispielsweise die aktuellen Migrationsbewegungen und die jeweiligen wirtschaftlichen Standbeine beider Orte beleuchtet werden. Denn was für Traben-Trarbach der Wein ist, ist für Rørvik der Fisch. Beides zusammen passt und verspricht darüber hinaus einen echten kulinarischen Zugewinn.   Doch von einem Austausch kann nur die Rede sein, wenn man in das Leben der anderen selber hautnah kennen gelernt hat. Daher ist das Projekt mit einigen Reisen verbunden. Mitte September waren bereits vier norwegische Lehrerinnen als Gäste eines Vorbereitungstreffens am Gymnasium in Traben-Trarbach. Im März wird es den entsprechenden Gegenbesuch nach Rørvik nördlich von Trondheim geben. Für die Schüler sind insgesamt vier Reisen vorgesehen – zwei für jede Schule. Wer mitfahren darf, das hängt, neben dem passenden Alter, vor allem vom jeweiligen Einsatz für das Projekt ab.    Die Jugendlichen müssen in ihren Schulen Workshops vorbereiten und mit den Gästen weitestgehend selbstständig durchführen und auswerten. Außerdem sollen mithilfe einer neu eingerichteten Homepage Zwischenergebnisse veröffentlicht und ausgetauscht werden können. Abschließend ist geplant, dass alle Ergebnisse des Erasmus-Projekts 2019 in einer großen Ausstellung zusammengeführt und einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden.   Mit dem Projekt wollen die Schulen den Verstehenshorizont für die jeweils andere Kultur erweitern und sowie die Entwicklung von Eigenverantwortlichkeit und Sprachkompetenz fördern. Darüber hinaus ist eine nachhaltige Freundschaft zwischen beiden Schulen und den Gemeinden ein weiteres wünschenswertes Ergebnis dieses Projekts. Foto: FF Am Gymnasium Traben-Trarbach ist mit Beginn des Schuljahrs auch das EU-geförderte Erasmus-Plus-Projekt gestartet, in dem diesmal die weiterführende Schule in Rørvik, Hauptort der Inselkommune Vikna an der Westküste Norwegens, die Partnerschule des…

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