Martina Greve

"Caritas und Seelsorge im Sozialraum": Resonanz übertrifft alle Erwartungen

Horath. Die Resonanz auf "Caritas und Seelsorge im Sozialraum", ein Projekt des Bistums und des Diözesan-Caritasverbandes Trier, übertrifft alle Erwartungen. Das zweijährige gemeinschaftliche Engagement in verschiedenen Wohngebieten findet vor Ort großen Anklang und eröffnet dort ganz neue Perspektiven. Die Projekte zeigen, dass es auf diesem Weg möglich ist, viel zu bewegen: Wichtig ist es, nah bei den Menschen und bei deren Sprache zu sein und zuzulassen, dass diese sich mit ihren Ideen einbringen. Dieses positive Fazit haben jetzt die Verantwortlichen bei der abschließenden Projektauswertung in Horath gezogen.

Sie nahmen noch einmal die ersten drei Projekte im Bistum Trier in den Blick: In Koblenz-Lützel, einem multikulturellen, von sozialen Problemen geprägten Stadtteil, hat sich das Pfarrzentrum zu einem überkonfessionellen Treffpunkt für Menschen jeden Alters gewandelt. In Eigeninitiative wurden bisher eine Nachbarschaftshilfe, regelmäßige Familiennachmittage und Angebote für Jugendliche und Senioren aufgebaut. In Mayen wurde die Tafel zu einem Ausgangspunkt für Beteiligung und Selbsthilfe der Kunden weiterentwickelt. Bürger erhalten hier nicht nur Nahrungsmittel, sondern im "Tafelcafé" Unterstützung und Perspektiven. Und im Trierer Stadtteil Mariahof wurde ein "Stadtteilbüro" aufgebaut. Die 3.200 Bürger des Stadtteils füllen ihren Stadtteiltreff selbst mit Leben.

Prälat Franz Josef Gebert, Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes, sieht in der Sozialraumorientierung eine Chance und sprach sich dafür aus, bei Verantwortlichen vor Ort für weitere Projekte zu werben. Dr. Michael Kneib, Leiter des Bereichs "Pastoral und Gesellschaft" im Bistum Trier, betonte die Bedeutung des diakonischen Handelns: "Da erfüllen wir selbstlos unseren Auftrag, für die Menschen, nicht nur für die Gläubigen, da zu sein." Solche Initiativen könnten aber nicht "verordnet" werden. Interessierte Partner ? auch über die Vernetzung von Caritas und Seelsorge hinaus ? müssten vielmehr unterstützt und begleitet werden. Laut Dr. Gundo Lames, Leiter des Bereichs "Ziele und Entwicklung" im Bistum Trier, ist es dabei wichtig, Menschen aus einem Schattendasein heraus zu helfen. Es  gelte, darin nicht eine "Rekrutierung" zu sehen, sondern vielmehr die Chance, sich als Kirche verständlich zu machen. Zentral sei, dass durch solche Initiativen den Menschen geholfen werde.

Auch in der Gremienarbeit seien neue Formen von Beteiligungen wichtig, warb Pastoraltheologe Prof. Dr. Martin Lörsch für die "Entdeckungsreise, dass Kirche erlebt wird als mitten unter den Leuten." Das Zusammenwirken von Caritas und Seelsorge mache auch den kirchlichen Mitarbeitern ihren Auftrag noch einmal bewusst, unterstrich Dr. Bernd Kettern, Stellvertretender Direktor des Diözesan-Caritasverbandes. Es gelte, "sich in die Welt hinein zu stellen" und sich nicht in Strukturen zu verrennen. Die Themen lägen dabei förmlich auf der Straße, sagte Dechant Matthias Veit aus Mayen. Er betonte, dass eine neue Gestalt von Kirche entstehe. Und Diakon Thomas Thomiczny glaubt, dass es eine Chance für die Kirche ist, wenn sie sich im Sozialraum neu aufstellt: "Dann sind wir genau da, wo uns Christus hinführen will ? bei den Menschen."

 

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