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De Denge, de Menge, de Senge

Manni kallt platt. „Jüpp de Seng“ ist Josefs Gattin. Auch im Hochdeutschen war es noch im 20. Jahrhundert nicht unüblich, dass Frauen vornehmerer Kreise von ihrem Gatten als „dem Meinen“ sprachen. „Des Menges, des Denges und dämm des Senges“ hat sich im Eifeler Platt nur länger gehalten.

„Präddichte halde“ (predigen), lässt Fritz Koenn den Brautvater Huppert (Hubert) sagen, „datt öss des Menges nett.“ Große Ansprachen zu halten, nein, das sei seine Sache nicht. „Ävve beijm Bubbele sich zweschendörch enne ze petsche“, lästern die Hochzeitsgäste, „datt öss des Senges wahl“: Also, sich während des Redens „einen“ (Schnaps) zu trinken, das sei Huberts Sache wohl.

„De Denge onn de Menge unn dämm de Senge, die kann me mömm Köerdche zesammebönge“, heißt es im Kinderreim, wobei des Dichters Höflichkeit verschweigt, was denn da mit einem Kördelchen zusammengebunden werden soll . . .

„Liss de Senge ös Isebähne, Jüpp de Seng hät sich dedörch jemaht“: Elisabeths Gatte, der „Ihrige“, ist bei der Eisenbahn beschäftigt, Josefs Ehefrau, also die „Seinige“, ist davongelaufen. Wer schnell Platt spricht, speziell viel mit auf „ng“ endenden Wörtern um sich wirft, kann angeblich leicht für einen Chinesen gehalten werden: „Schang jäng! Dohn deng Schluffe ahn unn breng meng Schohn, de Sonn scheng att schönn.“

Dieser Satz soll der erste gewesen sein, den Christopher Kolumbus 1492 in Amerika aufgeschnappt hat. Und zwar von Eifeler „Muusfallekrömere“ (Mausefallenhändler) und Steinguthändlern, die lange vor ihm und den Wikingern in der neuen Welt gelandet sein sollen, um ihre Ware den Indianern anzubieten.

Als Kolumbus ihre exotische Eifelsprache hörte, kam sie ihm aus Asien bekannt vor, behauptet der Schriftsteller Peter Kremer in seinen „Eifelschnurren“. Deshalb glaubte er Zeit Lebens, er habe den neuen Seeweg nach China entdeckt . . .

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