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Pastuesch Köh, Lehresch Köng

Manni kallt platt. Eifeler sind per se skeptisch und bestimmten Berufs- und Menschengruppen gegenüber voller Pauschalurteile, wie es scheint. Zum Beispiel Schmieden und Schuhmachern gegenüber: „Schmots Päerd unn Schohmeichers Wief john barfößig“.

Das war vermutlich nicht einmal ein böses Vorurteil, sondern Resultat eigener Beobachtungen. Dorfschmied und Schuster waren offensichtlich in früheren Zeiten so mit der Reparatur des Schuhwerks beziehungsweise Hufbeschlags anderer Leute und anderer Leute Pferden beschäftigt, dass sie gar keine Zeit fanden, für die eigene Familie zu arbeiten, die Schuhe ihrer Frauen und Kinder neu zu besohlen und mit Nägeln zu versehen oder das eigene Pferd zu beschlagen.

Noch harscher ging der Volksmund früher mit Lehrern und Pastören zu Gericht: „Lehresch Köngde unn Pastuesch Köh jeroode nett.“ Mit anderen Worten: Kinder von Lehrern sind schlecht erzogen und die Kühe der Pfarrherren, die früher das Kirchenland noch selbst bewirtschafteten, stachen nicht durch Milchleistung und Fleischqualität hervor. Was natürlich implizieren sollte, dass Theologen nichts von Ackerbau und Viehzucht und Pädagogen nichts von Kindererziehung verstehen.

Unter dem Strich sagen diese pauschalen Gemeinheiten allerdings etwas sehr Versöhnliches aus: Wer anderen gute Ratschläge geben oder auch tatsächlich helfen kann, der ist noch lange nicht in der Lage, im eigenen Laden Ordnung zu schaffen. Oder anders rum: Manchmal kann man anderen eher helfen als sich selbst. Oder auch: Jeder muss erkennen und selbst lernen, sich auch mal helfen zu lassen.

Das gilt natürlich nicht für echte Faulenzer („Fuhlhööf, fuhl Söu“), die schon vom Naturell her gar nicht anpacken und helfen wollen, sondern tatenlos zuschauen, was sich im wahren Leben so alles abspielt, die sprichwörtlich „de Ärbeet söhke unn zo Jott bödde, datt se kenn fönge.“

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