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Schäpp De, Dures

Manni kallt platt. „Schauß“, „Schaaf“ unn „Schäpp“ sind Wortkreationen ohne erkennbare Verwandtschaft mit hochdeutschen Vokabeln. Gemeint sind die Schublade, der Schrank und das Schöpfgefäß, beziehungsweise das Schöpfen selbst. „Schäpp De, Dures“ ist die Aufforderung an einen Tischgenossen namens Theodor, sich reichlich Kartoffeln, Fleisch und Gemüse auf den Teller zu tun.

„En Schäpp“, wörtlich in etwa „eine Schöpf(kell)e“, wird auch „der Liter“ genannt, mit dem die Bäuerinnen beim Abhof-Verkauf die Milch in die „Kännche“ ihrer Kundinnen schöpfen. Ganz speziell sind „Maahschäpp“, ein eimerförmiges Schöpfgefäß aus Zink mit langem Holzstiehl dran zum Schöpfen der „Maah“ aus der Jauchegrube („Maahpassäng“), und die „Haafeschepp“ zum Abmessen des gequetschten Getreides für Arbeitspferde und Rinder. Auf dem Bauernhof meiner Kindheit lag ein Stahlhelm als „Schäpp“ und Maß en de „Haferkess“ (Haferkiste).

Schaaf und Schauß, gehören zusammen, denn speziell „et Köcheschaaf“ (Küchenschrank) verfügt meistens über eine ganze Reihe von Schubladen (Schauße). In einem befindet sich „et Besteck“, hinter zwei Flügeltüren meist „dä Posteleng“ (Porzellan) und in einem „et Schäußje“ genannten Geheimfach alles mögliche „Jeknömmels“.

„Do kann me drenn kroose unn sööke“, schreibt Fritz Koenn, „ohne jet ze fönge“. Bei uns zu Hause befanden sich „em Schäußje“ unter anderem Muttern, Schrauben, Heftzwecken, Bindefadenstücke unterschiedlicher Länge, Hosen- und Hemdknöpfe, abgebrochene „Kniepchen“, ein Stück Schraubenzieher, aktuelle Pfennigstücke und Groschen von vor der Währungsreform, eine abgelegte Graue-Star-Brille meiner Oma, dreiviertelleere „Schohnswichs-Dösje“, kleine Nägelchen, Holzstifte, Ventilgummi und eine Handvoll „Kneggele“ und „Marmelle“ (Murmeln).

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Bühne frei für die Künstler von morgen

Höfen. Spaßig, bunt und unterhaltsam sollen sie werden, die zehnten Schultheatertage, an denen sich 46 Bildungseinrichtungen aus den Kreisen Heinsberg und Düren sowie der Städteregion Aachen beteiligen.Eifel (Fö). Spaßig, bunt und unterhaltsam war auch die Präsentation des Programms im Aachener Grenzlandtheater. Und das lag nicht am gut aufgelegten Intendanten Uwe Brandt, sondern an Judith Okon. Die 16-jährige Schülerin aus Aachen moderierte die Programmvorstellung derart professionell, das selbst gestandene Politiker ins Schwärmen gerieten.Getreu dem Motto »Raus aus dem Klassenzimmer, rauf auf die Bühne« findet die zehnte Auflage der Schultheatertage statt. Und genau dieses Motto lebt Judith Okon, die nicht erst durch ein Berufspraktikum am »Theater 99« für die Schauspielerei Feuer und Flamme ist.Etwa 1000 Schüler aller Altersklassen und aus allen Schulformen werden mit 46 Aufführungen die Bühnen der Theaterhäuser in der Region stürmen und mit ihren eigenen Produktionen ein großes Publikum beeindrucken. »Wir erwarten etwa 5000 Gäste«, hofft Jutta Kroehnert von der Aachener Kultur- und Theaterinitiative (AKuT).Unterstützt werden die Kinder und Jugendlichen dabei nicht nur von ihren Lehrern, sondern auch von professionellen Theaterleuten aus der Region. Theaterpädagogen, Schauspieler, Regisseure, Kostüm- und Bühnenbilder und Tänzer stellen ihr Wissen und Können in den Dienst der jungen »Nachwuchskünstler«.»Ihr habt die Chance, aktiv an euren eigenen Stücken zu arbeiten und sie später vor einem großen Publikum aufzuführen. Dazu gehört dann natürlich auch eine professionelle Bühne, wie auch das richtige Bühnenbild, Kostüm und Schminke«, appeliiert Judith Okon an viele Gleichaltrige, die große Bühne zu betreten.Förderung von Kompetenzen»Im Übrigen fördert das sogar persönliche, soziale, emotionale und kulturelle Kompetenzen«, unterstreicht Uwe Brandt, Intendant des Grenzlandtheaters Aachen. »Auch im digitalen Zeitalter ist Theater und Schauspiel immer noch Handarbeit. Sie ist die ursprünglichste Unterhaltungsform - zappen wie am Fernseher oder klicken an PC oder Smartphone geht hier nicht«, stellt Brandt klar. Das Publikum müsse sich mit dem Stück und den Darstellern auseinandersetzen. »Und wir bewegen etwas - bei Schauspielern wie Publikum«, ist Brandt stolz.Kulturelle Vielfalt in den Schulen»Uns wurde so etwas in unserer Schulzeit nicht geboten«, bedauert Georg Beyß, Kreisdirektor des Kreises Düren, der zum dritten Mal an den Schultheatertagen teilnimmt. Als Neuzugang beteiligt sich erstmals auch der Kreis Heinsberg. »Solch außerschulische Lernorte sind wertvoll für unsere Schüler«, freut sich der stellvertretende Städteregionsrat Axel Wirtz über das Engagement an Schulen und Theatern. »Die kulturelle Vielfalt ist wichtig für unsere gesellschaftliche Entwicklung. Und auf der Bühne kann man das vorleben.«Wer teilnimmt, stellt eine eigene Theaterproduktion auf die Beine. Für die Kinder und Jugendlichen in den Schulen bedeutet das nun: Kulissen bauen, Kostüme schneidern, proben und mit ihren eigenen Produktionen ein großes Publikum beeindrucken. Aufgeführt wird schließlich auf einer »richtigen« professionellen Bühne mit allem, was dazugehört. Der Eintritt zu allen Produktionen ist frei.Das Programmheft zu den zehnten Schultheatertagen gibt es in allen Rathäusern, Schulen und Geschäftsstellen der Sparkasse Aachen. Zum Download liegt es bereit auf www.schultheatertage.euGymnasium und GrundschuleMit zwei Aufführungen beteiligt sich auch die Eifel an den Schultheatertagen:Freitag, 4. Mai, 11 Uhr - Aula des St. Michael-Gymnasiums Monschau: »Die Vogelhochzeit« nach Rolf Zuckowski - präsentiert von der Katholischen Grundschule Höfen-MützenichMittwoch, 20. Juni, 18 Uhr - Space im Ludwig Forum Aachen: »Die Kleinbürgerhochzeit« präsentiert vom St. Michael-Gymnasium Monschau Spaßig, bunt und unterhaltsam sollen sie werden, die zehnten Schultheatertage, an denen sich 46 Bildungseinrichtungen aus den Kreisen Heinsberg und Düren sowie der Städteregion Aachen beteiligen.Eifel (Fö). Spaßig, bunt und unterhaltsam war…

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