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Waidmanns Heil

Manni kallt platt. Obschon Eifeler Freischütze selten von Gewissensbissen („schlaech Jewösse“) geplagt waren, soll es vorkommen, dass ein Eheweib ihren wildernden Gatten in den Beichtstuhl („Bichstohl“, scherzhaft „Pastuhr se Wochenendhüsje“) drängt.

Bei der Beichte („Bich“) ging es meist um nicht vatikankonforme Familienplanung („Oppasse“), aber auch mancher Sonntagsbraten war der Meldung beim Allerhöchsten („Herrjott“) wert. Fatal, wenn „Pastuhr“ selbst Jäger war, wenn auch einer der legalen Sorte - so jagdfieberte er doch mit dem Pönitenten.

„Mein Name ist Schmitz, ich bin 43 Jahre, meine letzte Beichte war Ostern, und folgendes sind meine Sünden“, begann das Beichtkind: „Ich habe dem Wild nachgestellt, einmal die Woche.“ Das war etwa auch die „Schlagzahl“ des Pastors.

Doch nicht die Pirschgänge zählten, sondern die Abschüsse. Also fragt der Priester: „Hast Du denn schon mal einen Bock geschossen?“ „Ömm ihrlich zo sin“, machte der reuige Sünder eine Pause: „Demletz häv ich bahl (fast) enne jeschausse“. „Wie fast erwischt?“, fragt der Don Camillo ungeduldig.

„Ich hocke em Fonkebösch hönget nem Boom un kicke en de Jäjend erömm. Dä! Enne staatse (prächtiger) Bock tret op de Lichtung. Ene Kapitalbock. En Ührem janze Lövve hatt e noch net su ne Bock jesehn.“ Der Pfarrer vergaß zu atmen: „Nu verzäll vöran! Du hast natürlich sofort geschossen?“

Hat der Wilderer nicht. Er schildert, wie er zielt und zielt, wartet und wartet, am Ende muss er nießen – und der Bock ist „fott“. Wie aus der Kugel geschossen. Der Beichtvater war außer sich: „Mein Jott, su ne Jeck. Dräht der Bock ömm de Sitt (Flanke) hen, et sauberste Blatt, – unn dann schüß der mötledije Mensch net . . .“

Am Ende fällt die Buße mild aus: „Bete drei Ave Maria - und geh vor Weihnachten nicht mehr jagen“. Es war der 23. Dezember.

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