Menschen aus der Region

Eine Stadt, eine Kommune, ein Ort lebt von den Menschen, die dort wohnen. Und viele haben etwas zu erzählen: Ein besonderes Hobby, ein ergreifendes Schicksal oder eine scheinbare Belanglosigkeit, die auf großes Interesse stößt. Der WochenSpiegel zeigt Ihnen die „Köpfe“, die unsere Region so lebens- und liebenswert machen…

Ein neues Leben fern der Heimat

Eicherscheid. »Ein Freund aus Spanien hat seine korenische Frau geheiratet, auf traditionelle Art. Das war sehr bunt und fröhlich. Eine beeindruckende Zeremonie, die mich im Juni nun auch erwartet.« Und Mario Rüttgers freut sich schon darauf. Eicherscheid (Fö). Natürlich, weil er seine Frau Mira, mit der er seit Sommer standesamtlich verheiratet ist, nun auch zeremoniell sein Ja-Wort geben kann. Aber besonders, weil seine Familie und viele Freunde den gebürtigen Eicherscheider in seiner neuen koreanischen Heimat besuchen werden. Drei Jahre wird der 32-Jährige dann schon auf der koreanischen Halbinsel leben. Zunächst für 18 Monate in Gwangju an der Westküste, nun in Pohang ganz im Osten des Landes. Aktuell macht er seinen Master in Maschinenbau. Das Abenteuer von fernen Ländern und Kulturen ist dabei fast schon nichts Neues für Mario Rüttgers. Er reiste durch Südamerika, studierte dort und in China und lebt eben nun in Korea - mit Ehefrau Mira und Tochter Nara. »In Korea spielt das Alter eine sehr große Rolle«, hat Rüttgers festgestellt. In der Sprache gibt es mehr als acht Formalitäts- und Höflichkeitsstufen. Man verwendet dann zum Beispiel im Gespräch mit Älteren eine ganz andere Grammatik. Und in der U-Bahn werden speziell Plätze für Senioren bereitgehalten. Rüttgers: »Da setzt sich kein junger Mensch hin - das ist wirklich beeindruckend.« Auch der Einfluss der Großeltern auf die Kindeserziehung sei größer als in Deutschland. »Wir haben aber eine gesunde Mischung für unsere Nara gefunden«, lacht Rüttgers und ist dankbar, dass seine Schwiegereltern viel Verständnis für den Europäer aufbringen. Alter statt Leistung »Auch auf der Arbeit gilt das Altersprinzip und nicht wie bei uns die Leistung.« Leider wirke sich das auch auf den Fußball aus, erklärt Rüttgers. »Wenn wir Studenten gegen Teams mit älteren Spielern spielten, sind für die andere Mannschaft Regeln wie Abseits einfach wegefallen. Damit kann ich mich bis heute nicht abfinden«, zeigt der Eifeler Unverständnis. »In alteingesessenen Firmen gilt das Prinzip: Befehlen und gehorchen«, weiß Rüttgers. Er selbst ist für einen westlich geprägten Professor tätig und hat daher Glück. Mit gerade einmal sieben Tagen Jahresurlaub muss er nicht auskommen. Dagegen gefällt Rüttgers das Freizeitverhalten vieler Koreaner. »Am Wochenende geht es zum Wandern und Bergsteigern. Der 32-Jährige selbst fährt gerne Rad. »Es gibt hier ein Intercity-Fahrradwegenetz durch das ganze Land.« Von seinem Sprachkurs in Gwangju hat er 300 Kilometer zu Freundin Mira nach Pohang zurück gelegt. Im Februar 2016 hat er die Westküste 900 Kilometer lang beradelt und im August 2016 war ein alter Schulfreund zu Gast - Sebastian Milz aus Huppenbroich. Mit ihm ist er von Seoul nach Busan gefahren (ca. 700 km). »Ein tolles Erlebnis für uns Beide!« Von einer Selbstverständlichkeit in Korea träumen viele Eifeler: »Bei Internetkonnektivität und –geschwindigkeit ist Korea weltweit führend«, weiß Rüttgers. Ständig bringe Samsung neue »smarte« Produkte auf den Markt. »Einkaufen gehen wir nur als Freizeitbeschäftigung - Lebensnotwendiges wird online bestellt.« Familie zu Besuch Als Eltern und Schwestern im Sommer zu Besuch waren, genoss es der Neu-Koreaner aber auch, seiner Familie das traditionelle Korea zu präsentieren. Und das werden sie auch bei der Hochzeit im Juni kunterbunt und lebensfroh erfahren. »Dann wird auf dem Boden geschlafen, gefeiert und gereist - ganz traditionell eben«, sehnt Mario Rüttgers dem großen Tag und vielen schönen Begegnungen entgegen.»Ein Freund aus Spanien hat seine korenische Frau geheiratet, auf traditionelle Art. Das war sehr bunt und fröhlich. Eine beeindruckende Zeremonie, die mich im Juni nun auch erwartet.« Und Mario Rüttgers freut sich schon darauf. Eicherscheid (Fö).…

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»101 ist mein neues Projekt«

Monschau. Auf 100 Jahre Leben kann Elisabeth Steinröx zurückblicken und feierte diesen besonderen Geburtstag im Monschauer Maria-Hilf-Stift. Doch müde ist die rüstige Rentnerin noch lange nicht... Monschau (AJ). Elli Steinröx wurde am 21.01.1918 in Würselen geboren und wuchs mit acht Geschwistern auf. In Würselen besuchte sie die Volksschule. »Ich wäre gerne auf ein Gymnasium gegangen, das war damals allerdings finanziell sehr schwierig«, berichtet die 100-jährige. Ihre große Leidenschaft, die Handarbeit machte Elli Steinröx schließlich zum Beruf und war als Damenschneiderin tätig. 1938 heiratete sie ihren Mann Victor Steinröx, der lange Zeit als Kriegsgefangener in Afrika und Texas war. Durch den Krieg war Elli einige Zeit alleinerziehend. »Als mein Mann 1947 zurück kam, wurde das Leben ganz anders. Er kam nach Hause und hatte plötzlich Frau und ein Kind, das bereits zur Schule ging. Das war für ihn und für mich eine große Umstellung«. Elli Steinröx blickt auf 100 Jahre zurück, in denen sie viele Dinge erlebt hat, die die meisten Menschen nur aus den Geschichtsbüchern und Anekdoten kennen. »Der schönste Moment in meinem Leben war, als ich meinen Mann Victor kennen lernte. Man fühlte sich direkt zusammen, das war die große Liebe, die ich erfahren durfte. Als ich ihn kennenlernte, hatte ich direkt Interesse«, berichtet Elli stolz. Endloser Urlaub im Maria-Hilf-Stift Seit September 2016 lebt Elli nun im Seniorenzentrum »Maria-Hilf-Stift« in Monschau und empfindet ihr derzeitiges Umfeld als endlosen Urlaub. »Als mein Mutter ins Heim kam und wir ein Zimmer für sie aussuchten, dauerte die ihre Wahl nicht lange. Das erste Zimmer, das sie sich anguckte lag mit Blickrichtung auf die kleine Kapelle im unteren Heidgen. Dieser Ausblick auf die Felswand, mit der Kapelle und dem schmalen Weg nach Monschau, hat sie an unseren Urlaub in Österreich erinnert, wo wir früher jedes Jahr hinfuhren. Der Ausblick ist beinah identisch. Hier ist es wie im Urlaub, sagte meine Mutter damals«, berichtet der Sohn der Jubilarin, Bruno Steinröx. »Das Heim ist wirklich sehr schön. Besonders die Kirche und der Ausblick gefällt mir sehr gut. Es erinnert mich täglich an all die schönen Urlaube, die ich mit meiner Familie in Österreich verbrachte«, berichtet Elli Steinröx. Vor Freude kaum zu halten Zur Feier des Tages konnte das Geburtstagskind ganz besondere Gäste willkommen heißen. Bürgermeisterin Margareta Ritter, Georg Kaulen (Ortsvorsteher Monschau), Pastor Christoph Weber, Peter Weber (Orstvorsteher Imgenbroich) und Christiane Karl (stellvertretende Städteregionsrätin) ließen es sich nicht nehmen, ihr an ihrem großen Tag persönlich zu gratulieren. Pastor Christoph Weber rührte die 100-jährige mit lieben Worten und Wünschen zu Tränen. »Frau Steinröx ist noch sehr fit«, sagte Georg Kaulen, nachdem die zu Ehrende zu einem Geburtstagsständchen begann zu tanzen und zu singen, wobei sie kaum zu bremsen war. Mit zahlreichen Gästen verbrachte das 100-jährige Geburtstagskind einige schöne Stunden. Die Freude über die vielen Gäste sah man Elli Steinröx an, so kam sie aus dem Lachen und Feiern gar nicht mehr heraus. »Die 101 wird das nächste Projekt«, blickt Elli Steinröx voller Lebensfreude in die Zukunft.Auf 100 Jahre Leben kann Elisabeth Steinröx zurückblicken und feierte diesen besonderen Geburtstag im Monschauer Maria-Hilf-Stift. Doch müde ist die rüstige Rentnerin noch lange nicht... Monschau (AJ). Elli Steinröx wurde am 21.01.1918 in Würselen…

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Otto Stollenwerk erhält Verkehrswacht-Ehrenvorsitz

Steckenborn. »Da war ich wohl besonders hartnäckig - aber es war ja für eine gute Sache.« Otto Stollenwerk erinnert sich an das Jahr 1993, als er 76 neue Mitglieder für die Verkehrswacht Monschau warb. Steckenborn (Fö). Ihn zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen, stand für die Mitglieder der Verkehrswacht Monschau außer Frage. Schließlich war und ist Otto Stollenwerk das Aushängeschild der Institution, für die er sich vier Jahrzehnte außerordentlich eingesetzt hat. Der engagierte Rentner aus Steckenborn stand der Verkehrswacht 27 Jahren vor und ist auch heute noch immer vor Ort, wenn es um Sicherheit im Straßenverkehr geht. »Rund 400 Stunden opferte ich jährlich für die Verkehrswacht«, rechnet der 84-Jährige vor. Die Leitung hat er im Vorjahr an Margareta Ritter übergeben, sein Herz hängt aber immer noch am Verein, der sich nicht nur für die Sicherheit im Straßenverkehr engagiert. Grenzenloses Engagement Das war auch in der Feierstunde zu spüren, die jetzt zum Dank an den neuen Ehrenvorsitzenden, Otto Stollenwerk, in der Steckenborner Gaststätte stattfand. Rund 40 Gäste waren gekommen - Freunde, Familie, langjährige Weggefährte. So aus den Kommunen, in denen die Verkehrswacht Monschau tätig ist; vom Truppenübungsplatz Elsenborn, wo Otto Stollenwerk viele Fahrsicherheits-Übungen organiserte oder aber Victor Neels, der ehemalige Kommandant der belgischen Streitkräfte auf Vogelsang. 1976 übernahm Otto Stollenwerk die Leitung von Verkehrswacht-Gründer Peter Groten. Seither führt die Verkehrswacht Aktionen wie »Brems Dich« zum Schuljahresbeginn durch, stattet die I-Dötzchen mit Sicherheitswesten aus, bietet an den Grundschulen Radfahrtraining samt Prüfung der Jugendverkehrsschule an. Nachdem die Verkehrswacht sich seit 1976 beim Tag der Offenen Tür im Camp Vogelsang beteiligte, ist bis heute ein Kontakt zwischen Otto Stollenwerk und dem damaligen Kommandanten, Viktor Neels, freundscahftlich bestehen geblieben. Von 1982 pflegte die Verkehrswacht Kontakte zum Camp Elsenborn, sie beteiligte sich an Ausstellungstagen; Erlöse kamen sozialen Einrichtungen zugute. Förderschulen und Förderkindergärten in Bütgenbach wurden unterstützt. »Jeder Verkehrstote und jeder Verletzte im Straßenverkehr ist einer zuviel«, unterstreicht Stollenwerk seine stetige Motivation, sich für die Verkehrswacht zu engagieren. Und so sind die Ehrenamtler auch etwa auf dem Monschauer Wirtschaftstag präsent, um zu zeigen, dass man in einem Fahrradparcours seine Geschicklichkeit unter Beweis stellen kann, während nebenan mittels Gurtschlitten demonstriert wird, wie gefährlich es ist, wenn Kinder oder Erwachsene im Auto nicht angeschnallt sind. Otto Stollenwerk weiß, dass es immer nur im Team geht und ging, ehrenamtlich etwas zu bewirken. Und so wurde nicht nur er für 40-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. 76 Menschen hatte er vor 25 Jahren überzeugen können, sich aktiv oder finanziell unterstützend für die gute Sache einzusetzen. »Da war ich wohl besonders hartnäckig«, schmunzelt Stollenwerk. Weitere Infos zu Aktionen, Projekten und Leistungen der Verkehrswacht Monschau 1954 e.V. gibt es im Internet unter www.verkehrswacht-monschau.de»Da war ich wohl besonders hartnäckig - aber es war ja für eine gute Sache.« Otto Stollenwerk erinnert sich an das Jahr 1993, als er 76 neue Mitglieder für die Verkehrswacht Monschau warb. Steckenborn (Fö). Ihn zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen,…

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