Katja Thönnes

Amtsgericht verurteilt transsexuelle Serieneinbrecherin

Cochem. Es ist ein Aufsehen erregender Prozess, der vergangene Woche am Amtsgericht Cochem endet: Die transsexuelle Serieneinbrecherin Sandra R. (Name geändert) wird zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Der Vorsitzende Richter Wilfried Johann bescheinigt der Verurteilten eine "hohe kriminelle Energie", betont jedoch auch, dass das Leben für Sandra R. "eine Tragödie sein muss".

Rund zehn Verhandlungstage beschäftigte sich das Amtsgericht mit dem Fall. Zahlreiche Zeugen mussten geladen werden, weil die Angeklagte jede Mithilfe an der Aufklärung der über 30 Taten verweigerte. Gleich zu Beginn hatte Sandra R. ihren Standpunkt klar gemacht: "Ich sage gar nichts." Daran hatte sie sich auch gehalten.  Am vorletzten Verhandlungstag äußerte sich die Angeklagte in einem Brief, den ihre Verteidigerin verlas. Darin monierte sie unter anderem die "schlampige Polizeiarbeit" und das "einseitige Ermittlungsverfahren" (wir berichteten).Die Lebensgeschichte von Sandra R. ließ der Vorsitzende Richter Johann als einzigen strafmildernden Grund gelten. "Das Leben ist für Sie eine reine Tragödie", sagte er in seiner Urteilsbegründung, "sie befinden sich in einem Körper, den sie nicht annehmen." Nicht zu verkennen sei jedoch, dass es sich bei Sandra R. um eine "reisende Einbrecherin" handele: Am 13. April 2011 hatte das Amtsgericht Bitburg die mehrfach Vorbestrafte zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Nur wenige Tage später soll sie den nächsten Einbruch verübt haben. Insgesamt befand das Schöffengericht am Amtsgericht Cochem die 51-Jährige in fünf Fällen der rund 30 Fälle für schuldig. "Es gibt keinen Zweifel, dass sie dafür verantwortlich sind", so der Vorsitzende Richter. Vor allem das Tatwerkzeug, dass bei Sandra R.s Festnahme sichergestellt wurde, konnte diesen fünf Einbrüchen zugeordnet werden. Bei den restlichen Fällen sprach zwar vieles dafür, dass sie ebenfalls auf das Konto der Serieneinbrecherin gingen, dennoch  fehlten die zweifelsfreien Beweise. Daher erging für die restlichen Anklagepunkte Freispruch. Offen bleibt die Frage, ob die Transsexuelle ihre Strafe in einer Vollzugsanstalt für Frauen verbüßen darf. Zuletzt hatte sie die Bedingungen in der Haftanstalt für Männer als Mobbing bezeichnet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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