Christian Thielen

"Falsche Identität": 10 Monate Haft

Cochem. Ein 27-jähriger Nigerianer gab sich jahrelang als Sudanese aus, um sich einen Aufenthalt in Deutschland zu erschleichen. Nun musste er sich vor dem Cochemer Amtsgericht verantworten.

Seit dem Jahr 2003 täuschte er die Behörden. Im März 2003 ließ sich der damals 18-Jährige von Nigeria nach Deutschland schleusen. Bei der Kreisverwaltung Cochem-Zell stellte er einen Asylantrag, behauptete dabei jedoch er komme aus dem vom Bürgerkrieg heimgesuchten Land Sudan. Die Kreisverwaltung lehnte den Antrag  auf Grund von fehlenden Papieren ab. Zur Abschiebung des jungen Mannes kam es jedoch nicht:  Wegen Drogenhandels "reiste" der Nigerianer zunächst für vier Jahre ins Gefängnis. Erst nach seiner Haft offenbarte der jetzt 27-Jährige seine wahre Identität und legte den Behörden seinen nigerianischen Pass vor. Amtsrichter Wilfried Johann verurteilte den geständigen Angeklagten nun zu zehn Monaten Haft wegen Verstoßes gegen das Aufenthaltsrecht. Eine Abschiebung droht dem Asylbewerber derweil nicht mehr: Er hat ein Kind zusammen mit einer deutschen Frau aus Koblenz.

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