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Hausärzte verzweifelt gesucht

Cochem. Aktuell ist die ärztliche Versorgung in der Verbandsgemeinde Cochem noch - gemäß aller Kennzahlen - gewährleistet, aber in wenigen Jahren könnte es prekär werden. "In zehn Jahren müssen wir mit einer Halbierung der Arztzahlen rechnen", so Dr. Gabriele Müller de Cornejo, Allgemeinmedizinerin aus Bruttig-Fankel.

Aktuell sind im Bereich Cochem 38,5 Ärzte niedergelassen - allerdings sind 50 Prozent schon älter als 60 Jahre. In den meisten Fällen ist im Moment keine Nachfolge in Sicht. Diese Ausgangssituation war der Anlass für Matthias Schanen, Wirtschaftsförderer der VG Cochem, einen Infoabend mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) zu organisieren, um Möglichkeiten vorzustellen, Ärzte für den ländlichen Raum zu begeistern.

Harald Allmendinger von der KV Rheinland-Pfalz stellte verschiedene Fördermöglichkeiten vor, die beispielsweise die ambulante Weiterbildung in der Arztausbildung für maximal 42 Monate mit 4.800 Euro fördert oder bei der Anstellung eines Allgemeinmediziners über 60 Monate einen Zuschuss von 1.000 Euro gewährt. Ein Praxisbeispiel lieferte Dr. Carsten Schnieder, der in Daun zusammen mit seiner Frau Ina ein Hausärztliches Versorgungszenmtrum (HVZ) führt. "Sie müssen den schönsten Arbeitsplatz anbieten, um Kolleginnen und Kollegen zu begeistern. Das geht über Wunscharbeitszeiten und die Möglichkeit der Anstellung", fasste er seinen Ansatz zusammen. Zurzeit arbeiten in seinem HVZ sieben Ärzte. Zudem gibt es in der Weiterbildung Absprachen mit den Krankenhäusern in Daun und Gerolstein. 

Foto: Pauly

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