Christian Thielen

Rasender Schornsteinfeger muss Führerschein abgeben

Cochem. Richtig Dampf aufs Auspuffrohr seines Motorrades gab offenbar ein Bezirksschornsteinfeger-Meister bei einem Ausflug an die Mosel. Die kurvenreiche Panoramastraße hatte sich der 43-Jährige aus Recklinghausen dafür ausgesucht.

Nur hatte der offensichtliche  "Geschwindigkeitsfanatiker" nicht mit der Polizei gerechnet, die die Panoramastraße vermehrt überwacht. Grund: Regelmäßig kommt es auf der Strecke zu schweren Verkehrsunfällen. Zahlreiche Menschen verloren in den vergangenen Jahren ihr Leben zwischen Faid und Cochem-Sehl. Deshalb wurde dort bereits die Höchstgeschwindigkeit für Motorräder auf 50 km/h reduziert. Da sich viele nicht daran halten, finden verstärkte Kontrollen statt. In eine solche "tappte" auch der 43-jährige Bezirksschornsteinfeger. Mit mehr als 130 km/h wurde er "geblitzt" - eine Überschreitung von 80 Stundenkilometern. Wenige  Tage später flatterte dem Mann dann die "Quittung" dafür ins Haus: ein Bußgeldbescheid der Kreisverwaltung Cochem-Zell über 600 Euro und drei Monate Fahrverbot. Gegen diesen Bescheid ging der Mann vor und musste sich am Montag vor dem Amtsgericht Cochem verantworten. Sein Verteidiger argumentierte, dass der selbständige Schornsteinfeger nicht drei Monate auf seinen Führerschein verzichten könne, da er sonst seine Firma "dicht machen" müsse. Dies machte bei Richter Wilfried Johann wenig Eindruck: "Dann müssen Sie eben einen Fahrer einstellen". Der Richter ging noch weiter. "Wer dort so schnell unterwegs ist, tut dies mit Vorsatz." Er habe das Schild mit der Geschwindigkeitsbegrenzung nicht gesehen, so der 43-Jährige. "Wer diese beiden Schilder nicht sieht, darf am Straßenverkehr nicht teilnehmen", entgegnete Johann. Der Unternehmer hat nun vier Monate Zeit, sich um einen Fahrer zu kümmern. Der "Ofen ist also vorerst aus."

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