Christian Thielen

"Skimming"-Bande: Letztes Mitglied muss in Haft

Cochem. Eine rumänische Bande hatte im Jahr 2009 den Geldautomaten der Cochemer Volksbank/Raiffeisenbank auf dem Markt manipuliert und bei über 50 Kunden die Konten leer geräumt (wir berichteten). Nun musste sich auch das letzte Mitglied der vierköpfigen Gang vor dem Koblenzer Landgericht verantworten.

Insgesamt 120 000 Euro hatten die vier Rumänen von Cochemer Bankkunden abgezockt. Sie manipulierten im Juni 2009 die Bankautomaten mit so genannten "Skimming-Geräten". Über diese spähten sie Kontonummern und Passwörter der Geldautomat-Benutzer aus und erstellten anschließend Dubletten von ihren Bankkarten. In Polen und anderen osteuropäischen Ländern räumten sie dann die Konten leer. Zum Verhängnis wurde der Bande die internationale Ermittlungsarbeit der Polizei: Bilder von Überwachungskameras und das Abhören von Mobiltelefonaten führte zu Identifizierung der vier Straftäter. Vor dem Koblenzer Landgericht erhielt nun das letzte Mitglied der Band eine vierjährige Haftstrafe. Er gab vor Gericht zu, die Geldautomaten manipuliert zu haben. Er selber hätte jedoch nicht die Konten vom Ausland aus leer geräumt, sondern seine Komplizen. Diese wurden bereits wegen gewerbsmäßiger Bankkartenfälschung zu Haftstrafen zwischen drei und sechs Jahren verurteilt. Der Vorsitzende Richter Ralf Bock unterstrich in seiner Urteilsbegründung noch einmal die Schwere der Tat, auch wenn die betroffene Bank allen Kunden das gestohlene Geld erstattete: "Unter ihren Opfern war auch eine alleinerziehende Mutter mit einem kleinen Kind. Sie musste bis zur nächsten Gehaltszahlung Bitten und Betteln, um über die Runden zu kommen, weil Sie ihr Konto leer geräumt hatten." Foto: Christian Thielen

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