Christian Thielen

VdK-Landeschef Peifer unter Druck

Cochem. Die Kritik am VdK-Landesvorsitzenden Andreas Peifer reißt nicht ab. Mehrere Mitglieder haben bereits im Mai seinen Rücktritt gefordert. Sie kritisieren: Peifer habe den Landesverband mit gescheiterten Projekten wie dem "VdKmobil" an den "Rand des Ruins" gebracht. Der Landeschef selbst spricht hingegen von einer "Schmutz-Kampagne", von "Erpressung" und "Terror".

Die Fronten im Sozialverband sind verhärtet. Was sich derzeit hinter den Kulissen des VdK-Landesverbandes abspielt, ist alles andere als "sozial". Die Verantwortung dafür, dass der Ruf des bisher angesehenen Vereins gefährdet ist, schieben sich Peifer und seine Kritiker gegenseitig in die Schuhe. "Es sind in der Vergangenheit so viele Entscheidungen getroffen worden, die dem VdK geschadet haben. Das muss ein Ende haben", so argumentiert beispielsweise Karl-Heinz Künster, Vorsitzender des Kreisverbandes Berkastel-Zell.

Er ist einer von sieben Mitgliedern, die Peifer im Mai schriftlich zum Rücktritt aufgefordert haben (wir berichteten). Sie prangern unter anderem die Verluste des Projektes "VdKmobil" an, die sie auf 2,2 Millionen Euro beziffern. "Dieser Schaden bringt den Sozialverband nahe an den Rand des Ruins", heißt es in dem Schreiben. Mittlerweile sind es zwölf Mitglieder, die beim VdK-Beschwerde- und Schlichtungsausschuss offiziell den Ausschluss Peifers beantragt haben.   Bereits im März 2011 hatte der WochenSpiegel aufgedeckt, dass zahlreiche zugelassene Neuwagen von "VdKmobil" monatelang ungenutzt auf dem Hof eines Autohändlers im Kreis Cochem-Zell standen. Nur vier Wochen später stand fest: Das Modellprojekt war gescheitert. 15 Mitarbeitern, die für das Vorhaben eingestellt wurden, erhielten noch vor Ablauf der Probezeit ihre Kündigung. Künster und seine "Mitstreiter" prangern nun an, dass Peifer bereits im Jahr 2009 ohne jeglichen Beschluss, also völlig eigenmächtig, Fahrzeuge im Wert von mindestens 500 000 Euro gekauft haben soll. Der Beschluss von den entsprechenden Gremien sei erst im Juni 2010 gefolgt. Dieses Vorgehen sei "typisch" für das "System Peifer", wie es Künster nennt. "In Mainz wird es beschlossen und alle müssen mitziehen", beschreibt er diese Vorgehensweise. Die Kritikfähigkeit sei bei manch einem in der Führungsebene schon lange verloren gegangen, allen voran bei Peifer selbst. "Fehler passieren", räumt Künster ein, "aber nicht in dieser Häufigkeit".

Zu diesen Fehlern zählen Peifers Kritiker auch ein lückenhaftes Kontrollsystem bei den Finanzen, mangelnde Transparenz für die Mitglieder und eine Landesdelegiertenversammlung, die den Verein "schlappe" 200 000 Euro kostete (wir berichteten). Die jüngste Diskussion befasst sich mit den Aufwandsentschädigungen des VdK-Landeschefs. So soll er manche Auslagen doppelt berechnet haben. "Es wird Zeit, die Reißleine zu ziehen", sagt auch Alfred Stiltz, Vorsitzender des Ortsverbands Blankenrath. Der 77-Jährige ist seit sieben Jahren Mitglied im VdK. In den vergangenen Wochen habe er miterlebt, wie die öffentliche Debatte dem Ruf des Sozialverbandes schade. "Wir verzeichnen abnehmende Mitgliederzahlen", fügt "VdK-Kollege" Künster hinzu. Dass die öffentliche Diskussion dem Ansehen des Verbandes schadet, darin sind sich Peifer und seine Kritiker einig. Der Landeschef vermutet dahinter einen persönlichen Angriff.  "Damit ist der Höhepunkt einer Schmutz-Kampagne erreicht, die seit Anfang 2011 gegen mich läuft", sagt er.

Auf dem vergangenen Landesverbandstag hätten sie erfolglos versucht, seine Wiederwahl zu verhindern. "Die Delegierten haben mich für vier weitere Jahre im Amt bestätigt. Doch meine Gegner wollten diese demokratische Entscheidung nicht akzeptieren. Sie haben mich erpresst: Entweder ich gebe freiwillig auf, oder sie machen mich über die Presse fertig. Das geschieht im Moment." Künster hält dagegen: "Ich habe nichts gegen die Person Peifer, sondern nur gegen seine Arbeitsweise." Der VdK-Chef berichtet derweil sogar von anonymen Drohbriefen, die er erhalte. "Dieser Terror ist schändlich und kriminell und zeigt, dass es schon lange nicht mehr um Sachargumente geht", empört sich der Eifeler.

Mit Sachargumenten geht Peifer selbst jedoch auch spärlich um. Auf die Frage des WochenSpiegel zum aktuellen Stand der Finanzen des VdK-Landesverbandes antwortet er: "Der Landesverband wird die Verluste verkraften ohne Mitgliedsbeiträge zu erhöhen." Transparenz sieht anders aus.

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.

Schon mit Wenig viel Mut geben

Wittlich. Der humanitäre Hilfstransport der IGFM Gruppe Wittlich Ende November nach Nordlitauen, Panemunis, ist nicht nur wohl behalten angekommen, sondern traf auch auf dankbare Abnehmer. Die gespendeten Sachen aus Deutschland wurden vor Ort mit Hilfe eines litauischen Teams entladen, um im Anschluss an einzelne Personen genauso wie an Organisationen im Umkreis der Stadt Rokiskis verteilt zu werden, darunter Krankenhäuser, Kindergärten, Schulen, Musik- und Sportschulen, Altenheime und Waisenhäuser.   Die Not in dem kleinen Land, das bereits seit 2004 zur Europäischen Union gehört, ist immens. Vor allem die in den Dörfern lebenden Menschen werden von der Regierung wenig bis gar nicht unterstützt. Es sind zumeist alte Leute, kinderreiche junge Familien, kleine Bauern und Menschen, die sich eine Wohnung in der Stadt nicht leisten können und in den vereinsamenden kleinen Orten an der Armutsgrenze leben. Daher ist die Freude über die Unterstützung aus Deutschland groß. Jurgita Samoskiene, Vorsitzende der IGFM Sektion Litauen, bedankt sich im Namen aller für die wichtige ehrenamtliche Arbeit, die Herzenswärme und für den Hoffnungsfunken, der den Menschen dadurch geschenkt wird: „Wenn sie wissen, dass jemand an sie denkt, so haben sie den Mut für die bessere Zukunft“. Besonderer Dank gilt darüber hinaus der IGFM Gruppe Wittlich, Katrin Bornmüller, und allen, die den Litauer durch ihr Engagement eine vorweihnachtliche Freude bereitet haben. (red/be) Foto: IGFM   Der humanitäre Hilfstransport der IGFM Gruppe Wittlich Ende November nach Nordlitauen, Panemunis, ist nicht nur wohl behalten angekommen, sondern traf auch auf dankbare Abnehmer. Die gespendeten Sachen aus Deutschland wurden vor Ort mit Hilfe eines…

weiterlesen