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L(i)ebenswertes Kaisersesch

Kaisersesch. Kaisersesch wächst, aber ohne engagierte Ehrenamtler wäre das Leben in der Eifelstadt weniger lebenswert. Ein Beispiel ist die jüngste Trägerin der Verdienstmedaille der Stadt.

Kurz vor 11 Uhr füllt sich am ersten Sonntag des Jahres die Alte Schule Kaiserseschs. Der Neujahrsempfang der Stadt eröffnet traditionell den Reigen der Empfänge in der Region. Dabei stehen natürlich der Rückblick auf das vergangene und der Ausblick auf das gerade begonnene Jahr im Mittelpunkt, aber es gibt auch eine sehr persönliche Nuance, denn die Verleihung der Verdienstmedaille der Stadt macht den Neujahrsempfang besonders.

Während sich die Gäste schon einmal alles Gute für 2018 wünschen, ist Margret Walgenbach mit einem Tablett voller Getränke unterwegs, um zu gewährleisten, dass alle auf das neue Jahr anstoßen können. Wenige Minuten später steht sie selbst im Fokus des Neujahrsempfangs, denn der Stadtrat hat sie für die Verdienstmedaille der Stadt auserkoren. Sie "ist, wenn ich das so sagen darf, eine eher ruhige Person, die nicht viel Aufsehen um ihr Tun macht", beschreibt Stadtbürgermeister Gerhard Weber die Geehrte, die zur Ehrung sogar noch ihre Schürze umgebunden hat. Und dann zählt er die Einsatzbereiche von Margret Walgenbach auf: ehrenamtlicher Einsatz im Pflegeheim St. Josef, Betreuung des Pilgerzimmers und der Aktion "Kaffee und Kuchen hinter Gittern" im "Prison"... "Auch mir sagt Sie worauf ich zu achten habe (...), oft mit dem gleichen Satz: Ich muss Dir mal was sagen. So geht das nicht, da musst Du mal gucken", schmunzelte der Stadtbürgermeister. Bei diesen Worten kullerten bei Margret Walgenbach schon ein paar Tränchen. Außerdem wurden noch Denise Deisen, Landesmeisterin im Western, und die Industrie-Designerin Evamaria Deisen geehrt. Letztere hat einen Design-Wettbewerb von Volkswagen gewonnen und einen "VW Polo" des Werksfahrers Dieter Depping gestalten dürfen. Beide hätten mit ihren Erfolgen Werbung für Kaisersesch gemacht, war Weber voll des Lobes.

Der Stadtchef nutzte natürlich auch die Gelegenheit auf ein "arbeitsreiches Jahr" zurück zu blicken. Im neuen Gewerbegebiet seien die Ankäufe abgeschlossen, sodass in diesem Jahr mit der Ausschreibung begonnen werden könne. Hier hoffe man noch auf einen Zuschuss aus Mainz. Für ein neues Baugebiet stelle es sich etwas anders dar. Zum einen sei der Lärmschutz noch nicht geklärt und ein weiteres Problem sei der Ankauf der Flächen. "Verständlicherweise ist in der heutigen Zeit der Grund und Boden mehr wert als das Geld auf der Bank", so Weber, der trotzdem optimistisch sei in diesem Jahr einen großen Schritt weiter zu kommen. Und dann gab es die Umsiedlung des Lebensmittel-Discounters "Lidl" von der Innenstadt an die Peripherie. "Wir, die Stadt und ich als Stadtbürgermeister, hätten auch gerne gesehen, dass ,Lidl‘ am alten Standort investiert hätte. Aber nach vielen Gesprächen mit den Verantwortlichen von ,Lidl‘ musste ich feststellen, dass das Konzept von ,Lidl‘ nicht für den Stadtbürgermeister von ,Esch‘ deutschlandweit geändert wird. Natürlich bemühen wir uns den alten Standort zu beleben", erklärte Weber, der den neuen "Lidl"-Standort mit den verbundenen Neuansiedlungen für die Zukunft gut aufgestellt sieht. Das gelte auch für die im Bau befindlichen Märkte der Firmen Hamann und Edeka. Durch diese Entwicklung, die jeder sehen könne, sei die Kundenfrequenz gestiegen und das Einzugsgebiet habe sich vergrößert. Dass auf dem Gelände der Polizeidienststelle 15 barrierefreie Eigentumswohnungen und einen Steinwurf von der Alten Schule entfernt ein Geschäftshaus mit bis zu drei Arztpraxen entstehen sollen, trage ebenfalls zur Zukunftsfähigkeit bei. 

Fotos: Pauly

www.kaisersesch.org

 

 

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