Stephanie Baumann

Gold für Enkirch

Enkirch. Beim Landesentscheid 2014 im Wettbewerb »Unser Dorf hat Zukunft« hat die Gemeinde Enkirch in der Sonderklasse Gold gewonnen. Landrat Gregor Eibes gratuliert den Bürgerinnen und Bürgern von Enkirch herzlich zum Erfolg ihrer Heimatgemeinde und drückt schon jetzt kräftig die Daumen für eine Teilnahme am Bundesentscheid "Unser Dorf hat Zukunft" im Jahr 2016.

Ob Enkirch daran teilnehmen wird entscheidet sich erst nach dem Landesentscheid 2015. Gemäß den Richtlinien des Innenministerium Rheinland-Pfalz werden die Siegergemeinden mit der höchsten Punktzahl der beiden Landesentscheide (2014 und 2015) für den Bundesentscheid weitergemeldet.

Hier die Beurteilung der Landesjury für Enkirch:

Die Ortsgemeinde Enkirch wurde im Jahr 2010 als Schwerpunktgemeinde in der Dorferneuerung anerkannt und hat 2011 das Dorferneuerungskonzept aktualisiert.

Enkirch hat mit insgesamt 113 Gewerbebetrieben einen außergewöhnlich hohen Besatz an Geschäfts-, Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben. Auch die Zahl von 64 Weinbaubetrieben und 4 forst- und landwirtschaftlichen Neben- sowie Vollerwerbsbetrieben ist beachtlich und besonders anerkennenswert. Enkirch erwirtschaftet zusätzlich eigenes Einkommen durch den Betrieb eines Wohnmobilstellplatzes mit rund 200 Stellplätzen. Darüber hinaus leistet sich die Gemeinde einen eigenen Personenfährbetrieb zwischen Enkirch und Kövenig und stellt damit sicher, dass Schüler und Berufspendler, aber auch die zahlreichen Touristen einen Bahnanschluss zur Verfügung haben.

Touristisches Alleinstellungsmerkmal

Mit dem Slogan "Wald und Reben, Enkirch erleben" hat sich die Gemeinde ein touristisches Alleinstellungsmerkmal geschaffen. Enkirch verfügt nicht nur über günstige natürliche und baustrukturelle Voraussetzungen für eine Tourismusentwicklung, sondern hat seine touristische Infrastruktur auch hervorragend ausgebaut; angefangen von den vielen Premiumwanderwegen und den zahlreich ausgewiesenen thematischen Rundwanderwegen, bis hin zu einem mediengestützten Leitsystem. Über die Internetplattform wird ein sehr professionelles Marketing betrieben. Mit dem Anschluss an das Breitbandnetz wurden wichtige Grundvoraussetzungen für die Sicherung und Entwicklung des Fremdenverkehrspotenzials geschaffen. Enkirch hat ein fachlich fundiertes, auf hohem Niveau ausgearbeitetes umfassendes Dorferneuerungskonzept, das als Orientierung dient und in einzelnen abgestimmten Schritten sehr konsequent umgesetzt wird.

Engagierte Vereine

Enkirch zeichnet sich durch ein sehr engagiertes Vereinsleben in 30 Vereinen und Gruppierungen aus, so zum Beispiel die Karnevalsgesellschaft, die Winzerkapelle, der Jugend- und Kulturverein oder die Theatergruppe. Besonders hervorzuheben ist die "Rotte 10 & 11", die im Oberdorf Freiflächen wie den Spielplatz und den Platz vor dem alten Feuerwehrhaus in Eigenleistung gestaltet und auch private Fachwerkfassaden saniert. Dadurch wird ein großer Beitrag zur Pflege und Verbesserung des Ortsbildes geleistet. Insgesamt gibt es Angebote für Jung und Alt, und alle Generationen wirken mit, sei es beim "Fallig Open Air", den Karnevalsveranstaltungen oder dem Enkircher "Gässchen-Treff", bei dem die historischen Löschgässchen durch den Ort im Mittelpunkt stehen. Durch die Gründung des Vereinsringes wird die Kooperation der örtlichen Vereine weiter vertieft. Der Spitzname der Enkircher, die als "Bunnepeller" bezeichnet werden, wird inzwischen künstlerisch aufgegriffen und findet sich in Bohnenform in der Gestaltung am Mehrgenerationenspielplatz wie auch bei einigen Sitzgelegenheiten wieder und ist ein weiteres Indiz der Identifikation der Bevölkerung mit ihrem Ort.

Initiative für Baudenkmäler

Eine sehr hohe Anzahl von 55 Denkmälern prägt die Gemeinde Enkirch an der Mosel. Trotz Hochwasser wurden die Fachwerkhäuser immer wieder genutzt, umgenutzt und liebevoll und teils mit sehr hohem kunsthandwerklichem Sachverstand saniert.

Ganze Ecken, städtebauliche Plätze, Höfe und Straßen sind historisch erhalten worden und werden durch Stadtführer humorvoll und mit vielen Geschichten den Besuchern in touristischen Führungen näher gebracht. Man taucht in die Geschichte ab und versteht sich plötzlich als Teil eines Jahrhunderte alten harmonischen Ganzen.

Außergewöhnlich ist hier die Integration kunstvoll geschnitzter Bauteile und Bildertafeln in die Fachwerkgebäude und auch die Holzstraßenschilder sind so schön, dass sie früher oft von Besuchern als Souvenir entwendet wurden. Am Moseluferradweg werden demnächst die Betonskulpturen einer ortsansässigen Künstlerin die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und die Gemeinde mit neu entwickelten farbenprächtigen Sitzgelegenheiten bereichern.

Initiative für ihre Baudenkmäler wird unter den Bürgern in Enkirch großgeschrieben: Es gibt einen Bauverein "Rotte", der an verschiedenen Sanierungen mitwirkt und von vielen Bürgern getragen wird. Enkirch gestaltet seine Grünflächen im Straßenbegleitgrün ökologisch vielseitig und farbenfroh. Sauber im Erscheinungsbild sind die Wechselbeetflächen im öffentlichen sowie im Privatbereich. Eine Vielfalt von heimischen Baumarten durchgrünt den Ort und es wirken zahlreiche private Gartenbereiche in der historischen Struktur wie kleine Oasen. In diesen fein gepflegten Bauerngärten überwiegt die Vegetation aus heimischen Zier- und Nutzpflanzen. Eine fantastische Pflanzenauswahl mit entsprechenden Schmuckpflanzen ist im Ort ....einfach nur?. bemerkenswert. Die Begrünung mit Reben an unzähligen Häusern, über den Straßen und selbst auf Zäunen ist einzigartig. Viele Balkonkästen und gepflegte Privatgärten umranden das Dorf im schmucken Bild. Die fünf Ortseingänge werden durch Patenschaften der Anwohner regelmäßig neu gestaltet. Das Motto "Wald und Reben, Enkirch erleben" ist gerecht und lädt zum Besuch ein.

Biotope und Kulturlandschaft

Die Gemeinde Enkirch an der Mittelmosel verfügt über eine sehr weitläufige Gemarkung, die sich vom malerischen Moseltal bis weit hinauf auf die Hunsrückhochfläche erstreckt. Neben den weinbaulich genutzten Steillagen im Tal sind in weiten Teilen gut gepflegte laubholzreiche Wälder dominant. Das Thema "Wald" prägt auch die vielfältigen Aktivitäten der Gemeinde in der Umweltbildung.

Vorbildlich werden zum Beispiel in einem Naturrundweg interessante Informationen zu verschiedenen Waldbiotopen und deren Bewohnern vermittelt. Der landwirtschaftlich genutzte Teil der Hochfläche ist durch schöne Heckenbestände und Feldholzinseln reich gegliedert, die Pflege der Kulturlandschaft wird durch eine landwirtschaftliche Genossenschaft sichergestellt. Besonders beeindruckend ist die ehrenamtlich durchgeführte Pflege und Unterhaltung eines fast 90 Kilometer langen Wanderwegenetzes, welches dazu einlädt, diese vielfältige Landschaft zu genießen.

 

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.