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Deutliche Worte und lautstarker Protest

Lieg. Jetzt erst recht: Die Lieger kämpfen um den Erhalt ihrer Grundschule und damit auch um ihre Zukunft. In der Hunsrückhalle machten sie jetzt ihrem Ärger Luft.

Zu klein ist für die Lieger kein Argument. "Die Schule ist das Herz von Lieg!" Ein Plakat, das an diesem Abend für all‘ das spricht, was die Lieger im wahrsten Sinne auf dem Herzen haben. Rund 250 Bürgerinnenen und Bürger waren in die Hunsrückhalle gekommen - nicht nur aus Lieg, sondern unter anderem auch aus den anderen sieben Gemeinden, denen eine Schließung der Grundschule droht.

Emotionaler Protest

Der Protest ist emotional und in der Wortwahl deutlich. Im Zentrum der Kritik steht die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Dr. Stephanie Hubig (SPD). Hubig sei mit ihren Schließungsplänen an die Öffentlichkeit gegangen, ohne Gemeinden und Schulträger zu informieren. Zudem gebe es keine nachvollziehbaren Gründe für eine Schließung, denn das eingereichte Konzept sei nicht gewürdigt worden, lauten nur einige Vorwürfe an die Ministerin. "Bitte keine Haushaltskonsolidierung auf Kosten von Erziehung und Bildung. (...) Das ist nur ein Mückenschiss bei der Haushaltswüste des Landes", formulierte es Liegs Ortsbürgermeister Heinz Zilles, der unter anderem die finanziellen Turbulenzen rund um den Nürburgring und den Flughafen Hahn anführte. "Nur mit frischer Landluft kann man heute niemanden vom Bleiben überzeugen. Man darf uns nicht den Atem zum Überleben nehmen. Denn kippt die Schule, fällt auch der Kindergarten", malte Zilles das Bild einer Gemeinde an die Wand, die keine Zukunft habe.

Keine Schule - keine Zukunft

Enttäuschung und Verärgerung auch beim Bürgermeister der VG Zell, Karl Heinz Simon (SPD), in dessen Heimatort Pünderich ebenfalls die Schließung der Grundschule droht. Wenn in einem Dorf die Schule geschlossen werde, bedeute das, dass es keine Zukunft habe. "Die Menschen im ländlichen Raum fühlen sich abgehängt. So entstehen Wutbürger", machte Simon seinem Unmut Luft, der aber auch feststellte, dass es im Ort noch nie eine solche Einigkeit gegeben hätte. Sein Appell: "Zurückrudern und das heißt nicht, das Gesicht verlieren!"

Entscheidung in den kommenden Wochen

Die Adressatin für all‘ diese Forderungen, Bildungsministerin Dr. Hubig, war der Einladung zu der Protestaktion aber nicht gefolgt. Gekommen waren der Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), Thomas Linnertz, und zwei Mitarbeiter. Linnertz betonte, dass es sich die ADD nicht einfach gemacht hätte. "Es ist aber noch nichts beschlossen", so der Präsident. Die ADD sei auch nicht darauf aus, Schulen zu schließen, sondern die Schullandschaft zu stabilisieren. Mit einer Entscheidung könne in den kommenden Wochen gerechnet werden. 

Fotos: Pauly

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