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Moselaner sorgt in Peru für Trinkwasser

Benefizfestival auf der Moselwiese

Pommern. Eine Geburtstagsfeier unter dem Motto "Peter-Peru-Party", die Idee etwas für Menschen in Entwicklungsländern zu tun und ein mit rund 7.000 Euro gefülltes „Spendenkonto“, das mit Geld aus verschiedenen Aktionen gespeist worden ist. Das war 2008 der Startschuss für Projekte von Peter Birkenbeil aus Pommern, die heute abgelegene Siedlungen im peruanischen Hochland mit Trinkwasser versorgen.

Sein 30. Geburtstag war für Peter Birkenbeil eine Zäsur – aus der Absicht wurde Realität. Der Entwicklungsingenieur für Elektrotechnik packt einen großen Rucksack und setzt sich in ein Flugzeug nach Südamerika. Drei Monate will er bleiben und dabei ein Projekt finden, dass er mit seinen 7.000 Euro unterstützen kann. Das Geld hatte er auf Abruf auf einem Konto geparkt. Seine Route: über die peruanische Hauptstadt Lima nach Cusco. Angekommen ist er zunächst in Abancay. Dort hilft er bei Projekten der Caritas – von der Verbesserung ländlicher Infrastruktur über die Verteilung von Schulbüchern, Kleidung und medizinischen Hilfsgütern bis hin zu Elektroinstallationen in einem Altenheim. Im Anschluss begibt er sich nach Huancabamba, wo er das Straßenkinderprojekt Prosoya insbesondere bei der Reparatur von Maschinen unterstützt. "Welches Projekt ich mit dem Geld bezuschussen würde, war zu dem Zeitpunkt noch offen. Ich habe mir zunächst vieles angeschaut. Natürlich ist Peru auch kulturell hochinteressant und ohne einen Besuch des sagenumwobenen Machu Picchu hätte man mich schier nicht aus dem Land gelassen. Kurz vor meiner Abreise entschied ich mich schließlich für die Förderung der Trinkwasserversorgung, denn sauberes Wasser ist die Grundlage für Leben und Gesundheit", erzählt Peter Birkenbeil.

Agua Viva gegründet

Ein halbes Jahr später macht er sich wieder auf nach Südamerika. Jetzt kann er "sein Projekt" sehen. Ingenieure, Techniker und die Bewohner haben eine rund 3.000 Meter lange Wasserleitung gebaut, die 23 Familien mit natürlichem Quellwasser versorgt, das in einem Reservoir gesammelt und über ein Leitungsnetz verteilt wird. "Mit dem Zerschlagen eines Tonkrugs wurde die Wasserleitung getauft und ich konnte die Dankbarkeit der Menschen förmlich spüren", berichtet der Moselaner. In der Folge hat er sogar die Patenschaft für zwei Kinder übernommen und Namensgeber einer kleinen Grundschule ist er auch. 2013 folgen die 2. "Peter-Peru-Party" und der nächste Schritt mit weiteren kleineren Trinkwasserprojekten in Peru. "Mein Umfeld hat mich motiviert und es war ein bisschen ein Selbstläufer. Das war auch ein Impuls, der 2016 zur Gründung von Agua Viva geführt hat. Am Anfang waren wir zu zweit und jetzt sind wir schon 23 Mitglieder", fasst er die vergangenen Jahre aus organisatorischer Sicht zusammen.

Werben für und Umsetzen der Projekte

Auftritte in der Region – unter anderem beim Röhrig-Kulturforum, das den Verein auch unterstützt – haben zu einer Steigerung des Bekanntheitsgrades geführt. "Jetzt konnten wir weitere Grundlagen für Infrastrukturprojekte legen, die kleineren Siedlungen zugute kommen. Dabei streben wir stets an, den peruanischen Staat über eine 50-prozentige Beteiligung mit in die Verantwortung zu ziehen. Man darf nicht leichtfertig sein und muss penibel darauf achten, dass alles vertraglich fixiert wird", so Peter Birkenbeil, der am kommenden Wochenende mit dem 2. Benefizfestival "Wasser für Peru" die Trinkwasserprojekte weiter fördern will. Seine Antwort auf die Frage, ob es christliche Ideale sind, die ihn antreiben: "Sicher sind es Ideale, die uns auch Christus vorgelebt hat. Letztlich sehe ich das alles als Fügung an."

2. Benefizfestival "Wasser für Peru"

Am Samstag, 12. August, 19 Uhr, ist es so weit und die Festivalwiese in Pommern "erblüht erneut zu bunter kultureller, wohltätiger und harmonisch-atmosphärischer Pracht". Pommern. In solch schillernden Farben beschreibt Peter Birkenbeil das "2. Wasser für Peru"-Benefizfestival. "Begnadete Künstler" werden an diesem Abend das Publikum am Moselufer in "ihren verzaubernden Bann ziehen", verspricht Birkenbeil. Und dann spricht der Organisator von Flamenco inspirierte Virtuositäten von André Lenz, elefantenstarkem Gypsy von den "Gypsy Elephants", traditionellen spanischen und südamerikanischen Weisen von "Mariachi Pomerania", Rock im Reinformat von den "Smart Dressed Papas" sowie Stimmung auf hohem Niveau mit der neunköpfigen Partyband "Wies‘nkracher". "Begleitet und fortgeführt werden die Klänge der Musik natürlich wie immer vom Knistern des großen Lagerfeuers", schmunzelt Birkenbeil. Übrigens: Der Eintritt und die Getränkepreise liegen im Ermessen der Gäste.

agua-viva-peru.jimdo.com

Fotos: privat (3) / Pauly (1)

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Bühne frei für die Künstler von morgen

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