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Mit wilden Gesellen unterwegs

Lutzerath. Es sind die Geschichten, die den Maare und Thermen-Pfad besonders machen. Von Ulmen kann die Strecke bis nach Bad Bertrich mit sieben Plätzen der Muße gut in zwei Tagen bewältigt werden. Immer begleitet von Ereignissen, die diese Region geprägt haben.

Wilde Gesellen waren einst unterwegs, dort wo heute sanft der Wind durch die Blätter rauscht, Vögel munter zwitschern und verschlungene Wege durch den Wald führen. Und ja, sie hatten einiges auf dem Kerbholz. Die berüchtigte Moselbande versetzte die Menschen in Angst und Schrecken – unter ihnen Pferdediebe, Schwarzbrenner, Räuber und Mörder. Doch diese Zeiten sind zum Glück längst vorbei und Wanderer brauchen nicht zu fürchten, dass heute - mehr als 100 Jahre später - noch einer dieser üblen Gesellen hinter einem Baum hervorspringen könnte. Stattdessen können sie mit Muße über die Wege schreiten und sich von der Natur, traumhaften Ausblicken und dem ehrwürdig alten Wald gefangen nehmen lassen.

Der Maare und Thermen-Pfad ist der erste der Muße-Pfade, der durch die Vulkaneifel führt. Inspiriert von der gewaltigen Kraft der Elemente - besonders des Feuers - die diese Landschaft vor rund 10.000 Jahren geformt hat, ist ein Weg entstanden, der die Wanderer animieren soll, inne zu halten, bewusst die Pfade zu erleben, sich der Umgebung zu öffnen. Der Muße-Pfad soll mehr sein, als bloße Fakten zu vermitteln. Daher stehen die Geschichten im Mittelpunkt des Geschehens aber auch die Elemente, denen die Eifel ihr Aussehen zu verdanken hat. Das Kerbholz ist das Symbol des ersten Mußepfades. Einst diente es dazu, Schuldverhältnisse zu dokumentieren: ein längliches Brett oder ein Stock wurden mit Symbolen markiert. Anschließend wurde es längs gespalten, so das Schuldner und Gläubiger je die Hälfte der eingeritzten Markierungen auf ihrer Stockhälfte sehen konnten. Wurden die Schulden bezahlt, wurden die Kerben getilgt oder das ganze Holz verbrannt. Heutige Wanderer können sich auf dem Muße-Pfad ihrer Sorgen entledigen und quasi ihr eigenes Kerbholz abarbeiten. An den einzelnen Mußeplätzen aber auch während des Weges bieten sich viele Möglichkeiten, sich mit der Natur, dem Erlebten und eigenen Erfahrungen auseinanderzusetzen - oder einfach die Seele baumeln zu lassen und die Ausblicke zu genießen. Weitere Informationen zu den Muße-Pfaden in der Vulkaneifel unter www.eifelsteig.de

 

Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

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