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Ein "Cinema im Zeller Land"

Zell. "Kino ist ein Vorwand, sein eigenes Leben ein paar Stunden lang zu verlassen", sagt Regisseur Steven Spielberg. In Zell-Kaimt ist Kino demnächst wieder ein guter Grund unter die Leute zu gehen.

Bis 1972 beheimatete das Gebäude in der Kurtrierstraße 40 im Zeller Stadtteil Kaimt die Schule. Als Alte Schule diente sie anschließend als Gemeindesaal und als Wahllokal. Mittlerweile wird das 1936 erbaute Haus, das auch der Ort vieler Mitgliederversammlungen der Kaimter Vereine war und ist, nur noch vom Männergesangverein und einer Bauchtanzgruppe zum Proben genutzt. In einigen Monaten soll allerdings ein "Kommunales Kino" den Räumlichkeiten neues Leben einhauchen.

Viele Mitstreiter aus dem Zeller Land

Der Verein KulturKino Kaimt um seinen Vorsitzenden Günter Scheid biegt so langsam auf die Zielgerade der Umsetzung ein. "Wir standen vor dem Mount Everest und jetzt ist es nur noch das Matterhorn", lacht Scheid. Binnen zwei Jahren ist aus der Idee etwas für Kaimt zu tun das Projekt "Kommunales Kino" entstanden. Den entscheidenden Impuls setzte Birgit Theresa Koch. Die Zeller Gewerbevereinsvorsitzende kannte ähnliche Projekte aus Bochum und Eckernförde und was dort gut funktionierte, sollte doch auch in ihrer Heimat an der Mosel möglich sein. "Die Idee war einfach toll. In Zell hatten wir früher sogar zwei Kinos und jetzt kann ein neues entstehen", erzählt der Vorsitzende des Vereins, der sich schnell gründete und Mitstreiter aus vielen Gemeinden für die Mitarbeit begeisterte.

Kinoatmosphäre schaffen

Der 13. Februar 2016 war dann der Tag der Entscheidung das Projekt endgültig in Angriff zu nehmen. Der Zeller Stadtrat bewilligte einstimmig einen Zuschuss von 10.000 Euro. Das gab den Cineasten den Spielraum den sie brauchten, denn alleine die Technik belastete den Verein mit rund 9.600 Euro. Damit allein war es aber nicht getan. Der Bundesverband "Kommunale Filmarbeit", dem die Kaimter beigetreten waren, empfahl im Fall der Fälle echte Kinoatmosphäre zu schaffen und mindestens 60 Plätze vorzuhalten. Dass mit den gewünschten Sitzplätzen konnte schnell und zumindest annähernd gelöst werden. Peter Friesenhahn hatte die 56 Objekte der Begierde im "Tivoli" in Kastellaun aufgetan. "Wir haben sie gekauft und anschließend Paten für die Kinosessel gesucht, die bereit waren jeweils 100 Euro für einen Sitzplatz zu geben. Die Nachfrage war phänomenal. Wir hätten noch einige Sessel mehr haben können", schmunzelt Günter Scheid.

Programmkino-Charakter

Dass der Umbau zum Kino auch die Bürokratie auf den Plan rief bildete eine weitere Baustelle. Hier sei die VG-Verwaltung Zell und ihr Bauamt aber sehr hilfreich gewesen. Wenn Ende März oder im April der erste Film auf die Leinwand projiziert wird, muss der Kinogast auch nicht auf Popcorn und Getränke verzichten. Allerdings alles in "geschlossenen Packungen" - aus Hygienegründen - wie Scheid erklärt. "Damit beschäftigen wir uns später. Zunächst war es wichtig den Kinobetrieb zu sichern." Das heißt, dass an den durchschnittlich vier Wochenenden eines Monats an dreien - jeweils an zwei Tagen - Filme für erwachsenes Publikum mit Programmkino-Charakter und an einem Filme für Kinder und Jugendliche gezeigt werden. Die Eintrittspreise sind mit sechs Euro für Erwachsene und mit vier Euro für Kinder kalkuliert. Zudem verfügt der Kinosaal noch über eine kleine Bühne, denn neben dem cineastischen Vergnügen soll der Raum auch Kunst und Kultur Platz geben. 

Foto: Pauly

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