Christian Thielen

"Ich habe mich so richtig abgezockt gefühlt" - Hunsrückerin musste ihren Koffer in Palma zurücklassen

Blankenrath. Ihren ersten Urlaub ohne die Eltern wird Jacqueline Engel nicht so schnell vergessen: Ihr Trip mit Ryanair nach Mallorca hat die 18-Jährige um viele Erfahrungen reicher, aber um einen Koffer samt Inhalt ärmer gemacht. Den durfte sie in Palma nicht mit in den Flieger nehmen, weil er angeblich die von der Billigfluglinie vorgeschriebenen Richtmaße überschritt.

"Ich habe auf dem ganzen Rückflug geweint", sagt Jacqueline Engel aus Blankenrath. Die Auszubildende hatte lange gespart, um sich den Traum vom ersten Urlaub ohne die Eltern zu erfüllen. Zusammen mit einer Freundin verbrachte die Hunsrückerin ein paar Tage auf der Partyinsel Mallorca. Vom Flughafen Hahn flogen die beiden Freundinnen mit Ryanair nach Palma. "Wir hatten einen Koffer aufgegeben und Handgepäck dabei", erzählt die 18-Jährige. Handtasche und ein kleines Köfferchen hätten den Handgepäck-Richtlinien von Ryanair anentsprochen. Auf dem Flughafen Hahn sei auch alles problemlos verlaufen. Anders allerdings beim Rückflug. In Palma habe das Bodenpersonal ihre Koffer beanstandet. "Als wir testen mussten, ob unsere Koffer die vorgegebene Größe nicht überschreitet, hat er sich in der Test-Vorrichtung verhakt", schildert Jacqueline Engel. "Daraufhin wollte die Frau vom Bodenpersonal von mir und meiner Freundin, jeweils 50 Euro für ein zusätzliches Handgepäckstück", erklärt sie weiter.  Proteste seien ungehört verhallt. "Ich habe dann meinen letzten 50 Euro-Schein auf die Theke gelegt", erinnert sich die Hunsrückerin. Daraufhin habe die Mitarbeiterin einen Aufkleber auf den Koffer ihrer Freundin gemacht, sie sei erst einmal leer ausgegangen. "Ich wollte dann mit Karte bezahlen, aber das hat leider nicht funktioniert." Als sie nicht zahlen konnte, habe die Frau vom Bodenpersonal sie aufgefordert, ihren Koffer zurückzulassen und zum Flieger zu gehen. "Ich wusste nicht, was ich machen sollte. Ich wollte ja auch den Flug nicht verpassen", erzählt die 18-Jährige. Schweren Herzens ließ sie das Gepäckstück ohne ihre Wertsachen zurück.  "Ich habe mich so richtig abgezockt gefühlt." Im Flugzeug kann sie sich gar nicht mehr beruhigen, weint wegen ihres Koffers und der Kleidungsstücke, die einen Gesamtwert von rund 300 Euro haben sollen.  Zurück in Deutschland sei sie zum Ryanair-Schalter gegangen. Dort hätten die Angestellten nicht einmal eine Verlustanzeige aufgenommen, sondern nur gesagt, dass das Anliegen nicht in ihren Zuständigkeitsbereich falle. Sie solle sich nach Palma wenden. "Das ist schwierig, denn mein Englisch ist nicht so gut und Spanisch kann ich auch nicht", sagt Jacqueline Engel. Mittlerweile habe sie eine E-Mail an Ryanair geschickt. Eine Antwort stehe aus. Dem WochenSpiegel gegenüber teilte die Fluglinie mit: "Alle Ryanair Passagiere haben sich zum Zeitpunkt der Buchung mit unseren Handgepäckbestimmungen einverstanden erklärt. Diese Bestimmung beinhaltet, dass es zu zusätzlichen Kosten kommen kann, wenn ein Handgepäckstück zu groß oder zu schwer ist und nicht den Vorgaben entspricht. Ryanair ist nicht für das Gepäckstück verantwortlich, welches der Passagier zurückließ und verweist darauf, das Fundbüro des Flughafens direkt zu kontaktieren."

 

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.