Katja Thönnes

Mordprozess beginnt am 10. Dezember

Bullay. Genau 189 Tage nach dem unfassbaren Mord an Ruprecht Drathen aus Bullay wird den beiden mutmaßlichen Mördern der Prozess gemacht. Peter B. (39) aus Müden und seine Schwester Corinna H. aus Polch stehen ab 10. Dezember vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Koblenz.

An insgesamt fünf Verhandlungstagen will das Gericht unter Vorsitz von Ralf Bock klären, warum der beliebte Rentner am 4. Juni in seinem Haus in Bullay sterben musste. In der Haft hat der arbeitslose Peter B. die Tat bereits gestanden, seine Schwester Corinna H. (28), Mutter von fünf Kindern, hingegen bestreitet die Beteiligung an dem Tötungsdelikt.

Über 20 Zeugen

Zur Aufklärung des Gewaltverbrechens hat die Staatsanwaltschaft Koblenz in der 19 Seiten umfassenden Anklageschrift (Az: 2030 Js 35723/13) insgesamt 23 Zeugen aufgelistet.  Außerdem werden zwei Sachverständige an dem Verfahren teilnehmen, die Aussagen zu einer eventuellen eingeschränkten Schuldfrage der beiden Angeklagten geben können. Nach Informationen des WochenSpiegel soll zum Auftakttermin am 10. Dezember die Anklageschrift verlesen werden. Anschließend sind Einlassungen der Angeklagten sowie die Vernehmung der Zeugen, die das Opfer aufgefunden haben, geplant.  Der Prozess ist öffentlich, er beginnt am 10. Dezember um 9 Uhr im Saal 128 des Landgerichtes. Als weitere Verhandlungstage sind derzeit der 12., 13., 16 und 17. Dezember terminiert. Ob dann bereits ein Urteil fällt oder noch weitere Termine bis ins nächste Jahr folgen, ist derzeit noch nicht absehbar. Hier kommt es insbesondere auf das Aussageverhalten der beiden Angeklagten an. Peter B. scheint offenbar »reinen Tisch« machen zu wollen, er hat die Tat umfassend eingeräumt. Seine Schwester hingegen bestreitet die Beteiligung an dem Mord an Ruprecht Drathen.

Anklage wegen Mordes

Die Staatsanwaltschaft Koblenz geht nach umfangreichen Ermittlungen von folgendem Tathergang aus: Der 39-jährige Peter B. soll in der Tatnacht ins Schlafzimmer des Opfers gegangen sein und ihm ein Messer an den Hals gehalten haben, um die Bekanntgabe des Tresorcodes zu erzwingen. Weil der 81-jährige Ruprecht Drathen sich widersetzte und zudem die Gefahr drohte, dass eine im selben Anwesen wohnende Familie auf die Tat aufmerksam werden könnte, drückte die 28-jährige Angeklagte dem Opfer ein Kissen auf das Gesicht und der 39-jährige Angeklagte stach gezielt in den Hals des Opfers. Daraufhin verließ das Geschwisterpaar den Tatort ohne Beute. Zuvor beseitigte der 39 Jahre alte Angeschuldigte in dem Anwesen mögliche Spuren großflächig mit Feuerlöschpulver; das Messer warf er anschließend in die Mosel. Todesursächlich war nach dem Obduktionsergebnis das »Ersticken durch den Verschluss der Atemwege«. Den beiden angeklagten Geschwistern droht im Falle einer Verurteilung wegen Mordes eine lebenslange Haftstrafe. Im Zusammenhang mit den Mordermittlungen wurde auch aufgedeckt, dass der Ehemann von Corinna H. mehrfach mit seiner Frau in die Wohnung von Ruprecht Drathen eingebrochen war.  Dem 33-jährigen Korbflechter wird am 16. Dezember deshalb vor dem Amtsgericht Cochem der Prozess  wegen gewerbsmäßigen Diebstahls in zwei Fällen, wobei es in einem Fall beim Versuch blieb, und Wohnungseinbruchdiebstahls gemacht. Dem Mann wird zur Last gelegt, gemeinsam mit seiner Ehefrau und seinem Schwager zwischen Mai und Juni aus dem Haus des 81-jährigen Bullayers Bargeld in Höhe von etwa 400 Euro entwendet zu haben, wobei sie einmal in die Wohnung einbrachen und einmal das Haus ohne Beute verließen. Der 33-Jährige ist geständig. Er ist unter anderem wegen Straßenverkehrs- und Vermögensdelikten vorbestraft.     Bericht folgt!

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