Kampf für die Abschaltung des belgischen Pannenreaktors

Die Menschen in der Region sind stark beunruhigt, wenn Sie an die Auswirkungen eines Reaktorunfalls von Tihange 2 denken. Der belgische Reaktor liegt lediglich knapp 60 Kilometer von der Landesgrenze bei Aachen und Monschau entfernt. Deshalb verfolgt der Wochenspiegel die Diskussionen, Aktionen und die juristischen Schritte intensiv. An dieser Stelle finden Sie eine Dokumentation der Geschehnisse, Hintergrundinformationen und immer wieder aktuelle Entwicklungen.

Die Weiss-Gruppe, zu der der Wochenspiegel gehört, engagiert sich nicht nur publizistisch. Als erstes Unternehmen ist die Weiss-Druck GmbH & Co. KG der Klage der Städteregion Aachen gegen den Reaktor beigetreten. Und wer das Firmengebäude in Monschau-Imgenbroich betritt, sieht als erstes eine „Tihange-Aus“-Säule, mit der jeder das Atomkraftwerk symbolisch abschalten kann.

Dem Unternehmen geht es dabei nicht darum, Hysterie zu schüren oder pauschal gegen Atomkraft zu kämpfen. Der Sicherheitsstandards des belgischen Kraftwerks hingegen ist Anlass des Protestes.

Eifeler setzen ein deutliches Zeichen

Kreis Euskirchen. Die Eifel hat ein Zeichen gesetzt gegen den Atomreaktor Tihange 2. Alleine aus den Kall, Hellenthal, Schleiden, Mechernich, Marmagen und Wolfert nahmen rund 220 Eifeler an der Menschenkette zwischen Tihange und Aachen teil.»Ich hatte nicht mit so einer großen Resonanz gerechnet«, freut sich Guido Huppertz von den Kaller Grünen, die mit der CDU vier Busse zur Demonstration organisiert hatten. Zahlreiche Teilnehmer reisten auch mit privaten Autos an. »Es war ein breit gefächertes Spektrum an Teilnehmern jeden Alters und aller sozialer Schichten. Es gab Leute, die bereit waren, dafür Strapazen auf sich zu nehmen«, so Huppertz. Einem älteren Ehepaar wollte  sogar trotz Rollatoren unbedingt teilnehmen. Der Gruppe war von den Organisatoren Kilometer 19 der Menschenkette zugeteilt worden. Somit verschlug es sie ins belgische Seraing. Nach der Ankunft stärkte sie sich erst einmal an der Gemüsepfanne, mit der Emanuel Dümmer aus Wolfert bereits wartete.  Am Pavillon, den die Grünen aufgestellt hatten, herrschte reges Treiben. »Die Teilnehmer haben sich gegenseitig mit Protestklebebändern verziert, die es dort gab. Ein Liedermacher spielte auf der Gitarre«, berichtet Huppertz. 1100 Postkarten Der Grund für die Menschenkette war auch in der Gruppe immer wieder Thema. »Von Beginn der Busfahrt an ging es zum Beispiel immer wieder darum, dass neue Risse entdeckt worden sind, und dass der Betreiber wenige Tage vor der Menschenkette verkündete, die Laufzeit um 20 Jahre verlängern zu wollen«, berichtete Huppertz: »Viele sagten, dass sie teilnehmen, weil sie dauerhaft in der Eifel leben wollen und auch wollen, dass ihre Kinder dort leben können.«  Um die Menschenkette zu schließen, hatten Grüne und CDU 1100 Postkarten von Kaller Bürgern mitgenommen und an Schnüre geknotet. »Nominell stand auf jedem Meter ein Kaller«, erklärt Huppert. Um 14.45 Uhr gelang es den Eifelern tatsächlich, die Menschenkette auf Kilometer 19 komplett zu schließen. »Man merkte, dass die Nachricht den Leuten Auftrieb gab«, so Huppertz. Am Ende der Aktion bedankte sich eine Gruppe belgischer Jugendlicher für das Engagement und umarmten alle, die ihnen entgegen kamen. 50.000 Teilnehmer Am Ende verkündeten die Organisatoren der Menschenkette, das Bündnis »Stop Tihange«, dass sich rund 50.000 Teilnehmer in die 90 Kilometer lange Menschenketteeingereiht hatten. »Das ist das stärkste Signal, das die Region sendet«, zeigte sich der Aachener Städteregionsrat Helmut Etschenberg von dem Engagement der Teilenhmer begeistert. Auch wenn die Menschenkette nicht lückenlos gelang, zeigten die Teilnehmer mit einem eindeutigen Zeichen ihr Sorgen und Bedenken.Die Eifel hat ein Zeichen gesetzt gegen den Atomreaktor Tihange 2. Alleine aus den Kall, Hellenthal, Schleiden, Mechernich, Marmagen und Wolfert nahmen rund 220 Eifeler an der Menschenkette zwischen Tihange und Aachen teil.»Ich hatte nicht mit so…

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Beim Einkauf Tihange ausschalten

Imgenbroich. Ein klares Zeichen gegen Tihange: Auch auf dem Gelände der Einkaufswelt Victor wurde nun eine »Tihange Aus«-Säule aufgestellt. Damit signalisieren die Arbeitsgemeinschaft Monschauer Unternehmen samt Bürgermeisterin Margareta Ritter ihre klare Forderung an die belgische Regierung: Die Abschaltung des Pannenreaktors. Finanziert von der AMU - die Kosten betragen 2000 Euro - wurde die Säule direkt an der Trierer Straße am Zugang zu »Victor fashion & sports« aufgestellt. Ein Zählwerk registriert jede »Abschaltung« - jedes »symbolische« Aus wird wöchentlich der belgischen Regierung mitgeteilt. »Die Menschen entscheiden sich bewusst zum Protest und bringen damit ihre Sorgen zum Ausdruck«, weiß Lars Harmens.»Unsere Sicherheit ist gefährdet«, unterstreicht Margareta Ritter. Ein dauerhaft sichtbares Mahnmal sei ein starkes Symbol, das sie sich auch auf dem Marktplatz wünscht, wo viele Touristen aus der Region und dem benachbarten Ausland es wahrnehmen würden. Sechs weitere Säulen kommen Auch vor dem Medienhaus Weiss wurde eine »Tihange Aus«-Säule errichtet, ebenso am Roet-gener und Herzogenrather Rathaus, am Simmerather Kraremann-Denkmal sowie an der Mayerschen Buchhandlung in Aachen, wo die Zahl der »Aus«-Drücker weit im sechsstelligen Bereich liegt; weitere sechs Säulen werden in den nächsten Wochen in der ganzen Städteregion Aachen aufgestellt.Auf der Internetseite der Protest-Bewegung (www.tihange-alarm.eu) werden alle Orte, an denen  der Pannenreaktor symbolisch ausgeschaltet werden kann, veröffentlicht.Ein klares Zeichen gegen Tihange: Auch auf dem Gelände der Einkaufswelt Victor wurde nun eine »Tihange Aus«-Säule aufgestellt. Damit signalisieren die Arbeitsgemeinschaft Monschauer Unternehmen samt Bürgermeisterin Margareta Ritter ihre klare…

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