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Autorenwettbewerb: WochenSpiegel fördert Nachwuchs

Ziel: Lese- und Schreibkompetenz von Kindern stärken

Stadt Trier. Der WochenSpiegel und Literatur-on-tour veranstalten gemeinsam einen Autoren-Nachwuchswettbewerb. Kinder und Jugendliche sind aufgerufen zum Thema "Mein Freund der Ausländer" Kurzgeschichten bis zum 31. August einzureichen. Als Pate für das Projekt konnte "Höhner"-Frontmann Henning Krautmacher gewonnen werden. Der Wettbewerb hat die Verbesserung der Lese- und Schreibkompetenz von Kindern und Jugendlichen zum Ziel.

" 'Jetzt geht’s los! Wir sind nicht mehr aufzuhalten…' – der Höhner-Titel war uns nach der tollen Höhner-Roncalli-Show im Trierer Messepark Aufforderung genug, den Autorenwettbewerb von WochenSpiegel und Literatur-on-tour Saar Hunsrück gerade jetzt, zum 1. Juni, zu starten", so WochenSpiegel-Verlagsleiterin Evelin Maus. "Dabei freuen wir uns ganz besonders, dass Henning Krautmacher als bundesweit bekanntes Gesicht der 'Höhner' die Patenschaft für diesen Wettbewerb übernommen hat. Sein jahrelanges Engagement für einen besseren Bildungszugang für die Jugend durch Lesen und Leseförderung treibt auch uns an. Denn wer viel und richtig lesen kann, weiß mehr, lebt fantasievoller und kann besser teilnehmen am Leben in unserer Gesellschaft", erklärt Evelin Maus.

Autoren fördern und fordern

"Dass Lesen und Schreiben unmittelbar miteinander zu tun haben, ist eine Binsenweisheit. Deshalb wollen wir mit dem Autoren-Nachwuchswettbewerb nicht nur junge Autoren fördern und fordern, sondern auch die Kultur des Vorlesens durch Eltern und Großeltern verstärkt aufleben lassen. Die besten eingesendeten Kurzgeschichten werden wir in einem Buch zusammenfassen und, illustriert von Künstlern der Europäischen Kunstakademie, veröffentlichen. Das wird mit Sicherheit eine tolle Sache und ein Knüller zum Vorlesen", freut sich Tim Kohley, Vorsitzender des Vereins Literatur-on-tour Saar-Hunsrück.

Grenzenlose Fantasie

Doch zuvor sind gute Ideen zum Motto "Mein Freund ist Ausländer" gefragt. "Als Themen für die Kurzgeschichten bieten sich besondere Alltagssituationen im Sport- oder Musikverein ebenso an wie Erlebtes auf Urlaubsreisen, am Arbeitsplatz, in der Schule oder der Nachbarschaft. Der Fantasie der Jungautoren sollen keine Grenzen gesetzt werden", so Tim Kohley, seit 2013 Initiator und Organisator des Literatur- und Musikfestivals "Literatur-on-tour Saar-Hunsrück". Und Henning Krautmacher ergänzt: "Ein Wettbewerb für junge Autoren ist auch deshalb wichtig, weil so junge Menschen dazu animiert werden, kreativ zu sein, möglichst spannend und fesselnd zu formulieren und Sprache lebendig bleibt."

Hohe gesellschaftliche Relevanz

"Mit dem Motto 'Mein Freund ist Ausländer' greift der Wettbewerb ein Thema von hoher gesellschaftlicher Relevanz auf. Wir alle können durch Ausgrenzung vermeintlich fremder Menschen nichts erreichen, aber durch Integration nur dazugewinnen. Hierzu können die Geschichten auf wunderbare und unterhaltsame Weise beitragen", so Krautmacher. Der Wettbewerb richtet sich in drei Kategorien an Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zehn und 18 Jahren.

Jetzt gilt es!

"Jungs und Mädels, nehmt euren Mut zusammen und schreibt, was euch zum Thema am Herzen liegt! Wenn nicht jetzt, wann dann?", ruft auch Redaktionsleiter Arnt Finkenberg zum Mitmachen auf.

Daten und Fakten zum Wettbewerb

Literarische Form: Kurzgeschichte
Thema: "Mein Freund ist Ausländer" – "Meine Freundin ist Ausländerin"
Teilnehmer: alle Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen zehn und 18 Jahren in drei Kategorien:
A: 10 bis 12 Jahre
B: 13 bis 15 Jahre
C: 16 bis 18 Jahre
Preise: Die jeweils drei besten Arbeiten der Autoren einer Altersgruppe werden mit wertvollen Sachpreisen ausgezeichnet.
Preisübergabe: 7. Dezember 2016 in Trier
Jury: Die Jury ist unabhängig und setzt sich aus mindestens fünf fachkundigen Personen zusammen.
Umfang: maximal fünf DIN-A4-Seiten, Schriftgröße mindestens 10 Punkt, Zeilenabstand: 1,5 Zeilen (Form: PDF-Datei, Word-Datei oder gut lesbare eingereichte Unterlagen)
Einsendeschluss: 31. August 2016
Einsendungen per E-Mail an: autoren@tw-verlag.de (bitte Kontaktdaten, Kategorie und Geburtsdatum nicht vergessen)
Pate & Förderer der Idee: Henning Kraumacher (Frontmann der "Höhner"), ausgezeichnet von der Stiftung Lesen mit dem AusLese-Preis 2009 als "Botschafter des Lesens"

FIN

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Auf den Spuren der Großeltern

Dernau. Matthias Bertram ist Experte für die Geschichte der Juden aus dem Ahrtal. Seit er bei den Recherchen für sein Buch »…in einem anderen Land« in Israel Micha Adler kennen lernte, gibt es immer wieder Menschen, die aus der ganzen Welt zu Bertram ins Ahrtal kommen auf den Spuren ihrer Verwandten. Nun war ein Paar aus Tel Aviv im Ahrtal zu Gast und konnte die Geschichte der Großeltern zurückverfolgen. Dernau/Ahrweiler. »Das sind schon sehr emotionale Momente«, erzählt Bertram, der Amos und Ruth Adler entlang der Stationen der Geschichte von Amos Adlers Großeltern durch das Ahrtal führen konnte. Die Geschichte der Großeltern konnte Bertram für die Gäste dann auch rekapitulieren. Angefangen hat es mit einer Annonce im Jahr 1907. Abraham Bär, gebürtig aus Dernau, dann in Ahrweiler in der Ahrhut zu Hause und Vorsteher der jüdischen Gemeinde Ahrweiler sucht in der Zeitung „Der Israelit“ die Stelle eines Religionslehrers und Cantors in Ahrweiler zu besetzen. Bedingung dafür ist, dass er auch den Religionsunterricht in den benachbarten Gemeinden Remagen, Sinzig, und Niederzissen mit erteilt.Tägliche BegegnungSicherlich, so würde man heute sagen, keine bequeme Aufgabe. Ein junger Mann aus Rüsselsheim, Jonas Adler, geb. 1880, der von 1898 bis 1901 die Bildungsanstalt für jüdische Lehrer in Hannover besucht hatte, bewarb sich. Jonas wohnte zu dieser Zeit in Frankfurt und musste, bevor er endgültig eingestellt wurde, auf Wunsch des Regierungspräsidenten in Koblenz noch ein Leumundszeugnis des Polizeipräsidiums in Frankfurt beibringen. Nach der Einstellung in Ahrweiler bezog er ein Zimmer in der Niederhutstr. 21 in Ahrweiler.Der Fußweg von der Niederhutstr. 21 zur Synagoge Ahrweiler in der Altenbaustr. 12 war nicht weit und führte jeweils am Haus Niederhutstr. 46 vorbei. Im Haus Niederhutstr. 46 hatte die Unternehmerin (Modistin, Hutmacherin) Amalie (Malchen) Heymann eine Niederlassung eröffnet. Ihr Hauptgeschäft hatte die junge Frau (geb. 1884 in der Oberhut in Ahrweiler, als Tochter des in Dernau geborenen Leopold Heymann) einige Jahre zuvor in Bad Neuenahr eröffnet. So blieb es nicht aus, dass man sich des Öfteren sah und schätzen und lieben lernte. Malchen wird später in einem Gedicht schreiben, wie sie mit Jonas im Elternhaus in Neuenahr, Telegrafenstr. 6, Zärtlichkeiten austauschte: „ … und wo als Braut mich der Geliebte küsste. …“ Jonas und Malchen heirateten 1913. Später war die selbstbewusste Malchen Mitglied der kommunistischen Partei. Um 1932/1933, sie wohnte damals mit der Familie in Bad Mergentheim, hatte sie einen Artikel gegen die Nationalsozialisten geschrieben und veröffentlicht. Frühe FluchtNach der Machtergreifung der NSDAP war sie als Kommunistin und Jüdin extrem gefährdet. Da sie Hitlers „Mein Kampf“ gelesen hatte, glaubte sie zu wissen, was nun kommen würde. Noch im Jahre 1933 macht sie sich mit ihren drei Kindern auf den Weg in die Schweiz. Die Grenze überquerten sie zu Fuß und illegal und kamen zunächst bei der Familie Brandes in Zürich unter. Später schafften sie es über Triest, allerdings zunächst nur mit einem Touristenvisum, nach Palästina zu kommen. Jonas, der als Lehrer noch einige Zeit in Bad Mergentheim/Edelfingen blieb, kam später nach.Für Amos Adler war es eine emotionale Reise auf den Spuren von Oma und Opa. Er ging nicht nur dem Weg des Großvaters von der Niederhutstr. 21 zur Synagoge in der Altenbaustr. 12 nach, sondern hatte auch Gelegenheit die ehemaligen Häuser der Familie in der Telegrafenstr. 6 in Neuenahr und in der Teichgasse in Dernau zu sehen und die Gräber der Vorfahren in Neuenahr, Ahrweiler und Dernau zu besuchen. Amos Adler wohnt heute mit seiner Frau Ruth bei Tel Aviv in Israel. Den Kontakt zu Matthias Bertram bekam er über seinen Bruder Micha Adler, der als erstes aus Israel ins Ahrtal kam. »Das wurde dann innerhalb der Familie in den letzten zwei Jahren weiter erzählt«, erklärt Bertram, der schon mehrere Gäste aus aller Welt über ihre Familiengeschichte informiert hat. Buchtipps:Mehr historischen Hintergrund gibt es in den Werken von Matthias Bertram »… mit ihren eigenen Worten – Rheinische Juden erzählen aus ihrem Leben« (ISBN-13: 978-3956315718) und »… in einem anderen Land – Geschichte Leben und Lebenswege von Juden im Rheinland« (ISBN-13: 978-3956313332). Beide sind erschienen im Shaker-Verlag. Matthias Bertram ist Experte für die Geschichte der Juden aus dem Ahrtal. Seit er bei den Recherchen für sein Buch »…in einem anderen Land« in Israel Micha Adler kennen lernte, gibt es immer wieder Menschen, die…

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