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Brüssel: Deutsche Polizei kontrolliert weiterhin Grenze

Trier. Nach den Terroranschlägen in Brüssel, bei denen mindestens 30 Menschen ums Leben kamen, sind auch in Deutschland die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden. Die Polizei kontrolliert verstärkt die Grenzen zu Belgien und Luxemburg. Auch Bahnhöfe und der Flugverkehr werden überwacht. Reisende müssen mehr Zeit einplanen. Laut Medienberichten hat sich die Terrormiliz "Islamlischer Staat" zu den Anschlägen bekannt.

Überblick

  • Im Brüsseler Flughafen Zaventem hat es am Dienstag zwei Explosionen gegeben. Zeugen haben Schüsse gehört.
  • Eine weitere Detonation gab es in der Metro-Station Maelbeek in der Nähe der EU-Institutionen.
  • Die belgische Staatsanwaltschaft spricht von einem Terroranschlag.
  • Laut Medienberichten ist ein Bekennerschreiben des Islamischen Staates (IS) aufgetaucht, in dem sich die Terrororganisation zu den Anschlägen bekennt.
  • Die belgische Gesundheitsministerin Maggie De Block spricht von ungefähr 31 Toten und fast 260 Verletzten, die genauen Opferzahlen sind allerdings immer noch nicht bekannt.
  • Die belgische Regierung hat die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen.
  • Brüssel ist komplett abgeriegelt. Die Grenze zu Frankreich ist gechlossen. Alle Flugverbindungen von und nach Brüssel sind gestrichen, Nah- und Fernverkehr sind eingestellt.
  • laut Medienberichten hat das Personal, das für den Betrieb des belgische Atomkraftwerkes Tihange (circa 70 Kilometer von Aachen entfernt) nicht unbedingt notwendig ist, das Kraftwerk verlassen; Berichte, dass das AKW evakuiert wird, wurden dementiert
  • Die Deutsche Bahn hat alle Zugverbindungen nach Belgien vorerst eingestellt, Züge fahren nur bis Aachen und wieder zurück.
  • Die belgische Regierung hat eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. In Deutschland wehen am heutigen Mittwoch die Fahnen an den obersten Bundes- sowie einigen Landesbehörden auf Halbmast.
  • Laut Medienberichten sind die Selbstmordattentäter wohl identifiziert. Es soll sich bei den beiden um ein Brüderpaar handeln, das polizeibekannt ist. Nach dem dritten Attentäter wird gefahndet. Er befindet sich auf der Flucht. 


Rheinland-Pfalz

Polizei in Alarmbereitschaft

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Innenminister Roger Lewentz haben sich geschockt und entsetzt über die Anschläge Brüssel gezeigt. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern der Explosionen und deren Angehörigen. Wir verurteilen diesen Terroranschlag auf das Schärfste", sagten  die beiden SPD-Politiker. Wegen der Nähe zu Belgien und den engen Kontakten nach Brüssel seien die Gedanken der Rheinland-Pfälzer besonders intensiv bei den belgischen Nachbarn. Dreyer und Lewentz: "Wir werden in Rheinland-Pfalz alles tun, um Sicherheit für unsere Bevölkerung zu gewährleisten." Die Sicherheitsbehörden seien extrem wachsam und hoch sensibilisiert. Roger Lewentz: "Die Polizei hat unter Beteiligung der Spezialeinheiten Fahndungsmaßnahmen im Grenzbereich zu Belgien intensiviert. Außerdem wurden die Spezialeinheiten und die Polizeihubschrauberstaffel in erhöhte Bereitschaft versetzt. Auch unsere Streifenpolizisten wurden sensibilisiert und führen Maschinenpistolen in den Wagen mit." Die Fahndungen im Grenzbereich sind zudem intensiviert worden.

Verstärkte Kontrollen in der Region Trier

Das Polizeipräsidium Trierhat in Absprache mit der Bundespolizei und mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei seine Präsenz in der Grenzregion zu Belgien und Luxemburg verstärkt und dort auch Kontrollen vorgenommen. Besonderheiten oder Verdachtslagen haben sich bisher nicht ergeben. Der Einsatz wird am heutigen Mittwoch fortgesetzt. Nach den derzeitigen Erkenntnissen gibt es keine Bezüge zwischen den Anschlägen in Belgien und der Region Trier. 

 

Nordrhein-Westfalen

Bundespolizei kontrolliert

Die Bundespolizei kontrolliert verstärkt an der Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Belgien. Auch Bahnhöfe und der Luftverkehr werden verstärkt überwacht. Die Schutzausrüstung der Beamten ist verstärkt worden, wie es von Seiten der Bundespolizei heißt. 

Landesregierung nimmt Gefährdungslage sehr ernst

Bis nach Ostern wird die Landesvertretung aus Sicherheitsgründen nun geschlossen. Die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern stehen in einem engen Informationsaustausch. Die Landesregierung nimmt die Gefährdungslage sehr ernst und hat weitere notwendige Sicherheitsmaßnahmen veranlasst. Dazu gehören verstärkte offene und verdeckte Schutz- und Kontrollmaßnahmen sowie der Schutz von öffentlichen belgischen Einrichtungen. "Polizei und Verfassungsschutz in NRW sind nach den Anschlägen in Brüssel besonders wachsam", betonte Innenminister Ralf Jäger. "Die notwendigen Kräfte sind sensibilisiert und einsatzbereit. Wir wissen, dass auch Deutschland im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus steht." Es gebe jedoch derzeit keine konkreten Hinweise auf bevorstehende Anschläge. "Wir lassen uns nicht einschüchtern", so der Innenminister. Weltoffenheit und Toleranz dürften dem "feigen Anschlag" mutmaßlicher Islamisten nicht geopfert werden.

Aufruf zum Zusammenhalt

Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat zum Zusammenhalt aufgerufen. "Bei aller Trauer und allen Tränen müssen wir zusammenstehen: Die Demokratie ist stärker als Terror", sagte die SPD-Politikerin in Düsseldorf. Sie sprach den Belgiern Mitgefühl aus. "Es ist grauenhaft, dass nach den Anschlägen von Paris wieder unschuldige Menschen Opfer fanatischer Terroristen werden, die unseren westlichen Werten und unserer europäischen Lebensweise den Krieg erklärt haben."

Foto: Symbolbild - Wiki Commons/Ad Meskens

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