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Gladiators gleichen Playoffserie aus

64:48 Heimsieg nach 70:76 Auftaktniederlage

Trier. Nach den ersten beiden Playoff-Begegnungen der besten Basketballer Triers und Chemnitz' steht es den Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit entsprechend 1:1. Mit einem 64:48-Triumph im 16. Heimspiel der Saison und gut 45 Stunden nach ihrer 70:76-Niederlage in Sachsen haben die Römerstrom Gladiators sich und den Fans mindestens einen 17. Auftritt in der Trierer Arena gesichert. Dieser ist auf den Karsamstag (19 Uhr) terminiert. Am Mittwoch davor ist Chemnitz wieder als Spielort an der Reihe.

Von Bernd Schneider

Karl Marx wird nicht nur demnächst als Statue in Porta-Nigra-Nähe vertreten sein, sondern auch im 2017-er Halbfinale der zweithöchsten deutschen Basketball-Klasse: Entweder durch Marx' Geburtsstadt Trier oder durch Chemnitz' Namensvorgänger Karl-Marx-Stadt. Näher liegt theoretisch Letzteres, weil Triers Profis nicht ohne Sieg in Chemnitz auskommen, Chemnitz' Profis hingegen ohne Sieg in Trier, wenn sie daheim nicht verlieren. Die Hoffnung der Gladiators-Fans auf einen Gesamtsieg im Viertelfinale ist allerdings nach den ersten 80 von vielleicht 200 Spielminuten größer geworden. Grund ist die Höhe des Sieges im wichtigsten Heimspiel seit dem 23. April 2016 (Halbfinal-59:69 gegen Jena) und erst recht die Art und Weise, wie der Gegner an diesem Palmsonntag sportlich beherrscht wurde. Unter dem Strich entstand - für die Playoff-Phase höchst ungewöhnlich - sogar der sechsthöchste Saisonsieg. Grob zusammengefasst wurde da die überraschend hohe Differenz per 40:25, die zur Halbzeitpause bestand, ungefähr in die Endabrechnung übertragen. Auffällig war dabei eine Steigerung bezüglich Hauptrunde, was schöne und effektive Kombinationen "in die Spitze" betraf. Die Qualität der Gladiators-Darbietung zeigte sich auch darin, dass überhaupt nicht ins Gewicht fiel, dass der sonst so treffsichere Kapitän Simon Schmitz keinen guten Tag hatte.

Der Saisonrekord bei der Zuschauerzahl wurde trotz Superwetter erwartungsgemäß mal wieder höher getrieben, diesmal um 53 auf 3108. Zum absoluten Gladiators-Höchstwert fehlen jetzt "nur" noch 679.....

Gäste-Trainer Rodrigo Pastore bilanzierte: "Die Trierer waren heute zu gut für uns." Gut möglich, dass der Verlierer-Coach Gelegenheit bekommt, diesen Satz zu wiederholen.

Zum Playoff-Auftakt am ersten April-Freitag waren die Trierer zwar nicht in der Chemnitz untergegangen, aber in der nach diesem Fluss benannten Stadt. Allerdings wurden die Moselaner da nicht allzu tief unter Wasser gezogen (es war sogar die knappste aller Playoff-Auftakt-Niederlagen), was die Trierer Zuversicht für die gesamte Viertelfinal-Serie bereits nährte. Über 18:10 und 46:60 war ein Sieg durchaus machbar, aber nach einem 10:0-Lauf bis auf 56:60 riss der Faden. Auffällig unter anderem, dass Sebastian Herrera seit langem mal wieder zweistellig traf (16) und lediglich von Simon Schmitz übertroffen wurde (18).

Heißer Aspekt: Falls die Gothaer sich nach ihren zwei Siegen und überraschender 2:0-Führung tatsächlich gegen Crailsheim durchsetzen sollten, hätten die Trierer im Halbfinale, dessen Gesamtsieger vorbehaltlich der Erstliga-Lizenzen beide aufsteigen, das Heimvorteil-Plus! Triers Trainer Marco van den Berg wollte verständlicherweise nicht so weit nach vorne blicken.

Die erfolgreichsten fünf Gladiators-Korbschützen nach 32 Saisonspielen: Spearman 491, Schmitz 366, Herrera 227, Smit 199, Nicholas 170.

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