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Sein Faible: Fußball und Fastnacht

Peter Pries hat bei der Eintracht das Mikrofon abgegeben

Trier. "Stimme des Moselstadions": Diesen Titel hat(te) Peter Pries bei Eintracht Trier inne. Insgesamt zwei Jahrzehnte lang war er zunächst als Stadionsprecher und bis zuletzt als Moderator der Pressekonferenz aktiv. Jetzt ist für den 72-Jährigen in dieser Mission aber Schluss…

"Es sollen auch mal Jüngere machen. Dem Verein werde ich aber wohl erhalten bleiben. Wie genau, das werden wir noch besprechen", kündigt Pries an. Höhen hat der im damaligen Westpreußen geborene  und einst berufsbedingt an die Mosel gekommene Pries bei den Trierern genauso mit gemacht, wie Tiefen.  Egal, ob der lang ersehnte Zweitligaaufstieg 2002, der bittere Abstieg der Eintracht drei Jahre später – und zahlreiche Überraschungen im DFB-Pokal: Meist war er ganz nah dabei, hielt dem Verein immer die Treue.

Spaß mit DFB-Vertretern

Unvergessen sind für ihn gerade die Erfolge in der Saison 1997/98, als die Blau-Schwarz-Weißen nach Siegen unter anderem gegen den damaligen UEFA-Cup-Sieger Schalke 04 (2:1) und Weltpokalsieger Borussia Dortmund (1:0) als Drittligist sensationell ins Halbfinale einzogen. Dort flogen sie erst nach einem Elfmeterkrimi gegen den MSV Duisburg raus. "Damals fuhr ich als einer der offiziellen Vertreter des Vereins zu den Live-Übertragungen der Auslosungen in die Studios von ARD und ZDF. Mit den Verantwortlichen des DFB habe ich mich dann jeweils augenzwinkernd für die nächste Runde verabredet. Das ging dann ja lange gut und wir hatten Riesenspaß dabei…"

Karneval ist zweite große Leidenschaft

Der Karneval ist die zweite große Leidenschaft für Pries: 1970 machte das Nordlicht erste nähere Bekanntschaft mit der Fastnacht, wurde ´71 Sitzungspräsident der Roten Funken. 1984 kam er zum Heuschreck. Nach wie vor ist er Präsident des Landesverbands Rhein-Mosel-Lahn und »Vize« des rheinland-pfälzischen Landesverbands für karnevalistischen Tanzsport. Als  Ober-Fastnachter und Chef der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval (ATK) überreichte er früher den von ihm initiierten  Kaiser-Augustus-orden an Fußballgrößen wie Fritz Walter (2001), Markus Merk (2004) und die damaligen DFB-Präsidenten Egidius Braun (1998),  Theo Zwanziger (2009). Unter den bisherigen Preisträgern sind aber noch weitere  illustre Namen, darunter die Fernsehmoderatoren Karl Moik, Dieter-Thomas Heck, Alfred Biolek und Birgit Schrowange.

Erhitzte Gemüter beruhigt

Die närrische Lockerheit half Pries auch schon oft im Stadion oder bei der Pressekonferenz, um die erhitzten Gemüter mit einem lockeren Spruch wieder zu besänftigen. "Aus der Saison habe ich im Eifer des Gefechts auch schon mal die Session gemacht", erinnert sich Pries schmunzelnd an einen Versprecher. Bei der Eintracht ist er fast schon 40 Jahre lang Mitglied. Den Traditionsklub sieht er aktuell auf einem guten Weg: "Mit 63 Punkten und Platz fünf in der Schlusstabelle der Regionalliga Südwest sind wir sehr zufrieden." Dem neuerlichen Auftritt der Eintracht Mitte August auf der nationalen Fußball-Bühne im DFB-Pokal fiebert er schon jetzt entgegen...

Zur Person

Peter Pries wurde am 16. Oktober 1943 in Marienwerder/Westpreußen geboren. Als Kriegsflüchtling kam er ins spätere Schleswig-Holstein, als Sanitäter bei der Bundeswehr dann  1963 nach Trier. Hier heiratete er ´65 seine Roswitha (zwei Töchter/ vier Enkel). Beruflich war Pries zunächst im Brüderkrankenhaus in der Krankenpflege, dann im Labor tätig, ging später zu den Vereinigten Hospitien, wo er bis zum Ruhestand ´ 08 zuletzt zehn Jahre lang als Personalratsvorsitzender tätig war.

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