SP

Wieder mehr Wintervögel in Rheinland-Pfalz

Neuer Rekord bei der "Stunde der Wintervögel"

Trier. Nach den sehr niedrigen Zahlen im vergangenen Winter, haben sich in diesem Jahr wieder mehr Wintervögel in den Gärten und Parks von Rheinland-Pfalz eingefunden. Das hat die Zähl-Aktion des NABU, die Stunde der Wintervögel, ergeben. Die Endergebnis wurden nun vorgestellt. Über 7.400 Vogelfreunde haben sich an der Aktion beteiligt und Zählungen aus knapp 5.000 Gärten übermittelt – ein neuer Rekord. Damit konnte die bisherige Höchstzahl von 6.600 aus dem Vorjahr übertroffen werden.

"Im vergangenen Winter hatten die Teilnehmer 20 Prozent weniger Vögel gemeldet, als im Schnitt der Jahre zuvor", sagt Kerstin Schnücker vom NABU Rheinland-Pfalz. "Zum Glück hat sich dieses erschreckende Ergebnis nicht wiederholt. Im Vergleich zum Vorjahr wurden sogar 26 Prozent mehr Vögel gesichtet." 2018 wurden rund 42 Vögel pro Garten gemeldet, im vergangenen Jahr waren es nur 34 Vögel.

Haussperling ist häufigster Wintervogel

In der Rangliste der häufigsten Wintervögel haben sich Kohl- und Blaumeise nun den zweiten und dritten Platz hinter dem Haussperling zurückerobert. Hauben- und Tannenmeisen kamen im Vergleich zu 2017 sogar vier- bis fünfmalmal so häufig in die Gärten wie im vergangenen Jahr. Auch andere typische Waldvögel, wie Kleiber, Gimpel, Buntspecht und Eichelhäher wurden häufiger gemeldet. "Unsere größte Finkenart, der Kernbeißer, wurde besonders oft beobachtet!, sagt Schnücker.

"Zu erklären sind diese Schwankungen durch die Auswirkungen jährlich unterschiedlicher Witterungs- und Nahrungsverhältnisse", so Schnücker. Grundsätzlich kämen in milderen Wintern, wie den vergangenen beiden, weniger Vögel in die Gärten, da sie auch außerhalb der Siedlungen noch genug Nahrung fänden. Dennoch fehlten im vergangenen Jahr viele Meisen und waldbewohnende Finkenarten, während sie in diesem Winter wieder in gewohnter Anzahl gesichtet wurden. "Erklären lässt sich dies vermutlich durch das von Jahr zu Jahr sehr unterschiedliche Angebot an Baumsamen in den Wäldern – nicht nur bei uns, sondern auch in den Herkunftsgebieten dieser Vögel in Nord- und Osteuropa. Je weniger Samen, desto größer der Zuzug von Vögeln aus diesen Regionen zu uns und desto eher nehmen diese Vögel naturnahe Gärten und Vogelfütterungen dankbar an", so Schnücker.

Trend zu vermehrten Überwinterungen

Zusätzlich zur Rückkehr der Meisen und Waldvögel in die rheinland-pfälzischen Gärten konnte bei einigen Vogelarten, die Rheinland-Pfalz im Winter üblicherweise nur teilweise verlassen, ein deutlicher Trend zu vermehrten Überwinterungen festgestellt werden. Bestes Beispiel ist der Star, Vogel des Jahres 2018. Mit 3,57 Individuen pro Garten erzielte er in diesem Jahr mit Abstand sein bestes Ergebnis und wird inzwischen bereits in jedem vierten Garten auch bei der Winterzählung angetroffen. Auch bei den Teilziehern Ringeltaube und Stieglitz zeigt sich eine ähnliche Entwicklung. Diese Arten reagieren damit auf die vermehrten milden Winter, die ihnen eine Überwinterung näher an ihren Brutgebieten ermöglicht.

RED

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.