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Aus für Waderner Klinik - Angebotserweiterung für Hermeskeil

VG Hermeskeil. Das Krankenhaus in Wadern soll bis Ende 2017 geschlossen werden. Allein wirtschaftliche Gründe, nämlich ein jährliches Defizit in Millionenhöhe, sind dafür ausschlaggebend. Dies resultiert nicht zuletzt aus den deutlich verschlechterten Rahmenbedingungen, mit denen insbesondere kleine Krankenhäuser zu kämpfen haben. Für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter will die Marienhaus Unternehmensgruppe auch und gerade in den trägereigenen Einrichtungen nach individuellen Lösungen suchen und will, wenn eben möglich, auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten.

Auch wenn damit der Klinikverbund Hochwald-Saar, den die Träger im März 2016 aus der Taufe gehoben hatten, einen von vier Standorten verliert, so sollen die Marienhausklinik St. Josef Losheim am See, das St. Josef-Krankenhaus Hermeskeil und das Caritas-Krankenhaus Lebach als Klinikverbund weiterhin eng zusammenarbeiten. (Die Häuser in Wadern, Losheim und Hermeskeil gehören zur Marienhaus Unternehmensgruppe, Lebach ist eine Einrichtung der cusanus trägergesellschaft trier mbH, ctt). – Über diese tiefgreifenden Veränderungen informierte die Spitze der Marienhaus Unternehmensgruppe die Mitarbeiterschaft am heutigen Vormittag bei einer Mitarbeiterversammlung in Wadern.

Die Pläne, die Dr. Heinz-Jürgen Scheid, der Vorsitzende des Vorstandes der Marienhaus Stiftung, sowie die beiden Geschäftsführer Dr. Günter Merschbächer und Dr. Klaus-Peter Reimund für die einzelnen Standorte vorstellten, sehen wie folgt aus:

Das Krankenhaus in Wadern will die Marienhaus Unternehmensgruppe bis Ende 2017 schließen. Betroffen davon sind die Chirurgie und die Innere Medizin. Auf dem bisherigen Krankenhausgelände soll auf Dauer ein Neubau entstehen. Hier soll, so erläuterte Klaus-Peter Reimund die Pläne des Trägers, ein Senioren-Quartier entstehen – in direkter Nachbarschaft und unter Einbeziehung des Alten- und Pflegeheims St. Maria, das zugleich erweitert wird. Mit einer Tagespflege, einer Sozialstation, mit Arztpraxen und seniorengerechten Wohnungen.

Medizinische Versorgung der Menschen in der Region soll sichergestellt sein

Darüber hinaus will die Marienhaus Unternehmensgruppe (trotz der Schließung des Akutkrankenhauses) aktiv daran mitarbeiten, die medizinische Versorgung der Menschen in der Region auch in Zukunft sicherzustellen. Konkret sollen speziell ausgebildete Pflegekräfte die Hausärzte unterstützen und entlasten, etwa bei der Versorgung chronisch kranker Menschen. Das Projekt eines sogenannten ANP-Center – ANP steht für Advanced Nursing Practice – verfolgt das Ziel, neue Formen zur langfristigen Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung in der Region zu etablieren. Für dieses Projekt zur Stärkung der medizinischen Grundversorgung im ländlichen Raum hofft der Träger auf eine Förderung aus Mitteln des Innovationsfonds.

Der Standort Losheim mit den Abteilungen Konservative Orthopädie und Innere Medizin soll erhalten bleiben. Schließlich ist die Konservative Orthopädie „eines unserer Leuchtturmprojekte in der Trägerschaft“, so Dr. Reimund.

Das Angebot in der Hermeskeiler Klinik soll erweitert werden

Das Leistungsspektrum des St. Josef-Krankenhauses Hermeskeil (es liegt als einziges der vier Häuser in Rheinland-Pfalz) soll ausgeweitet werden. Die Gespräche hierüber mit dem Land will der Träger nach den Worten von Günter Merschbächer zügig angehen.

Die weitere Entwicklung der Einrichtung in Lebach – insbesondere die anstehenden baulichen Maßnahmen, die vor dem Hintergrund der notwendigen Brandschutzmaßnahmen umzusetzen sind – erfolgt zeitnah, und zwar federführend durch die ctt als Trägerin des Caritas-Krankenhauses.

Die zukünftige Marschroute für die Einrichtungen im Hochwald liegt somit fest. Die Schließung des Akutkrankenhauses in Wadern ist für den Träger sehr schmerzlich. Denn Wadern ist eine der ältesten und damit traditionsreichsten Einrichtungen des Unternehmens. Die Gründung geht schließlich auf Mutter M. Rosa Flesch, die Gründerin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen, zurück. Gleichwohl ist dieser Schritt angesichts der immer schwieriger werdenden Rahmenbedingungen insbesondere für kleinere Krankenhäuser doch unausweichlich, betonten Scheid, Merschbächer und Reimund. Auch wenn die Drei wissen, „wie schwer zu akzeptieren das in dieser Situation für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Menschen in Wadern ist“. Aber die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben das Versprechen, dass der Träger trotz aller tiefgreifenden Veränderungen intensiv an individuellen Lösungen arbeiten und auf betriebsbedingte Kündigungen möglichst verzichten will.

 

 

 

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