Anti-Asyl-Demo endet für NPD im Fiasko

Stadt Trier. Mit einem eher peinlichen Video versuchte NPD-Rädelsführer Safet Babic noch am Vorabend des angemeldeten "Fackelmarsches" gegen ein geplantes Asylbewerberheim im Dechant-Engel-Haus (Trier-Euren) mobil zu machen. Doch dann erschienen zum ersten "nationalen Apell" am Samstagabend, 1. August, kaum mehr als 30 Gesinnungsgenossen. Ihnen gegenüber standen nach Angaben vom Verein "Trier für Alle" rund 1.200 Gegendemonstranten. Sehr weit ging's für die "Kameraden" jedoch nicht: Eine friedliche Blockade am Römerbrückenkopf verhinderte den NPD-Einmarsch in das Stadtzentrum. Später wurde die Demo gegen "Asylbetrug" aufgelöst. Die Polizei sicherte indes mit einem Großaufgebot.

Noch bevor die NPD-Demo am Dechant-Engel-Haus vorbeizog, versammelten sich zunächst mehr als 400 Menschen vor dem zukünftigen Flüchtlingsheim in der Eurener Straße, darunter auch Oberbürgermeister Wolfram Leibe sowie Baudezernent Andreas Ludwig.

 

Trier ist solidarisch

Beide folgten den Redebeiträgen und zeigten sich vom Engangement der Trierer Bürger erfreut: "Ich finde es klasse, dass sich Menschen aus der Mitte der Gesellschaft für die Flüchtlinge einsetzen. Trier ist eine weltoffene Stadt und dies zeigen stellvertretend diese mehrere hundert Menschen", so Leibe. Thomas Kupczik, Vorsitzender des Vereins für ein buntes Trier, unterstrich in seinem Redebeitrag die bereits jetzt schon große Solidarität der Menschen in Trier-West und betonte: "Die eigene Not macht sensibel für die der anderen".  Bunte Vielfalt sei im Stadtteil bereits vorhanden und vertrage keine "braune Soße", so Kupczik weiter.

Stimmen

Der gleichen Meinung sind auch die beiden Studentinnen Julia und Svenja, die mit einem selbstgebastelten Plakat ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen möchten. Beide sind bereits in der Flüchtlingshilfe aktiv und engagieren sich in ihrer freien Zeit im Flüchtlingscafé in Trier-Nord. "In Trier ist kein Platz für Rassismus", lautet so auch ihr Tenor. Wie schlecht die NPD-Demonstranten indes mit an ihnen geübter Kritik umgehen können, mussten die Studenten Lena, Janine, Julia, Eva und Jan unmittelbar erfahren. Sie kokettierten mit einem Plakat, auf dem sie "Keinhorn für Nazis" forderten, insbesondere nicht für besonders füllige Exemplare. Auf dem Weg zur Gegendemonstration seien sie von den NPD-Demonstranten beschimpft worden, man hätte ihnen angedroht, das mitgeführte Schild "ins Kreuz schlagen" zu wollen. Oliver, um die 40 Jahre alt und ein echter Trierer, sieht unterdessen die Politik in der Hauptverantwortung: "Ich bin für eine alternative Asylpolitik, bei der das Personal ausreichend geschult ist, das erkennt, wo es ein berechtigtes Asylbegehren gibt oder ein wirtschaftlich motiviertes."

Antifa mit "Wasserbomben"

Noch bevor die NPDler in Hörreichweite waren, besetzten Gegendemonstranten den Eurener Weg im Bereich des Bahnüberganges, darunter wenig später auch Angehörige der linksgerichteten Antifa-Bewegung. Die Einsatzkräfte der Polizei wurden sichtlich nervöser, es kam mehrfach zu Gerangel und kleineren Auseinandersetzungen; rund um das Dechant-Engel-Haus war zu diesem Zeitpunkt kein Durchkommen mehr. Bei sommerlichen Temperaturen flogen aus den Reihen der Gegendemonstranten alsbald "Wasserbomben", Safet Babic sprach von "Wurfgeschossen".

Fotos: Kreller

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