Martina Greve

DGB-Reichtumsuhr: Schere zwischen Arm und Reich

Stadt Trier. Mit einer Reichtumsuhr hat der DGB Region Trier kürzlich vor dem Handwerkerbrunnen in Trier auf die ungleiche Vermögensverteilung in Deutschland aufmerksam gemacht. "Die reichsten zehn Prozent im Land besitzen fast 4,9 Billionen Euro, das sind mehr als 60 Prozent des Gesamtvermögens", sagte Eugen Roth, stellvertretender Vorsitzender des DGB-Bezirks West, am Dienstag in Trier. "Gleichzeitig haben die ärmsten zehn Prozent der Bevölkerung nahezu 15 Milliarden Euro Schulden. Es wird Zeit, dass Vermögende stärker zur Konsolidierung der Haushalte herangezogen werden."

Die DGB-Reichtumsuhr zeigt die Vermögensverteilung in Deutschland an. Während das Vermögen der Reichsten in Deutschland um ca.4.709 Euro wächst, steigt die Verschuldung der Ärmsten im Land pro Sekunde um 24 Euro. "Die Uhr macht deutlich, wie sehr die Schere auseinander geht", sagte Marcus Heintel, Gewerkschaftssekretär beim DGB Region Trier. Eine Vermögenssteuer sei daher auf eine Frage der Gerechtigkeit.Seit 1998 seien Reiche durch Steuerreformen um 50 Milliarden Eurojährlich entlastet worden. Die versprochenen neuen Arbeitsplätze seien jedoch ausgeblieben. "Stattdessen haben wir prekäre Beschäftigung mit Befristungen, Leiharbeit und Minijobs", erläutert Eugen Roth.

Die Lasten der Bankenrettung müssten vor allem kleinere und mittlere Einkommen tragen. "Darum wird es Zeit, dass nun auch Vermögende ihren Beitrag leisten. Allein Rheinland-Pfalz könnte so 560 Millionen Euro pro Jahr mehr einnehmen und damit zum Beispiel Schulden abbauen."Roth betonte, dass die zur Debatte stehenden Modelle einer Vermögenssteuernur wirklich Vermögende belasten würden. Für Alleinstehendesei ein Freibetrag von zwei Millionen Euro, bei Verheiratetenvon vier Millionen Euro im Gespräch. "Wer mehr als vier Millionen besitzt, dem tut eine Abgabe von einem Prozent auf das darüber hinausgehende Vermögen nicht weh." Zugleich sei eine Vermögensabgabe "ein echtes Konjunkturprogramm", da Geld, das auf der hohenKante herumliege, in den Kreislauf der Realwirtschaft zurückgebracht werde. "Außerdem bedeutet das 'UmFAIRteilen' auch für die Stadt und die Region Trier ein Weg zum finanzpolitischen Überleben", so Roth abschließend.

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