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Es war einmal... Karneval

Stadt Trier. Wenn Narren mit dreifachem Helau und viel Getöse durch die Straßen ziehen, weiß jeder, dass die "Fünfte Jahreszeit" wieder begonnen hat. Doch wie feierte man früher Karneval und wieso wird heute Konfetti geworfen?

Über den genauen Ursprung des Karnevals (oder auch Fastnacht oder Fasching) wird noch heute debattiert. Ursprünglich war Karneval ein rein katholisches Fest. Gemeint war damit die Nacht vor Aschermittwoch, also die Nacht vor Beginn der Fastenzeit, in der man noch einmal ausgiebig Fleisch verzehren durfte und es sich gut gehen ließ. Im 13. Jahrhundert dehnten die Narren die Karnevalszeit aus und seitdem erstreckt sich der Höhepunkt des närrischen Treibens von Donnerstag bis Dienstagabend. Offiziell wird die kunterbunte Zeit schon am 11.11. um 11.11 Uhr eingeläutet.

Schon die Kelten verkleideten sich

Aber auch schon lange vor dem 13. Jahrhundert - in den Riten der keltischen Religion - wurden im Vorfrühling Feste mit Mummenschanz, Geschrei und Getöse gefeiert. Mit dem Ziel den Winter auszutreiben und die Frühlingsgeister zu wecken, verkleidete man sich als Geister, Kobolde und unheimliche Gestalten aus der Natur und zog lärmend umher. Neben Karnevalsumzügen feierte man seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts auch in Kappensitzungen die sorglose, bunte Zeit. Früher waren dies reine Männerverantaltungen. Nach und nach entwickelten sich aber auch Frauensitzungen. Bei diesen Zusammenkünften lauschte man bei Bier, Wein und gutem Essen amüsanten Vorträgen, Karnevalsliedern oder erfreut sich an Tänzen. Im Laufe der Zeit wurde die Bütt zum Ort des Vortragens der überwiegend politisch provokanten Reden. Geleitet werden die Sitzungen - damals wie heute - vom Elferrat mit Narrenkappe, der die Jakobiner während der Französischen Revolution spöttisch parodieren soll.

Von Nonnen und Mönchen

Schon 1729 genossen Mönche, Stiftsfrauen und Nonnen in Klöstern zeitweise Narrenfreiheit. Berichten einer Nonne zufolge wurde in einem rheinländischen Kloster bis in die frühen Morgenstunden mit Schokolade, Tee, Kaffee, Glücks- und Kartenspielen gesündigt. In Kölner Klöstern sollen sich die Mönche und Nonnen im 16. Jahrhundert auch verkleidet haben.

Die alten Römer

Karnevalsähnliche Feiern findet man auch bei den alten Römern. Vom 17. bis 19. Dezember feierte man im Rahmen eines öffentlichen Gelages die Saturnalien zu Ehren des Gottes Saturnus. Sklaven und Herren saßen myrtenbekränzt zusammen am Tisch, tranken und aßen gemeinsam und es musste kein Blatt vor den Mund genommen werden. Dabei überschütteten sie sich gegenseitig mit kleinen Rosen, an die heute unser Konfetti erinnert. Farbenprächtige Umzüge, bei denen ein geschmückter Schiffswagen umhergezogen wurde, waren auch typisch für die gesellige Zeit der Römer.

Karneval in Trier

In Trier versteht sich die Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval (ATK) als Interessenvertretung für derzeit 17 Karnevalsvereine aus Deutschlands ältester Stadt. Als Dachorganisation ist es ihr wichtig, die Tradition und das Brauchtum des Trierer Karneval zu pflegen.

11.11., 11.11 Uhr

Bis heute ist nicht geklärt, warum die Karnevalszeit am 11.11. um 11.11 Uhr beginnt. So könnte den Narren einfach die Schnapszahl gefallen. Es könnte aber auch als Überschreitung der Zehn Gebote gesehen werden oder sich auf die Forderungen E(egalite) L(liberte) und F(fraternite) (Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit,) der französischen Revolution beziehen.

HS

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