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Florian "König von Trier" - Prinzessin Tanja I. begeistert

Sportmoderator mit Kaiser-Augustus-Orden ausgezeichnet

Stadt Trier. So spannend dürften die letzten 36 Stunden vor einer ATK-Gala für die Aktiven noch nie gewesen sein. Die eigentlich für den Kaiser-Augustus-Orden 2017 nominierte Verona Pooth muss wegen einer schweren Mittelohrentzündung am Freitag absagen. Doch ATK-Präsident Andreas Peters und vor allem seinem Vize Stefan Feltes gelingt das unmögliche: Sie können den eigentlich erst für 2018 geplanten Preisträger Florian König gewinnen, die Ehrung bereits ein Jahr vorher in Empfang zu nehmen. Dem bekannten Sportreporter fliegen in der Galanacht in der Trierer Eurohalle spätestens mit seiner bescheidenen Art und dem Werben für Mitmenschlichkeit und Unterstützung der Schwächsten in der Welt die Herzen zu. Sein von der Volksbank Trier gestiftetes Preisgeld von 5555,55 Euro fließt der Ronald-McDonald-Kinderhilfe an der Universitätsklinik Tübingen in Königs Heimatstadt Tübingen zu. Vergleichbar mit der Villa Kunterbunt in Trier, die es Eltern und Angehörigen zum Beispiel ermöglicht, krebskranke Kinder bei ihrem stationären Aufenthalt im Krankenhaus zu begleiten und mit ihnen zusammen wohnen zu können.

Die Laudatio auf den 24. Prominenten Kaiser-Augustus-Ordensträger hält ein nicht minder spontaner Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe, der erst fünf Stunden von Galabeginn davon erfuhr, die Lobrede auf Florian König halten zu dürfen.

OB Leibe hält Laudatio

Er spart in der voll besetzten Europahalle nicht mit Lob für die Veranstaltung und die beiden Moderatoren des Abends Peters und Feltes. Durch die dabei bewiesenen Eigenschaften flexibel, spontan, teamfähig und entscheidungsfreudig würden sie sich durchaus für die in Trier zu besetzenden Positionen eines Theaterintendanten und Kulturdezernenten qualifizieren. Und hätte sich der aktuelle Ordensträger König in jungen Jahren nicht ums Cellospielen gedrückt und es zur Vollendung gebracht, würde sich dieser auch für die dritte in Trier vakante Position als Generalmusikdirektor qualifizieren.

Lob und einen nur selten verliehenen Orden gibt es für König auch vom Präsidenten des Bundes Deutscher Karneval, Klaus-Ludwig Fess, der 2,6 Millionen Mitglieder in über 5.200 Vereinen repräsentiert und auf König als einen Sonderbotschafter für das Kulturgut Karneval setzt.

Textsicher und sangesfreudig -  Inthronisation von Prinzessin Tanja I.

Im Nu eroberte auch die neue in diesem Jahr prinzenlose Soloprinzessin Tanja I. vom Eiscafé Calchera sich die Zuneigung und Bewunderung der Zuschauer und der Repräsentanten und Abordnungen der 17 Mitgliedsvereine, die zusammen die Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval ATK bilden. Live gesungen und live begleitet hatte sie ihre Inthronisation musikalisch begonnen und dafür alte und neue Faschingsschlager aus Mainz und Köln zu einem eigenen Prinzessinnen-Medley arrangiert. Mit „Trier helau“ gab sie gleich mit gemeinsamem Schunkeln, Feiern und Lachen einen Vorgeschmack auf ihre Amtszeit. Dazu gehörte auch das umgetextete „Cantare oh oh“ zu „Calchera oh oh“ oder eine gesungene Vorstellung ihrer Sponsoren und Unterstützer. Für sie geht mit der Wahl zur neuen Trierer Stadtprinzessin „hier und heute in dieser Stadt ein Traum in Erfüllung“. Unterstützt wird sie von ihrem karnevalistischen Heimatverein, der KG Trier-Süd, der Stadtgarde und der Koobengarde.

Einen der ersten Orden verlieh Tanja Wilke-Oberbillig an Oberbürgermeister Wolfram Leibe, der vor dieser Prinzessin gerne auf die Knie ging, um sich ihren Orden umhängen zu lassen. Tanja I. löst den am Ende der Session 2016 prinzessinnenlosen Prinz Elmar I. Meister der Elemente ab mit 321 Auftritten in dessen abgelaufener Session. Der dankte mit ein wenig Wehmut unter anderem den Trierer Hofmusikanten, die ihn bei gut 180 Auftritten musikalische begleitet und unterstützt hätten.

Tückischer Eisregen kein Stimmungsverderber

Mit Rücksicht auf den am Galaabend einsetzenden Eisregen und glatte Straßen war das Programm mit leichter Verzögerung gestartet. Nicht daran teilnehmen konnte wegen glatter Straßen Ordensträgerin Roswitha Beck und ihr Mann Kurt Beck, Landes-Ministerpräsident a.D.. Ein Heimspiel und daher vom Wetter nicht verhindert waren hingegen an der Spitze der zahlreichen Ehrengäste Ministerpräsidentin Malu Dreyer und ihr Mann, Honorarkonsul des Großherzogtums Luxemburg und Ex-OB der Stadt Trier Klaus Jensen. An ihrem Tisch fühlte sich der künftige Ordensträger Florian König bestens aufgehoben und unterhalten. Von dort verfolgte er bis kurz nach Mitternacht ein abwechslungsreiches, frisch-frech-fröhlich und zeitgemäß präsentiertes Programm mit einem Vorgeschmack auf die aktuelle Session der karnevalistisch Aktiven im Raum Trier.

Toller Gardenachwuchs begeistert

Der Nachwuchs- und Jugendarbeit besonders verpflichtet, war der Auftakt des gut vierstündigen Abends dem tänzerischen und närrischen Nachwuchses vorbehalten. Eröffnet wurde die ATK-Gala 2017 mit der Jugendgarde Irsch der Burgnarren Irsch . Trainiert wurden die zehn auftretenden 13- bis 15jährigen von Antje Nehmer und Katja Klein.

Unter dem Motto „Alles Liebe“ präsentierte sich in diesem Jahr „Die Rote Zora und ihre Bande“. Zehn Nachwuchstalente im Alter von vier bis 25 Jahren hatten sich eigens für die einmalige Gala in der Europahalle zusammengetan. Trainiert von Sabine Herschler, Tatjana Heinz, Sarah Klaß, Lisa Wegner und Anna Mühlen. Die Herzen des Publikums flogen natürlich besonders der Kleinsten, der vierjährigen Romy zu, die keinerlei Bühnenangst hatte und sich mit Beifall der gut 1000 Zuschauer etwa als Blumenmädchen bei der getanzten Hochzeitsszene feiern ließ.

Auch bei der Stadtgarde Augusta Treverorum 1977 muss man sich bei Aktiven und Nachwuchstalenten des Tanzcorps keinerlei Gedanken machen. Gut 50 Tänzerinnen und Tänzer im Alter zwischen zarten fünf Jahren und gestandenen 51 Jahren zeigten mit Klasse ihr Können (Trainerteam unter Leitung von Petra Oly). Die Aktiven zauberten auf der in die Jahrzehnte gekommenen Stadthallenbühne aber so manchem auch ein Sorgenfältchen während der gut acht Minuten temporeichen Tanzvorführung auf die Stirn. Doch die betagte Tante Europahalle gab keinen Grund zur Sorge, vor der Session 2019 in Rente gehen zu wollen.

Nicht minder bravourös gestaltete sich der Showtanz der Goldenen Kooben (GW Euren) mit 30 Tänzern im Alter von 14 bis 38 Jahren. Trainiert von Janina Mattes und Eireen Bidinger drehte sich musikalisch-tänzerisch alles ums Zebra, den Zebrastreifen und die Gefahr, nach dem Gebrauch von „Zidolin“ plötzlich ungewollt streifenfrei zu sein.

Flatterhaft im wahrsten Sinn des Wortes ging es beim Showtanz der Roten Funken zu. Unter dem Thema „Es lebe der Comic“ flatterten, krabbelten und tanzten 25 Tänzer zwischen 15 und 28 Jahren als Supermann, Spinne und Fledermaus, neudeutsch Batman, Spiderman, Spiderwoman und am Ende auch noch als Miss Piggy aus der Muppetshow über die Bühne (Trainern Claudia Wanninger).

Stimmungsmusik und Königs Tanzeinlage

Neben den Tanzeinlagen sind bei der ATK-Gala der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval auch musikalische Größen inzwischen unverzichtbar. Dazu gehörten auch an diesem Samstagabend die Formation FUN 2.0 (Leitung Mario Gerhard), das musikalische Heimspiel der Leiendecker Bloas mit seinem Namensgeber, dem schon zu Lebzeiten legendären Helmut Leiendecker und seiner schwarzen Melone (mit einigen neuen Liedern und einem begnadeten Saxofonisten) sowie den „De Hofnarren“, die in dieser Formation seit nunmehr zwölf Jahren auftreten und inzwischen auch mit Kölscher Stimmungsmusik fast den „Höhner“ den Rang ablaufen. Ihr Auftritt war auch eine musikalische Verbeugung vor dem in Köln bei RTL arbeitenden Ordensträger Florian König, der von Sänger Elmarius I. zusammen mit den beiden Gala-Moderatoren Peters und Feltes zum Tanzen auf die Bühne geholt wurde.

Ein zweites Mal durften sich die Goldenen Kooben mit einer zeitgemäßen und meisterschaftlichen Choreographie im Gardetanz präsentieren. Sabine Herschler und Janina Mattes zeigten ihre choreographische Vollendung mit ausgewählten 20 Gardetänzerinnen im Alter von 15 bis 28 Jahren, für mehr Tänzerinnen war kein Platz auf der Bühne.

Kaiser-Agustus-Orden & 5.555 Euro für Ronald-McDonald

Ihr Tanz leitete zur Kaiser-Augustus-Ordensverleihung über, 2033 Jahre nach Gründung der Augusta-Treverorum und damit der Tradition folgend natürlich auch mit Aufmarsch und Begleitung des neuen Ordensträgers durch die Römergruppe.

Passend zur späteren Abba-Show leitete der weltbekannte Song „Money Money“ zur symbolischen Scheckübergabe durch drei Repräsentanten der Volksbank Trier an Florian König über. Die Volksbank-Spitze sagte dabei zu, das Preisgeld für den jährlichen Kaiser-Augustus-Orden der ATK stellen zu wollen, „solange ein Italiener“ die Geschicke der Europäischen Zentralbank in Frankfurt lenke, sprich Mario Draghi Präsident der Europäischen Zentralbank ist.

Humorvoller König: "Gebe gerne die Verona"

Kaiser-Augustus-Preisträger ist Florian König. Journalistisch begann er beim damaligen Süddeutschen Rundfunk und wechselte dann später zum Privatsender RTL und wurde dort inhaltlich und optisch zu einem Aushängeschild und Markenzeichen der Sportberichterstattung. Er nahm seine um ein Jahr vorgezogene Ehrung in Trier gelassen und humorvoll. Er habe gerne am Freitag spontan zugesagt und gebe gerne die Verona. Optisch habe das Publikum dadurch sicherlich verloren, grammatikalisch aber vielleicht gewonnen, scherzte er kurz nach Mitternacht am frühen Sonntagmorgen. Neben einer kurzen Vorstellung seines durch das Preisgeld unterstützten Ronald-McDonald-Projektes an der Tübinger Uniklinik warb er für mehr Zuversicht in Deutschland und bei den Einzelnen nach dem Motto, das Glas als halb voll anzusehen und nicht als halb leer. Er sei weit gereist. Es gebe kein Land in der Welt, das so gut funktioniere. „Wir haben ein unglaublich hohes Ansehen und genießen viele Sympathien in der Welt“. Er sei sicher, dass 2017 ein tolles Jahr werde.

Zum Finale die Abba-Show

Musikalisch ging die Nacht auf der Bühne und im Foyer mit der Abba-Show Waterloo weiter. Und nach vier Stunden geballten Programms auf der Bühne gab es genug Gesprächsstoff, die Gala als närrischen Neujahrsempfang Triers ausklingen zu lassen.

Text: HWG/ Hanns-Wilhelm Grobe

Fotos: Schwarz/Finkenberg

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