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Gladiator trotz 30 Prozent einer der Matchwinner

Stadt Trier. Unmittelbar vor einem spielfreien Wochenende (in Köln stattdessen am 9. November) ist den Römerstrom Gladiators ein 75:65-Sieg gegen Hanau gelungen.

Von Bernd Schneider und Vinzenz Anton                     

Doppelt so viele Niederlagen wie Siege und das dritte Heimspiel der Saison lag innerhalb eines Kurzurlaubs mancher Menschen. Wohl wegen dieser beiden Fakten  geriet der Zuschauer-Durchschnitt bei Zweitliga-Geschehen 2017/18 in Trier unterhalb des Mittelwerts der gesamten vorigen Saison (2092:2191). Die anwesenden 1687 zahlenden Sportfreunde (niedrigster Wert seit dem 10. Dezember 2016) erlebten die saisonbezogen erste Auswärtsniederlage des einzigen Hessen-Verteters in der Liga, denn von jeder ihrer ersten drei Reisen waren die Hanauer als Sieger heimgekehrt. Und das sogar mit durchschnittlich 19 Korbpunkten Differenz. Dies wertete den dritten Saisonsieg der Gladiators natürlich auf.

Anfängliche Besorgnis                             

23 und zehn Tage zuvor an gleicher Stätte hatte Kapitän Simon Schmitz jeweils einen sehr wichtigen Faktor im Heimspiel der Trierer dargestellt, diesmal fehlte der 27-Jährige wegen seiner Rückenprobleme. Das Team und der "statt" Schmitz aufgebotene Kilian Dietz, der seine ersten Korbpunkte seit April erzielte, konnten dieses Handikap jedoch kompensieren. Dietz wurde vom Trainer indirekt sogar als einer der Matchwinner ausgemacht. Der andere war Jermaine Bucknor am letzten Abend seines 34. Lebensjahres. Dietz, dem neben vielem anderem zwei Steels gelangen, verschwieg den großen eigenen Beitrag zum Erfolg natürlich, nannte stattdessen neben Bucknor "gute Ballbewegungen" als Grund. Der Bernkasteler, der sich nach seiner Verletzungspause "erst bei 30 Prozent" sieht, glaubte auch die Ursache für den schlechten Start seiner Mannschaft zu kennen: "Unser Erfolgsduck". Da benötigten die Hanauer nur 279 Sekunden für eine Führung mit zweistelliger Differenz, und schon kam unter den Gladiators-Fans wieder Besorgnis auf. Diese kehrte  verkleinert zunächst zurück, nachdem immerhin noch im ersten Viertel per 20:19 die erste Führung der Trierer entstanden war. Doch mit einem 20:9 zwischen den Anfängen der 21. und 26. Minute begaben sich die Moselaner unaufhaltsam auf Siegkurs.       

"Bin heute extrem happy"

Den Spruch des Abends, eigentlich sogar des Monats, lieferte Sieger-Coach Marco van den Berg innerhalb seiner Begründung dafür, dass Bucknor einmal mehr nicht zu den zeitlich ersten fünf Spielern zählte: "Du spielst ja nicht einen Joker als erste Karte." Weniger pointiert, aber bezeichnend war das, was der 52-jährige Niederländer über seinen Gemütszustand verriet: "Ich bin heute extrem happy."   

Von Fintel ist "Mann des Abends"

Das Prädikat "Mann des Abends" gebührte keinem der Schützlinge van den Bergs, sondern dem glatzköpfigen Christian von Fintel. Er erzielte 22 Korbpunkte, darunter fünf Dreier und wusste stets bestens, wo es lang ging. Für einige andere Hanauer galt dies längst nicht immer. Sogar peinlich war ein Personalwechsel-Chaos, das man sich zwischendurch leistete und die Trierer Arena in diesem Ausmaß zuvor noch nicht erlebt hatte. Den größten vordergründigen Beitrag zum Gastgeber-Sieg leistete Kyle Dranginis (18).                       

Randnotiz     

Längst nicht so bedeutsam wie die gleichzeitige 500 von Martin Luther, aber immerhin erwähnenswert: Den 500. Gladiators-Korbpunkt der Saison baute Justin Alston per Freiwurf.               

Korrektur       

Aufgrund eines Rechenfehlers hatten wir den Gladiators 33 Zweitliga-Niederlagen seit Gründung zugeschrieben, es sind jedoch 36, neben nunmehr 42 Siegen. 

Statistik

Die erfolgreichsten fünf Gladiators-Korbschützen nach sieben Saisonspielen:  Dranginis 104,  Joos 78,  Alston 68,  Bucknor 60,  Schmitz 54. 

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