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Gladiators: Der große Tag des Luxemburgers

Stadt Trier. Je ein Heimspiel kurz vor und kurz nach Weihnachten beinhaltet der Zweitliga-Plan 2017/18 für die Römerstrom Gladiators. Das erste und theoretisch wesentlich leichtere ist gewonnen: Der Tabellenletzte Young Pikes Baunach unterlag mit 60:85.

Von Bernd Schneider und Vinzenz Anton                  

Im Gegensatz zur Hinrunde-Bilanz wird die  Dezember-Bilanz der Gladiators positiv sein. Und zwar sogar dann, wenn es fünf Tage nach dem Erfolg gegen das Schlusslicht nicht gelingt, dem Spitzenduo-Mitglied Merlins Crailsheim dessen erst zweite Niederlage zuzufügen (Mittwoch, 20 Uhr) und zugleich die eigene Siegesserie vierteilig zu machen. Pointe: Crailsheims letzter Spieltermin des Kalenderjahres umfasst eine kurze Trier-Rückkehr von Distanzwurf-Spezialist Sebastian Herrera, der vor achteinhalb Monaten noch für die Gladiators auf Korbpunktejagd ging und im Hinspiel am 14. Oktober mehr als jeder andere Spieler zur 82:101-Niederlage der Trierer beitrug. Gladiators-Trainer Marco van den Berg hält die Crailsheimer für die stärkste Mannschaft der Liga. Vier Trainingseinheiten sollen dazu beitragen, dass man diesem Team trotzdem gewachsen ist. Organisatorisch klappt das mit besagter Vorbereitung umso besser, weil van den Berg über die Feiertage nicht zu seiner Familie nach Groningen fährt, sondern umgekehrt. Im Rückblick auf den zweithöchsten Saisonsieg freute den 52-jährigen Coach am meisten, "dass wir zum dritten Mal in Folge unter zehn Ballverlusten geblieben sind."

Treue der Zuschauer

Im Basketball-"Unterhaus" bilden die Weihnachtstage die Trennboje zwischen der ersten und zweiten Hälfte der Hauptrunde. "Zwischen den Jahren", wie es so schön falsch heißt, starten die Gladiators also in die Rückrunde. Nach einer Hinrunde, der insgesamt die Beurteilung "nicht berauschend" gebührt (siehe unten). Dennoch überlebte innerhalb der Zahlen der Gladiators-Augenzeugen der Minusrekord 1621, der vom 13. Januar 2017 datiert, locker. Auch ist der Durchschnitt der Hinrunde im Vergleich zur Hauptrunde 2016/17 (Playoff also nicht mitgerechnet) nur zweistellig geschrumpft (2004:2070).                              

Superlativ beim neuen Spieler                                

Die 1812 letzten Zuschauer vor Weihnachten waren natürlich besonders gespannt auf die Heimspiel-Premiere des elf Tage zuvor verpflichteten 2,07-Meter-Mannes Robert Nortmann. Der 30-Jährige legte die erfolgreichste Heimpremiere sämtlicher Neuzugänge seit der Gladiators-Gründung 2015 hin. Sein erster Eindruck in der Trierer Arena, abgesehen vom Training: "Sehr gute Team-Organisation." Übertroffen wurde Nortmann von Thomas Grün. Der Luxemburger Nationalspieler traf nach einem eigenhändigen Steal bereits in der fünften Sekunde (!) des Spiels, begeisterte mit einem Kunstwurf in der 26. Minute,  beeindruckte in seinen 21 Einsatzminuten und erzielte erstmals mehr als ein Dutzend Korbpunkte. Man sei von Anfang an auf die Defensive focussiert gewesen und habe inzwischen als Mannschaft richtig zusammengefunden, fand Grün und ergänzte: "Die Crailsheimer kommen jetzt gerade recht!"                             

Die altersbedingt überforderten jungen Baunacher waren da als Test-Gegner kaum geeignet. Sie wussten lediglich mit der Rarität eines Treffers aus etwa neun Metern Entfernung zu glänzen. Insgesamt war die Dreier-Quote besser als die der Trierer. Deren sage und schreibe 17 Fehlversuche aus der Distanz legten den Verdacht nahe, dass man sich da etwas für Mittwoch aufgehoben hat.......                 

Statistik                  

Es war die zweithöchste von nunmehr 14 Saisonniederlagen der Baunacher. Den Trierern sind erstmals seit Februar drei Siege in Folge gelungen. Eine längere Serie beinhaltete die vorige Saison nicht. * Mittelmaß: In der soeben beendeten Hinrunde gab es acht Niederlagen, vor zwei Jahren (Premiere-Saison) sogar neun, 2016/17 allerdings nur sieben. Die Hauptrunden der Vergangenheit endeten beide mit 13 Niederlagen, was jeweils den sechsten Tabellenrang bedeutete.                       

Die Bestandteile der Korbpunkte-Endsumme 85 der Gladiators am 22. Dezember, jeweils separat für erste und zweite Halbzeit (Spieler-Reihenfolge an den Einsatzzeiten orientiert):  Schmitz (2+3),  Bucknor (6+3),  Dranginis (1+1),  Grün (8+7),  Nortmann (4+10),  Smit (0+4),    Shoutvin (6+6),  Joos (16+0),  Ilzhöfer (4+0),  Schmikale (0+4),  Hennen (0+0),  Buntic (0+0).  * Topscorer also Johannes Joos (der sich in der 22. Minute leicht verletzte), und das zum sechsten Mal.                    

Individual-Zwischenbilanz               

Die erfolgreichsten zehn Gladiators-Schützen der Hinrunde alias nach 15 Saisonspielen:  Joos 213,  Dranginis 194,  Bucknor 142,  Schmitz 116,  Smit 103,  Schmikale 80,  Ilzhöfer 76,  Grün 74,  Alston 68,  Shoutvin 61. *  Bei den Durchschnittswerten pro Spiel liegt Kapitän Schmitz (11,6) weit vorne, da er fünf Mal fehlte. Auch bei Alston und Shoutvin haben die genannten Summen natürlich einen arg abweichenden Aussagewert. 

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