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Gladiators: zweites Viertel zu große Hypothek

Stadt Trier. Der "Tag des Trierer Spitzensports" beinhaltete eine Heimniederlage der Römerstrom Gladiators bei der ersten Gelegenheit der Saison: Erstliga-Absteiger Phönix Hagen triumphierte mit 72:68.

Niemand hat die Quintessenz schon dadurch, dass er sich in Triers Stadtteil Quint eine Flasche Essig besorgt. Ebensowenig garantiert ein überragender neuer Spieler ein besseres Mannschafts-Abschneiden als in der Saison zuvor. Zumal dieser Mann bei seinem ersten Zweitliga-Auftritt an der Mosel weit unter der Erwartung blieb, die er durch seine summiert 60 Korbpunkte in Vechta und in Kirchheim notgedrungen geweckt hatte. "In Trier ist die Situation für mich besser als in Kopenhagen", beurteilt der dermaßen sensationell in die Saison gestartete Kyle Dranginis seinen Wechsel von Dänemark nach Südwestdeutschland. Warum er bei seinem dritten wichtigen Gladiators-Einsatz nicht überzeugte, konnte sich der 25-jährige Amerikaner offenbar nicht so recht erklären.  

Zu große Hypothek in "Schlacht"

Die Hauptursache dafür, dass die Gladiators im Gegensatz zum Vorjahr (4:2) jetzt mit 2:4 Tabellenpunkten dastehen, blieb hingegen keinem Zeugen verborgen: Nach 21:14 im ersten Viertel verbuchten die Moselaner im zweiten Quartal ein desaströses 7:25, das letzten Endes eine zu große Hypothek darstellte in einer "Schlacht", wie Sieger-Trainer Dietmar Günther die Partie rückblickend titulierte. Günthers Amtskollege Marco van den Berg fand, dass die Hagener "in  den wichtigen Augenblicken einfach besser" gewesen seien. Gladiators-Kapitän Simon Schmitz ärgerte vor allem, "dass wir nur 32-prozentig aus dem Feld getroffen haben."  Kein Wunder in Synthese mit sehr effektiver Defensiv-Arbeit der Hagener, dass Schmitz und Co. um 7,06 Zähler unter dem eigenen Korbpunkte-Durchschnitt in den 17 Heimspielen der vorigen Saison blieben. Schmitz'  neuer Teamkamerad Justin Alston glaubte erkannt zu haben, dass "wir an vielen kleinen Dingen arbeiten müssen."                       

Positives aus Trierer Sicht

Das Positive aus Trierer Sicht: Erstens die Rarität zweier Dunks schon in der ersten halben Minute (dadurch 4:0). Zweitens natürlich die Aufholjagd von 28:39 auf 48:48 (mit drei Schmitz-Dreiern in Folge). Und drittens die Zuschauerzahl 2547, mit der der Mittelwert der vorigen Saison bereits um 356 übertroffen wurde. Und 2016/17 kamen nur viermal noch mehr Leute in die Trierer Arena, davon zweimal in der Playoff-Phase.                              

Die erfolgreichsten fünf Gladiators-Korbschützen nach drei Spielen:  Dranginis 68,  Alston 39,  Schmitz 36,  Joos 28,  Ilzhöfer 19.

Von Bernd Schneider und Vinzenz Anton         

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