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Kastrationswochen sollen Katzen-Elend verhindern

Stadt Trier. Auch in diesem Jahr findet wieder die Aktion "Kastrationswochen für Katzen" statt. 13 Tierartzpraxen haben sich im Rahmen der Aktion bereit erklärt, vom 15. bis zum 28. Januar Katzen und Kater zu kastrieren. Im vergangenen Jahr wurden so immerhin 116 Kastrationen vorgenommen. Die Aktion möchte Streunerkatzen unnötiges Leid ersparen.

Warum diese Aktion so notwendig ist, zeigt sich jedes Jahr auch im Tierheim Trier. Unerwünschte Tiere werden abgegeben, ausgesetzt oder streunen herrenlos umher -  ohne Versorgung und Nahrung. Ursache dafür sind sowohl unkastrierte Kater und Katzen aus Privathaushalten, als auch frei lebende Straßenkatzen, die sich unkontrolliert fortpflanzen und so für ständigen Zuwachs sorgen. "Wir können nur an jeden Einzelnen appellieren, Freigänger auf jeden Fall kastrieren zu lassen. Tierheime und Tierschutzvereine kommen regelmäßig im Frühjahr und Herbst mit vielen 'überzähligen' Katzen an ihre Grenzen der Belastbarkeit", heißt es von Seiten des Tierschutzverein Trier und Umgebung.

Viele Streuner sind krank und verletzt

Geschätzte zwei Millionen dieser Streunerkatzen gibt es bundesweit. Sie stammen ursprünglich von unkastrierten Freigängern aus Privathaushalten oder ausgesetzten Tieren ab. Als domestizierte Tiere sind sie auf menschliche Unterstützung angewiesen. Viele der Straßentiere leiden unter Krankheiten, Parasiten sowie Mangel- oder Unterernährung. "Bei Revierkämpfen kommt es häufig zu Verletzungen und Folgeschäden, die dann auch gut versorgte und geliebte Hauskatze betreffen können und so zu unnötigem Leid und finanziellen Einbußen führen können. Denken wir dabei zum Beispiel an die Übertragung des Felinen Immundefizienz-Virus, das auch als FIV/Katzen Aids bekannt ist", so der Tierschutzverein weiter.

Kastration ist Routineeingriff

Eine nachhaltige und tierschutzgerechte Methode ist die Kastration von Kater und Katze  -  ein Routineeingriff. Da eine Kastration bei Tierhaltern oftmals an den notwendigen finanziellen Mitteln scheitert, bieten Tierschutzvereine in der Aktions-Zeit Hilfe an. Wer sein Tier während der beiden Wochen unfruchtbar machen lässt und die vom teilnehmenden Tierarzt ausgestellte Bescheinigung bei den Vereinen vorlegt, bekommt einen Zuschuss gezahlt. Finanziert wird die Aktion mittels eines Kastrationsfonds, bestehend aus Spenden der teilnehmenden Tierärzte und der Vereine. Ob ein Tierarzt an der Aktion teilnimmt, erfahren Interessierte direkt bei diesem oder bei den teilnehmenden Tierschutzvereinen. Einige Bundesländer haben bereits derartige Zuständigkeitsverordnungen auf Basis des Tierschutzgesetzes (Paragraph 13) erlassen.

Tiere registrieren lassen

Neben der Kastration sollten Katzenbesitzer ihre Tiere zur Identifizierung zudem kennzeichnen lassen und registrieren, zum Beispiel im Haustierregister von Findefix oder Tasso. Streuner können vor Ort angefüttert, in Lebendfallen gefangen, kastriert, registriert und nach einer Erholungszeit in ihrem Revier wieder freigelassen werden. "Wir sind natürlich bei dieser Arbeit auf die finanzielle Unterstützung von tierlieben Menschen und ehrenamtlichen Helfern angewiesen. Oft schließen sich Nachbarn zusammen, um die Kastrationskosten zu übernehmen", so der Trierer Tierschutzverein.

RED

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