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"Sechser im Lotto" für das Trierer Stadtmuseum

Stadt Trier. Das Stadtmuseum Simeonstift darf sich über einen spektakulären Neuzugang in seiner Sammlung freuen: Aus Privatbesitz wurde dem Museum ein fast vollständiges Service geschenkt, das der Trierer Porzellanmanufaktur (1809-1821) zugeordnet ist. Erzeugnisse der Trierer Manufaktur sind äußerst selten und kostbar, die Schenkung eines zusammengehörigen Ensembles ist für Museumsdirektorin Dühr "ein Sechser im Lotto".

Die Vorgeschichte der jüngsten Schenkung an das Stadtmuseum beginnt bereits im vergangenen Sommer: Eine Besucherin der Nero-Ausstellung besichtigte auch die stadtgeschichtliche Ausstellung des Stadtmuseums, in der eine Abteilung dem Trierer Porzellan gewidmet ist. Der Anblick der Kaffeekannen, Milchgießer und Mokkatassen erinnerte die Besucherin an ein Porzellan-Service, das seit Jahrzehnten im Familienbesitz ihrer Schwägerin war.

"Sechser im Lotto"

Durch Vermittlung ihrer Schwägerin trat die Besitzerin des Services, die im Ruhrgebiet lebt und anonym bleiben möchte, mit dem Trierer Stadtmuseum in Kontakt. Nach Begutachtung durch Experten des Stadtmuseums konnte das Porzellan der Trierer Porzellanmanufaktur zugeordnet werden. Diese produzierte in den Jahren 1809-1821 am Martinsufer nahe der Kaiser-Wilhelm-Brücke, bevor die Manufaktur wegen Misswirtschaft und der Konkurrenz durch billigeres Steingut wieder schließen musste. "Aufgrund der kurzen Geschichte der Manufaktur gibt es heute nur noch sehr wenige Erzeugnisse auf dem Markt. Ein solches zusammengehöriges Ensemble ist wie ein Sechser im Lotto", erklärt Museumsdirektorin Dr. Elisabeth Dühr.

Trier-Motive als Markenzeichen

Das Markenzeichen der Manufaktur waren Trier-Motive in den Dekormalereien, wie sie auch im jetzt geschenkten Service aufgebracht sind: Darstellungen von römischen Bauwerken zieren das Porzellan ebenso wie idealisierte Ansichten der Stadt. Die Malereien sind in exzellentem Zustand erhalten, während der stellenweise angelaufene kobaltblaue Fond von der bewegten Geschichte des Services erzählt: In der Familie der Vorbesitzerin ist überliefert, dass die Stücke während des 1. und 2. Weltkriegs vergraben worden waren, um sie vor Raub und Zerstörung zu schützen. Die restauratorische Expertise bestätigt, dass säurehaltige Feuchtigkeit die Schäden verursacht haben könnte.

Die abenteuerliche Geschichte des Services

Das Service und seine abenteuerliche Geschichte stellt der Museumsmitarbeiter Dr. Bernd Röder am Sonntag, 21. Mai, im Rahmen des Internationalen Museumstags um 11 Uhr im Stadtmuseum Simeonstift vor. Der Eintritt ist frei.

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