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Oswald von Nell-Breuning-Preis für Franz Müntefering

SPD-Sozialpolitiker für sein Lebenswerk ausgezeichnet

Stadt Trier. Franz Müntefering (77) ist der achte Preisträger des Oswald von Nell-Breuning Preises der Stadt Trier. Der ehemalige Vizekanzler, Bundesminister und SPD-Bundesvorsitzenden erhielt die Auszeichnung am Freitagabend im Rokoko-Saal des Kurfürstlichen Palais als Würdigung seines Lebenswerkes. Müntefering habe als SPD-Politiker mit seinem sozialen Engagement im Geiste der von Pater Nell-Breuning maßgeblich geprägten Katholischen Soziallehre jahrzehntelang praktische Sozialpolitik gestaltet, so die Begründung der Jury.

In seiner Begrüßungsrede bescheinigte Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe als Vorsitzender der Jury Müntefering ein vielfältiges sozialpolitisches Handeln, das auf den Grundwerten der sozialen Verantwortung und der sozialen Gerechtigkeit basiere - Maximen, die zu den Kernaussagen Pater Oswald von Nell-Breuning gehören würden, so Leibe. Die Laudatorin Barbara Stamm, bayerische Landtagspräsidentin und frühere CSU-Sozialministerin, gratulierte Müntefering zu der Auszeichnung und bezeichnete den ausgewiesenen Sozial-, Arbeitsmarkt- und Rentenexperten als würdigen Preisträger.

"Nie Orden angenommen" – Aber: es gibt Ausnahmen

"Ich habe nie Orden angenommen. Ich halte nicht viel davon." So zitierte Barbara Stamm in ihrer Laudatio den Preisträger des mit 10.000 Euro dotierten Oswald Nell-Breuning Preises. In einem Interview mit dem Stern aus dem Jahre 2013 hatte Müntefering verraten, dass er dies im Bundestag sogar schriftlich hinterlegt hätte. Der Geehrte bedankte sich für die Auszeichnung und betonte: „Konsequent sein ist gut, aber es gibt Ausnahmen." Eine davon sei die Entgegennahme des Oswald Nell-Breuning-Preises. Laut Oberbürgermeister und Juryvorsitzenden Wolfram Leibe, habe die Jury auch eine gewisse Parallelität "zum großen Sohn der Stadt" feststellen können. Münteferings vielfältiges sozialpolitisches Handeln basiere auf den Grundwerten der von Pater von Nell-Breuning maßgeblich geprägten Katholischen Soziallehre, der "sozialen Verantwortung" und "Gerechtigkeit" sowie "Solidarität und Subsidiarität und der Freiheit", so Leibe. Zudem habe Müntefering „immer nach bestem Wissen und Gewissen“ dazu beigetragen „die Welt ein klein wenig besser zu machen“, ergänzte Barbara Stamm. 

"Er war für mich ein wichtiger Mann"

Müntefering selbst ist dem in Trier geborenen Jesuitenpater Oswald von Nell-Breuning in seiner Laufbahn mehrmals begegnet. In seiner Dankesrede sprach Müntefering mit Hochachtung über Nell-Breuning und erklärte: „Er war für mich ein wichtiger Mann." Mit dem Satz: "Der Stadt Trier und ihren Bürgerinnen und Bürgern alle Zeit Friede und Wohlstand, Gerechtigkeit und Solidarität" verewigte sich Franz Müntefering zum Abschluss der Verleihung  ebenso wie Laudatorin Barbara Stamm im "Goldenen Buch" der Stadt Trier.

Müntefering achter Preisträger seit 2003

Die Stadt Trier verleiht den mit 10.000 Euro dotierten Oswald von Nell-Breuning-Preis seit dem Jahr 2003 alle zwei Jahre zur Erinnerung an das bedeutende Lebenswerk des 1890 in Trier geborenen und aufgewachsenen großen Sozialethikers und "Nestors der Katholischen Soziallehre", Professor Oswald von Nell-Breuning SJ, der auch Ehrenbürger der Stadt ist.  Frühere Preisträger waren Professor Dr. Paul Kirchhof (2003), Bundeskanzler a. D. Helmut Schmidt (2005), Kardinal Dr. Paul Josef Cordes (2007), die Brüder Dr. Hans-Jochen und Professor Dr. Bernhard Vogel (2009), Bundesminister a.D. Dr. Norbert Blüm (2011), die Organisation "TransFair e.V." (2013) sowie Bundesminister a.D. Dr. Heiner Geißler (2015).

RED/LK/Fotos: Kirsch

 

 

 

 

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