Martina Greve

Rentenkürzung und Niedriglohn: DGB warnt vor Altersarmut

Stadt Trier. Nach aktuellen Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) muss jeder vierte Vollzeitbeschäftigte in der Stadt Trier künftig mindestens 47 Jahre lang arbeiten, um eine Rente zu bekommen, die knapp oberhalb der Grundsicherung liegt.

 

Diese dramatische Entwicklung hat zwei Gründe: In der Region Trier arbeiten 25,4 Prozent der Vollzeitbeschäftigten - 27484 Menschen - zu einem Lohn unterhalb der westdeutschen Niedriglohnschwelle von 1.890 Euro im Monat. Zudem soll das Rentenniveau nach den Plänen der Bundesregierung von heute knapp 50 bis auf 43 Prozent sinken. Altersarmut wird dadurch auch eine Gefahr für Normalverdienende. Die Durchschnittsrente lag im Zugangsjahr 2012 in der Region bei nur 881 Euro (Männer) bzw. 427 Euro (Frauen). Wenn das Rentenniveau von 43 Prozent schon heute gelten würde, läge die durchschnittliche Rente nur noch bei rund 757 Euro (Männer) bzw. 367 Euro (Frauen).

Eine gefährliche Entwicklung, wie Christian Schmitz, Geschäftsführer der DGB-Region Trier, feststellt: "Es ist ein Skandal, dass ein Viertel der Vollzeitbeschäftigten in der Region Trier mit Niedriglöhnen abgespeist wird. Genauso unverantwortlich ist die Senkung des Rentenniveaus, weil nicht nur Geringverdienende, sondern auch Normalverdienende dadurch in die Altersarmut abrutschen." Nach Angaben des DGB würde bei einem Rentenniveau von 43 Prozent die Durchschnittsrente in der Region deutlich unter der Grundsicherung landen. Ein solcher Sturzflug der Rente kann und muss verhindert werden. Wir brauchen dringend einen Politikwechsel, um eine Welle von Altersarmut zu vermeiden. Schmitz: "Wir fordern deshalb eine neue Ordnung am Arbeitsmarkt mit einem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro, eine stärkere Tarifbindung und zumindest eine Stabilisierung des Rentenniveaus."

 

 

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