Svenja Pees

Rolf Ersfeld: Gesellschaftromane mit poetischen Wortbildern

Stadt Trier. Im Sommer 2011 erfüllte sich Rolf Ersfeld einen lang gehegten Wunsch und veröffentlichte seinen ersten Roman "Winterbirnen". Vor kurzem ist das vierte Werk des eifrigen Schriftstellers erschienen. Es trägt den Titel "Delfin und Magnolie" und ist genau wie die Vorgänger wieder ein gefühlvoller Roman, dem eine poetische Bildsprache zu Grunde liegt.

Spannend am Schreiben sei für ihn, dass man sich so lange mit den Protagonisten des jeweiligen Werkes beschäftigt und in ihren Charakter und ihre Psyche eintaucht, erklärt Rolf Ersfeld. "Ich glaube durch das Schreiben wird man selbst zu einem aufmerksameren Beobachter." Für den 67-Jährigen war es ein lang ersehnter Traum Bücher schreiben und publizieren zu können. "Schon als Jugendlicher hatte ich diesen Wunsch", erinnert sich der Trierer. Im Alter von 14 Jahren schrieb er die Pfadfindergeschichte "Der Späher", die sogar im Kinderteil einer Trierer Zeitung abgedruckt wurde. "Damals dachte man: ?Jetzt ist dein Weg vorgezeichnet Autor zu werden", erklärt Rolf Ersfeld und fügt mit einem Lächeln hinzu. "Es hat sich dann aber doch anders entwickelt."

Von wirtschaftsrechtlichen Kommentaren zum Roman

Nach dem Abitur studierte der gebürtige Trierer an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie in Trier und machte berufsbegleitend eine Ausbildung an der Industrie- und Handelskammer (IHK). 30 Jahre lang war er Geschäftsführer der IHK und im Bereich Wirtschaftsrecht tätig bevor er 2010 in Rente ging. Kurzgeschichten hat er zwischendurch immer mal wieder geschrieben. Veröffentlich hat er sie nicht. "Die Geschichten waren eher für den privaten Gebrauch", erklärt Ersfeld. Im Rahmen seiner Tätigkeit bei der IHK verfasste er zwar wirtschaftsrechtliche Kommentare und Fachglossen, Zeit für literarisches Schaffen blieb dem Vater zweier Kinder jedoch wenig. Das kam erst mit seiner Pensionierung. "Ich habe mir ein paar Monate vorher überlegt, was ich machen kann, wenn es soweit ist. Mich nur mit dem Garten beschäftigen, dazu hatte ich keine Lust. Da ich gerne schreibe, kam die Idee einen Roman zu verfassen."

Ganzes Herzblut in Roman gesteckt

Im Sommer 2011 erschien entsprechend sein Erstlingswerk "Winterbirnen". Das Buch handelt von drei Kindern, die sich während der Nachkriegszeit kennenlernen. Gemeinsam teilen sich die Drei eine Winterbirne. Hieraus entwickelt sich eine lebenslange Freundschaft, die trotz unterschiedlicher Lebensläufe und Rivalitäten bestand und dadurch auch einen ganz besonderen Wert hat. "Wenn man einen Roman schreibt, gibt man sein ganzes Herzblut. Ich war mir unsicher, wie der Roman ankommt und welchen Leserkreis er anspricht. Deswegen habe ich im Vorfeld das Manuskript an unterschiedliche Leute verschiedenen Alters, die mich nicht kannten, gegeben", erzählt der Autor, der mit seiner Familie in Trier-Irsch lebt. Das positive Feedback überzeugte den Autor und weckte die Lust auf ein zweites Buch.

Zweiter Roman orientiert sich an wahrer Begebenheit

"Mattuschkes Versuchung" erschien im Frühjahr 2012. In dem Roman geht es um eine junge Studentin, die unmerklich in ein gefährliches Abhängigkeitsverhältnis zu ihrem überaus freundlichen und großzügigen Vermieter gerät, einem hinter dieser Fassade rücksichtslosen Psychopathen. Der Roman orientiert sich an einer wahren Begebenheit. Im Sommer 2012 folgte der dritte Roman "Balthasars Hände". Die Geschichte handelt von einem jungen Mann, der als Kind gehänselt und als Erwachsener die Wirkung seiner heilenden Hände entdeckt. Im Juli dieses Jahres erschien der vierte Roman "Delfin und Magnolie". In dem Werk geht es um zwei Fremde, die sich zufällig über einen anonymen E-Mail Kontakt kennenlernen und eine Korrespondenz beginnen. "Im Mittelpunkt des Buches steht die Frage, ob man sich alleine über das Wort ineinander verlieben kann ohne sich vorher gesehen zu haben", erklärt Rolf Ersfeld. An seinem fünften Roman arbeitet er bereits. "Es wird auch wieder ein Liebes- und Gesellschaftsroman werden. Das Buch ist aus der Sicht einer Frau geschrieben. Der Reiz bestand für mich darin zu schauen, ob mir das gelingt", verrät der Autor bereits vielsagend. Nach diesem Buch möchte er sich erstmal eine schöpferische Auszeit gönnen.

 

Ein schöner Stil ist ihm wichtig

In seinen Werken arbeitet der Trierer viel mit poetischen Wortbildern und Allegorien. "Ich lege viel Wert auf einen schönen Stil", erklärt Ersfeld, dem es wichtig ist, dass seine Bücher einen gewissen Anspruch haben. Im Vordergrund steht für den Autor nicht mit seinen Büchern berühmt zu werden oder damit Geld zu verdienen. "Wenn eines der Bücher ein Bestseller werden würde, würde mich das natürlich freuen, aber diese unrealistische Erwartung habe ich nicht. Für mich ist es toll, dass meine Gedanken sich zu einem Buch zusammengefunden haben, ich einen Verlag gefunden habe und meine Bücher auf positive Resonanz gestoßen sind. Das macht einen schon sehr stolz." Wenn er nicht gerade schreibt, liest Rolf Ersfeld sehr gerne. "Ich bin ein Vielleser. Ich lese klassische Literatur, aber auch moderne Sachen, Krimis, Liebesromane und Historienromane. Momentan lese ich sehr gerne Martin Sutter. Er hat einen sehr guten Schreibstil." Außerhalb der Welt von Papier und Schrift geht der Trierer Autor gerne im Hochgebirge wandern oder kocht in einer Männerkochrunde. Ebenfalls ist er zertifizierter Weinerlebnisbegleiter und führt unter anderem Weinproben durch.

Info unter www.rolf-ersfeld.de

Der WochenSpiegel verlost fünf Exemplare des Werkes "Delfin und Magnolie". Zum Gewinnspiel geht es hier.

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.