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Handball-WM: Rumänien gewinnt Nervenschlacht gegen Spanien

Stadt Trier. Nach neun (von insgesamt 15) WM-Spielen ist absehbar, dass in der Arena Trier am Donnerstag eine magische Grenze geknackt wird: Besucher Nummer 20.000 wird erwartet und darf sich über ein Fanpaket inklusive signiertem Trikot der DHB-Damen freuen. Die letzte Partie am Dienstagabend zwischen Rumänien und Spanien entwickelte sich zur hochklassigen Nervenschlacht. Am Ende triumphierte Rumänien dank Cristina Neagu und Elena Pintea.

Von Vinzenz Anton

Den ersten spielfreien Tag (Montag) nutzte Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe, um die Handballdelegationen der sechs teilnehmenden Nationen offiziell willkommen zu heißen: "Trier ist ein ganz besonderer Ort mit einer großen Historie, deshalb freue ich mich, die Teams in den Viehmarktthermen begrüßen zu dürfen. Wir sind eine junge Sportstadt: Dieses Jahr durften wir bereits die Special Olympics austragen und 2018 kommt die Deutschland-Tour für zwei Tage nach Trier. Dank der Grenznähe zu Frankreich haben wir tolle Stimmung bei den WM-Spielen. Am Samstag war ich live in der Halle und begeistert!" Vom spanischen Delegierten bekamen Leibe und Sportdezernent Andreas Ludwig ein signiertes Trikot der Nationalmannschaft überreicht, was OB Leibe zum scherzen verleitete: "Das Trikot können wir uns ja teilen, wir passen zusammen rein." Den Höhepunkt der Veranstaltung am ersten spielfreien Tag bildete der Eintrag ins goldene Buch der Stadt. Von den Handball-Funktionären der IHF erhielt Trier ein großes Lob, auch für die reibungslose Organisation der Spiele. Über 100 freiwillige Helfer sind fast täglich im Einsatz. Einen ausführlichen Bericht gibt es hier.

Frankreich mit Tempo-Gegenstößen und Top-Torfrau zum Sieg 

"Die erste Hälfte begegneten wir uns auf Augenhöhe, aber in den letzten 30 Spielminuten fehlte die Konzentration, weshalb ich Frankreich zum verdienten Sieg gratuliere", fasste Paraguays Trainer Neri Ruben Vera die erste Abendpartie gut zusammen.  Sieger-Trainer Olivier Krumbholz war mit dem 35:13-Kantersieg insgesamt zufrieden: "Das Spiel hatte zwei Seiten - die erste Hälfte war von uns schlecht und wir haben zu viele Fehler gemacht. In der zweiten Halbzeit haben wir gut gespielt und unsere Torfrau war überragend." Amandine Leynaud erwies sich als bärenstarker Rückhalt und konnte eine gehaltene Quote von 58 Prozent aufweisen. Zudem leitete sie auch mehrfach Tempo-Gegenstöße ein, gegen die Paraguay oft machtlos war. Verdientermaßen wurde Leynaud zur Spielerin des Spiels gewählt. Auf Siegerseite hervorzuheben ist auch Manon Houette, die bei neun erzielten Toren eine Trefferquote von 100 Prozent verbuchte.

Rumänische Welthandballerin überrollt Spanien

Ein Handballspektakel bot sich 1.724 Zuschauern, die Zeugen eines guten Krimis wurden: Spanien erwischte den besseren Start 4:2 (8. Minute), doch die ungeschlagenen Rumäninnen schlugen mit Cristina Neagu zurück. Die dreimalige Welthandballerin erzielte das 8:6 und jubelte dabei über ihren fünften Treffer des Tages – am Ende markierte sie acht Treffer.  Die Abhängigkeit des Teams von Neagu scheint extrem, doch am Dienstagabend ging es gut. Die sehr intensiv geführte Begegnung blieb bis in die Schlussminuten offen und wurde in der Abwehr entschieden – mit dem besseren Ende für Rumänien, die damit in Gruppe A weiter ungeschlagen bleiben.

Phantom Anja Althaus wird Spielerin des Spiels

Einige Trierer Handball-Fans rieben sich womöglich verwundert die Augen, als sie die rumänische Kreisläuferin Elena Pintea spielen sahen. Die deutsche Meisterin von 2016 (mit dem Thüringer HC) ackerte am Kreis und konnte sich immer wieder energisch durchsetzen. Am Ende erzielte sie vier wichtige Treffer und überzeugte durch ihren Kampfgeist – wie einst Meister-Mieze Anja Althaus. "Ich bin sehr glücklich über den Sieg und freue mich über die erstmalige Auszeichnung zur Spielerin des Spiels." Ihr Trainer Martin Ambros machte Teamgeist und eine gute Defensive als Sieggaranten aus. Zudem schwärmte er von der mitgereisten Hundertschaft an rumänischen Fans. Die Reise wird für die Truppe vom Schwarzen Meer noch weiter gehen – der Achtelfinaleinzug wurde durch Sieg Nummer drei bereits perfekt gemacht.

Slowenien konnte sich in der Mittagspartie mit 32:25 gegen Angola durchsetzen.
Nach dem spielfreien Mittwoch steigt am Donnerstagabend das Topspiel zwischen Frankreich und Spanien.

Deutschland steht vorzeitig in Runde der besten 16 Teams

Durch ein hart erkämpftes 22:22 Remis gegen Serbien ist die von Michael Biegler trainierte deutsche Auswahl vorzeitig ins Achtelfinale eingezogen. Gegen China und Vize-Weltmeister Niederlande geht es am Mittwoch und Freitag noch um den Gruppensieg.

Statistik Dienstag, 5. Dezember:

14 Uhr: Slowenien – Angola 32:25 (15:15)  1303 Zuschauer
18 Uhr: Frankreich – Paraguay 35:13 (14:10)  1678 Zuschauer
20.30 Uhr: Rumänien – Spanien 19:17 (9:7) 1724 Zuschauer

Info Spiele Donnerstag, 7. Dezember:

14 Uhr: Paraguay – Slowenien
18 Uhr: Angola - Rumänien
20.30 Uhr: Frankreich – Spanien


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