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Silvester: Horror für Tiere

Stadt Trier. Böller, Kracher und Raketen: Was Menschen in der Silvesternacht Vergnügen bereitet, ist für unsere Haustiere meist eine Qual.

520 Tierhalter haben zum Jahreswechsel 2016/2017 ihre vierbeinigen Lieblinge bei der Tierschutzorganisation TASSO vermisst gemeldet. Zusätzlich sind 262 Tiere gefunden worden, ohne dass zu dem Zeitpunkt schon eine Vermisstenmeldung bei TASSO vorlag. Das bedeutet: Allein an Silvestern 2016 und Neujahr 2017 sind mindestens 782 Tiere entlaufen und waren auf sich allein gestellt.

Tiere bekommen Panik

Diese Zahlen zeigen: Silvester ist der Horror für viele Haustiere. An keinem anderen Tag verschwinden so viele geliebte vierbeinige Freunde wie am letzten des Jahres. Die vielen Silvesterknaller und das ausgelassene Feiern sind die Ursachen dafür. "Hunde entlaufen vor allem, weil sie sich vor dem Silvesterfeuerwerk erschrecken", weiß TASSO-Leiter Philip McCreight und ergänzt: "Auch Tiere, die eigentlich keine Angst vor lauten Geräuschen haben, können in einem ungünstigen Moment Angst kriegen und weglaufen. Daher warnen wir Tierhalter immer davor, ihre Vierbeiner in den letzten Tagen des Jahres noch freilaufen zu lassen. Vor allem bei ängstlichen Hunden ist jetzt sogar eine doppelte Sicherung vonnöten."

Tiere entlaufen häufig während des Jahreswechsels

Dass Tiere direkt während des Jahreswechsels entlaufen, geschieht recht häufig. Wenn ihre Halter zum Beispiel in den Garten oder auf die Straße vor dem Haus gehen, um das neue Jahr zu begrüßen, entwischen Hunde und Katzen gerne durch offen gelassene Türen oder Fenster. Vor allem Besucher achten oft nicht darauf, alle Türen zu schließen. Aber auch schon einige Tage vor Silvester, meist sobald das Silvesterfeuerwerk im Handel verkauft werden darf, entlaufen viele Vierbeiner. Und auch einige Tage nach Neujahr passiert es noch, dass sie von verspätet gezündeten Knallern erschreckt werden. Freigängerkatzen trauen sich zudem oft nicht nach Hause oder haben sich verlaufen, weil sie aus Angst vor dem lauten Knallen von ihren üblichen Wegen abgewichen sind.

Tipps für Silvester

Tierbesitzer können jedoch einiges tun. Fressnapf gibt Tipps: Bereiten Sie rechtzeitig vor dem Jahreswechsel einen geschützten Ort in ihrer Wohnung vor, an dem sich ihr vierbeiniger Liebling bei Bedarf verkrümeln kann. Katzen verkriechen sich gern in Höhlen. Auch ein Platz unter der Bettdecke sorgt für Sicherheit. Halten Sie die Fenster geschlossen und lassen Sie die Jalousien herunter. Auf diese Weise dämpfen Sie das Pfeifen, Surren, Knallen und das grellbunte Lichtgewitter von draußen am effektivsten. Daneben gilt natürlich: Lassen Sie Ihren vierbeinigen Liebling in der Krisensituation auf keinen Fall allein. Ihre Gegenwart als vertraute Bezugsperson beruhigt ihn. Verhalten Sie sich am besten ruhig, souverän und zugewandt, ohne ihr Tier übertrieben zu verhätscheln. Mit ausgelassenem Spielen, bei dem es reichlich Leckerlis regnet, lenken Sie es von dem Tumult vor der Haustür auf angenehme Weise ab. So meistern Sie mit Ihrem Haustier auch die Silvesternacht und starten gemeinsam gut in ein schönes neues Jahr.


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Kommentar von Hohmann
Nicht alle Tiere haben Angst: mein Papagei hatte im ersten Jahr sehr viel Angst, in den darauf folgenden Jahren hat er die Scheu vor der Silvesterknallerei immer mehr abgelegt. Zuletzt gefiel es ihm sogar; besonders die Lufheuler ahmte er immer wieder nach!