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Stadtrat wählt Elvira Garbes zur neuen Bürgermeisterin

Stadt Trier. Elvira Garbes übernimmt ab Ende Februar 2018 das Amt der Bürgermeisterin und Sozialdezernentin der Stadt Trier. Der Stadtrat wählte die den Grünen angehörende Jugendamtsleiterin der Stadt Bornheim am Montagabend mit 47 Ja-Stimmen, bei einer Nein-Stimme und vier Enthaltungen zur Nachfolgerin von Angelika Birk als hauptamtliche erste Beigeordnete (Bürgermeisterin) für den Geschäftsbereich Bildung, Soziales, Wohnen, Jugend und Arbeit.

Bei ihrer Vorstellung sagte Garbes, die anstehende Wahl erfülle sie "mit großer Freude, aber auch mit großem Respekt". Sie freue sich darauf, mit dem Rat zusammenarbeiten zu können und mit den Mitarbeitern der Verwaltung gemeinsam gestalten zu können. Sie wolle "offen im Dialog und geprägt von Teamgeist" arbeiten.

Stimmen der Fraktionen

Die Sprecher der Stadtratsfraktionen lobten Elvira Garbes unisono und dankten auch den anderen Bewerbern. Alle Fraktionssprecher kündigten an, die künftige Bürgermeisterin in ihrer Arbeit zu unterstützen. Rainer Marz (Grüne) hob hervor, dass die Bewerberin mit breitem Rückhalt in ihr Amt gehen könne. Udo Köhler (CDU) drückte seine Freude darüber aus, dass man mit fast allen Stimmen der Kandidatin großen Rückhalt geben könne. Sven Teuber (SPD) betonte, bei der Kandidaten-Auswahl habe "die Qualität und nicht die politische Farbe" den Ausschlag gegeben. Theresia Görgen (Linke) wünschte Garbes "Freude, Kreativität, Kraft und Ausdauer" für ihr Amt. Michael Frisch (AfD) sagte, Garbes habe seiner Fraktion "durch ihre ruhige und freundliche Art imponiert" und auch Tobias Schneider (FDP) lobte, Garbes habe sich "ganz hervorragend präsentiert". Auch Darja Henseler von den Piraten kündigte ihre Unterstützung an.

"Taktieren und Geschachere"

Lediglich die Unabhängige Bürgervertretung Trier (UBT) übte heftige Kritik. Professor Hermann Kleber warf den anderen Fraktionen "Taktieren und Geschachere" sowie "ein abgekartetes Spiel" vor. Der Trierer Jugendamtsleiter Carsten Lang, der sich ebenfalls beworben hatte, sei der bessere Kandidat gewesen, deshalb werde man sich bei der Wahl der Stimme enthalten.

Zur Person

Elvira Garbes ist Diplom-Sozialarbeiterin und hat Soziologie, Psychologie und Erziehungswissenschaften mit Magister-Abschluss studiert. Nach ihrem Anerkennungsjahr in der Stadtverwaltung Bergisch Gladbach 1978 arbeitete sie zunächst in der Kölner Stadtverwaltung im Amt für Kinder, Jugend und Familie. Im Jahr 2010 übernahm sie die Sachgebietsleitung erzieherische Hilfen und wirtschaftliche Jugendhilfe in der Stadtverwaltung Wermelskirchen. Seit Anfang 2012 leitet sie das Amt für Jugend, Familie und Kinder sowie das Schulverwaltungsamt der Stadt Bornheim. Elvira Garbes stammt aus der Eifel. Die 61-Jährige ist verheiratet, Mutter dreier Kinder sowie Großmutter.

Hintergrund

Amtsinhaberin Angelika Birk (Grüne) war von ihrer Partei nicht mehr für eine zweite Amtszeit unterstützt worden.

PA/RED

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Ein neues Leben fern der Heimat

Eicherscheid. »Ein Freund aus Spanien hat seine korenische Frau geheiratet, auf traditionelle Art. Das war sehr bunt und fröhlich. Eine beeindruckende Zeremonie, die mich im Juni nun auch erwartet.« Und Mario Rüttgers freut sich schon darauf. Eicherscheid (Fö). Natürlich, weil er seine Frau Mira, mit der er seit Sommer standesamtlich verheiratet ist, nun auch zeremoniell sein Ja-Wort geben kann. Aber besonders, weil seine Familie und viele Freunde den gebürtigen Eicherscheider in seiner neuen koreanischen Heimat besuchen werden. Drei Jahre wird der 32-Jährige dann schon auf der koreanischen Halbinsel leben. Zunächst für 18 Monate in Gwangju an der Westküste, nun in Pohang ganz im Osten des Landes. Aktuell macht er seinen Master in Maschinenbau. Das Abenteuer von fernen Ländern und Kulturen ist dabei fast schon nichts Neues für Mario Rüttgers. Er reiste durch Südamerika, studierte dort und in China und lebt eben nun in Korea - mit Ehefrau Mira und Tochter Nara. »In Korea spielt das Alter eine sehr große Rolle«, hat Rüttgers festgestellt. In der Sprache gibt es mehr als acht Formalitäts- und Höflichkeitsstufen. Man verwendet dann zum Beispiel im Gespräch mit Älteren eine ganz andere Grammatik. Und in der U-Bahn werden speziell Plätze für Senioren bereitgehalten. Rüttgers: »Da setzt sich kein junger Mensch hin - das ist wirklich beeindruckend.« Auch der Einfluss der Großeltern auf die Kindeserziehung sei größer als in Deutschland. »Wir haben aber eine gesunde Mischung für unsere Nara gefunden«, lacht Rüttgers und ist dankbar, dass seine Schwiegereltern viel Verständnis für den Europäer aufbringen. Alter statt Leistung »Auch auf der Arbeit gilt das Altersprinzip und nicht wie bei uns die Leistung.« Leider wirke sich das auch auf den Fußball aus, erklärt Rüttgers. »Wenn wir Studenten gegen Teams mit älteren Spielern spielten, sind für die andere Mannschaft Regeln wie Abseits einfach wegefallen. Damit kann ich mich bis heute nicht abfinden«, zeigt der Eifeler Unverständnis. »In alteingesessenen Firmen gilt das Prinzip: Befehlen und gehorchen«, weiß Rüttgers. Er selbst ist für einen westlich geprägten Professor tätig und hat daher Glück. Mit gerade einmal sieben Tagen Jahresurlaub muss er nicht auskommen. Dagegen gefällt Rüttgers das Freizeitverhalten vieler Koreaner. »Am Wochenende geht es zum Wandern und Bergsteigern. Der 32-Jährige selbst fährt gerne Rad. »Es gibt hier ein Intercity-Fahrradwegenetz durch das ganze Land.« Von seinem Sprachkurs in Gwangju hat er 300 Kilometer zu Freundin Mira nach Pohang zurück gelegt. Im Februar 2016 hat er die Westküste 900 Kilometer lang beradelt und im August 2016 war ein alter Schulfreund zu Gast - Sebastian Milz aus Huppenbroich. Mit ihm ist er von Seoul nach Busan gefahren (ca. 700 km). »Ein tolles Erlebnis für uns Beide!« Von einer Selbstverständlichkeit in Korea träumen viele Eifeler: »Bei Internetkonnektivität und –geschwindigkeit ist Korea weltweit führend«, weiß Rüttgers. Ständig bringe Samsung neue »smarte« Produkte auf den Markt. »Einkaufen gehen wir nur als Freizeitbeschäftigung - Lebensnotwendiges wird online bestellt.« Familie zu Besuch Als Eltern und Schwestern im Sommer zu Besuch waren, genoss es der Neu-Koreaner aber auch, seiner Familie das traditionelle Korea zu präsentieren. Und das werden sie auch bei der Hochzeit im Juni kunterbunt und lebensfroh erfahren. »Dann wird auf dem Boden geschlafen, gefeiert und gereist - ganz traditionell eben«, sehnt Mario Rüttgers dem großen Tag und vielen schönen Begegnungen entgegen.»Ein Freund aus Spanien hat seine korenische Frau geheiratet, auf traditionelle Art. Das war sehr bunt und fröhlich. Eine beeindruckende Zeremonie, die mich im Juni nun auch erwartet.« Und Mario Rüttgers freut sich schon darauf. Eicherscheid (Fö).…

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