Svenja Pees

Tödliche Leckerbissen: Tierquäler locken mit Giftködern

Stadt Trier. Hundebesitzer in Trier sind in Sorge. Eine Hündin aus Trier-Ruwer wurde durch einen präparierten Köder schwer verletzt. Was motiviert Hundehasser zu so einer Tat? Wie können Hundehalter ihre Haustiere schützen?

Tanja Knitterscheidt, Kosmetikerin aus Trier-Ruwer, hätte fast ihre Hünding "Giny" durch ein präpariertes Fleischstück verloren. Der Täter hatte eine Messerklinge darin versteckt. Die Hündin fraß das Fleischstück. Dass sie es kurze Zeit später samt der Klinge wieder erbrach, rettete ihr vermutlich das Leben.  Auch in Konz überlebte ein Hund vor kurzem nur knapp eine Vergiftung, die er sich durch das Fressen eines Giftköders zugezogen hatte. In beiden Fällen haben die Besitzerinnen Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Giftköder als "Rache"?

Immer wieder hört man von Ködern, die mit scharfen Gegenständen oder Rattengift bestückt sind. Diese werden in Gebüschen versteckt, wo Hunde sie erspähen und aufnehmen können. Es mag verstören, wie Menschen auf die Idee kommen, Tieren so eine Grausamkeit anzutun. Vielleicht sehen die Hundehasser ihre Taten als Art Rache für die zunehmende Verschmutzung der Fußwege durch Hundekot oder die teils unkontrolliert freilaufenden Tiere (wir berichteten).

Halter sind in der Pflicht

Andreas Lindig, erster Vorsitzender des Deutschen Tierschutzbundes Rheinland-Pfalz sagt dazu: "Es gibt keine Begründung oder Rechtfertigung für die Giftköder. Man richtet sich gegen das Tier, obwohl die Besitzer in der Pflicht sind. Trotzdem sollten Hundehalter darauf achten, wo sie ihren Hund frei laufen lassen."

Gefahr schwer einzuschätzen

Die Gefahr, die von Hundehassern ausgeht, ist schwer einzuschätzen. Uwe Konz, Leiter der Pressestelle des Polizeipräsidiums Trier, berichtet von sporadischen Hinweisen aus der Bevölkerung. Häufig bliebe es jedoch bei Gerüchten ohne konkreten Tatverdacht. Die Ursache dafür kann aber auch daran liegen, dass der Nachweis für die Tierhalter eine teure Angelegenheit darstellt. Wird ein verdächtiger Köder entdeckt, muss davon eine Probe zum Landesuntersuchungsamt, um mögliche Giftstoffe festzustellen. Die Kosten dafür trägt der Finder. Ist ein Haustier unter ungeklärten Umständen verendet, kostet auch hier eine weiterführende Untersuchung Geld. Viele Hundehalter wollen oder können sich das nicht leisten. Aus diesem Umstand ergibt sich eine hohe Dunkelziffer bei den tatsächlichen Fällen von Giftködern.

 

Wie schützt man seinen Hund?

Uwe Konz rät den Hundehaltern, ihr Haustier beim Gassi gehen an der Leine zu halten. Wer selbst Besitzer eines Hundes ist, weiß jedoch, dass das ständiges Halten an der Leine gegen die Natur des Tieres verstößt. Außerdem wird das Tier auch etwas fressen, was lecker riecht. Generell sollte man sein Tier so gut es geht nicht aus den Augen verlieren. Ob der Hund einen Giftköder aufgenommen hat, ist anfangs nur schwer zu erkennen. Die Tiere verbluten innerlich, werden von Tag zu Tag schwächer bis es für eine Rettung durch den Tierarzt zu spät ist.  Es ist also angebracht, so schnell es geht zum Tierarzt zu gehen, wenn das Tier schlapp macht oder Blut im Kot zu erkennen ist. Wer sich über die Gefahr an seinem Wohnort informieren will, kann hier nachschauen. Für das Trierer Stadtgebiet sind dort fünf Fälle aus den vergangenen Jahren beschrieben.

DH

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