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Vorstand von Eintracht Trier bleibt im Amt

Knappe Mehrheit stimmt gegen die Abwahl des Vorstandes

Stadt Trier. Das große Beben blieb bei der Mitgliederversammlung des SV Eintracht Trier in der Orangerie des Nells Park aus. Mit 74 zu 66 Stimmen wurde die Abwahl des derzeitigen Vorstandes knapp verhindert. Das Ergebnis dieser Wahl zeigt, wie gespalten die Mitglieder des Trierer Traditionsvereins derzeit sind. Ein Schulterschluss beider Parteien rückt mit diesem Ergebnis in weite Ferne. In mancher Hinsicht erschreckend war der Umgangston, mit dem sich beide Parteien zum Teil heftig anfeindeten. Zu guter Letzt fand eine hitzige Mitgliederversammlung mit der Ehrung langjähriger Vereinsmitglieder doch noch ein gutes Ende.

Viel Kritik einiger Fans, darunter auch aus der Ultraszene, musste sich der derzeitige Vorstand auf der Mitgliederversammlung anhören. Insgesamt waren 145 Mitglieder anwesend, welche auf den Antrag von Patrick Mohr, Teil im Fanbeirat, entscheiden sollten, ob der Vorstand abgewählt wird. "Der Grund ist der anhaltende sportliche Misserfolg und keine Aussicht auf Besserung", so ein Teil der Begründung von Mohr. Weiter heißt es, dass konstruktives Misstrauen zu großer Unzufriedenheit bei vielen Mitgliedern geführt hat. Eine Alternative konnte aber von den Gegnern des aktuellen Vorstandes nicht präsentiert werden. Auch über den Aufsichtsrat wurde daraufhin abgestimmt. Hierbei fiel das Ergebnis ebenfalls recht knapp aus. 77 Mitglieder entschieden für die Erhaltung des Aufsichtsrates, während 63 Mitglieder die Abwahl forderten.

Kassenprüfer Ernst Ambré bestätigt korrekte Handlungsweise im Rechnungswesen

Lediglich 38.000 Euro, welche als Steuerberatungskosten ausgewiesen wurden, empfand Ambré als zu hoch. 17.500 Euro von diesem Betrag fielen allerdings für das Lizenzierungsverfahren der neuen Saison an. Außerdem bescheinigte Ambré die Richtigkeit der Aussage von Finanzvorstand Dieter Friedrich, nach der aktuell keine Bankverbindlichkeiten vorliegen. Die Einnahmen des SVE in den vergangenen drei Spielzeiten lagen bei rund zwei Millionen Euro. Der Verschuldungsbetrag wird von Finanzvorstand Friedrich derzeit auf 1,9 Millionen Euro beziffert, von denen jedoch 1,45 Millionen Euro auf der Eintracht nahestehende Personen entfallen, welche derzeit keine schnelle Rückzahlung verlangen. Demgegenüber stehen also kurzfristige Besonders im Bereich Marketing und Sponsoring sehen sowohl Friedrich als auch Gottschalk enormen Steigerungsbedarf.

Rege Diskussionen, sportliche Lage und Ausblick des Vorstandes

Vor allem Christoph Selbach-Schneider und Patrick Mohr ergriffen mehrmals das Wort, um Missstände der Arbeit im Vorstand zu erläutern. Unbearbeitete Mitgliedsanträge, die mangelnde Kontrollfunktion des Aufsichtsrates sowie fehlende Transparenz und das schlechte Image des Vereins waren nur einige der Streitthemen an diesem Abend. Zumindest in der derzeitigen sportlichen Lage gibt es Anlass zur Hoffnung. Nach dem Umbruch vor der Saison machen die Leistungen zuletzt Lust auf mehr. Getreu dem Motto "Mentalität schlägt Qualität" möchte Paulus eine Mannschaft formieren, welche langfristig zusammenbleibt, um in absehbarer Zeit auch wieder den Aufstieg in die Regionalliga Südwest in Angriff zu nehmen. Als Gründe für den vorherigen Abstieg nannte Vorstandsmitglied Roman Gottschalk den fehlenden Teamgeist. Gottschalk gab zudem bekannt, dass der Verein in der vergangenen Saison bis zu 50.000 Euro für Strafen, wie beispielsweise Pyrotechnik, zahlen musste. Auch die Aufteilung der Aufgaben im Vorstand in Finanzen, Sport, Sponsoring und Marketing sowie Jugend soll in Zukunft in Angriff genommen werden. Schlussendlich forderte Thiele dazu auf, den Menschen, die ihr privates Geld in den Verein investieren, zu danken. "Nur zusammen lässt sich eine erfolgreiche Zukunft gestalten", ergänzte Friedrich.

KR

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